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Chapter 55 by kleinehexe kleinehexe

Bianca ging mit der gleichen Selbstverständlichkeit auf den Mann zu, mit der sie eben noch mit ihr durch den Flur gegangen war. Der Mann, etwa in den Vierzigern, in typischer Handwerkerkleidung mit Zollstock in der Gesäßtasche, nahm freudig die ihm ausgestreckte Hand entgegen. Er schilderte ihr kurz den Stand der Arbeiten, wobei er seinen Kopf leicht zur Seite schob, um hinter sie zu blicken.

Er hört mitten im Satz auf zu sprechen und seine Augen weiteten sich bei dem, was er sah. Sein Blick blieb ungläubig an Caroline hängen. Wie selbstverständlich trat Bianca einen Schritt zur Seite, um ihm eine bessere Aussicht zu bieten. Sie spürte, wie seine Augen erst auf ihren Brüsten klebten, um dann weiter zwischen ihre Beine zu gleiten.

Dort blieben sie hängen. Sie hätte am liebsten die Knie noch enger zusammengedrückt oder wenigstens die Schultern nach vorne gezogen. Irgendetwas, das sie kleiner machen oder irgendwie bedecken würde. Doch mit ihren auf dem Rücken fixierten Händen war dies ausgeschlossen. Sie konnte nichts tun, als dazustehen und auszuharren.

Caroline glaubte, all die finsteren Mächte der Welt hätten sich gegen sie verschworen, als sie sah, wie noch zwei weitere wesentlich jüngere Männer jetzt langsam aus dem Zimmer kamen. Das konnte doch nicht wahr sein. Der erste der beiden Mittezwanzigjährigen grinste sofort von einem Ohr zum anderen, als er sie erblickte. Er lehnte sich lässig an der Wand zurück und genoss den Anblick sichtlich. Der zweite verschluckte sich beim Laufen an seiner Wasserflasche und starrte sie nur entgeistert an.

„Was ist denn nun, Herr Friedrich?“, fragte Bianca sichtlich amüsiert nach. Sie schien die Situation sichtlich zu genießen und interessierte sich nicht für Carolines Schamgefühle.

Nur einen Augenblick später schien sich der Meister wieder gefangen zu haben. „Ja … ähh … Entschuldigung, ich dachte … ich wusste nicht, dass sie auch …“ Damit blickte er wieder auf Caroline, welche regungslos auf ihrem Platz verharrte.

Bianca lächelte wissend bei seinen Worten. „Doch, ab und zu schon, aber eigentlich eher selten. Sie hier ist noch sehr jung und muss auch noch viel lernen.“ Dabei sah sie auch zu den beiden Gesellen hinüber, die das Schauspiel sichtlich im Hintergrund genossen. „Und was ist mit Euch beiden? Gefällt Euch, was Ihr seht?“

Für Caroline schien unterdessen die Zeit stillzustehen. Die Situation war für sie so unfassbar, dass sie eigentlich schon nicht mehr real sein konnte. Unbemerkt war Bianca unterdess an sie herangetreten und hatte sich die Leine gegriffen. Der kurze, energische Zug an ihrem Hals hatte sie augenblicklich in die Realität zurückgeholt. Bianca stand jetzt direkt vor ihr und sah ihr streng in die Augen.

„Na los, präsentiere Dich!“, war ihre kurze, aber bestimmte Anweisung. Auf Carolines ausbleibender Reaktion und ihrem fragenden Blick reagierte sie sofort.

„Stell die Beine weiter auseinander! Weiter! Noch weiter!“ Ihren energischen Kommandos verlieh sie jetzt mit der Gerte zum ersten Mal Nachdruck. Wenn auch nicht scharf, so bekam Caroline überraschend das Schlaginstrument auf den inneren Oberschenkeln zu spüren.

„Bauch rein! Rücken gerade! Kopf hoch!“ Ihr Ton ließ keinen Zweifel daran, dass dies keine Bitten waren. Bianca war es, die jetzt bedingungslosen Gehorsam forderte. Immer wieder landete die Gerte an den entsprechenden Stellen, wenn Caroline ihren Anweisungen nicht schnell genug oder nur unzureichend nachkam.

„Jetzt zieh die Schultern zurück! Zeig ihnen, was Du zu bieten hast!“ Sie trat einen Schritt zurück und betrachtete sie in der von ihr eingenommenen Pose. „Du hältst die Position!“ Scheinbar zufrieden mit dem Ergebnis führte sie die Leine seitlich über Carolines Schulter vorbei und ließ sie hinter ihr fallen. Ohne ihr weitere Beachtung zu schenken, wendete sie sich von ihr ab und ging auf den Meister zu. „Wie ich schon sagte, sie muss noch viel lernen.“

Angespannt verharrte Caroline in der ihr angewiesenen Position und musste mit ansehen, wie Bianca mit ihm in das Zimmer ging. Sie ließ sie hier tatsächlich allein mit den beiden. Innerlich wünschte sie sich augenblicklich vom Erdboden verschluckt zu werden, als sich den beiden Kerlen hier weiter so zu präsentieren. Sie hasste sich selbst dafür, sich gestern Abend noch blank rasiert zu haben und heute so dazustehen. Angespannt fixierte sie einen Punkt an der Wand und starrte vor sich hin, nur um irgendwie über die Zeit zu kommen.

Es dauerte einen Moment, bis sie die erste Bewegung von einem der Kerle wahrnahm. Lässig stieß er sich an der Wand ab und setzte sich langsam in Bewegung. Sie spürte, wie seine Augen sie betatschten, und sein wölfisches Grinsen ließ sie erahnen, was er sich gerade ausmalte. Sie hatte schon oft solche Blicke von Typen gespürt. Gerade in ihrer Zeit als Go-Go war sie es gewohnt. Und sie hatte es da auch genossen, den Typen den Kopf zu verdrehen.

Aber jetzt war alles anders. Sie entschied nichts mehr und sie war nackt. Stattdessen präsentierte sie sich ihnen jetzt komplett unverhüllt und blank wie auf einer Fleischbeschau. Vor ihrem inneren Auge tauchen die Bilder wieder auf von den Huren auf dem Strich. Auch sie hatten sich den Freiern angeboten und präsentiert. Aber keine von ihnen so wie sie in diesem Moment. Sie war hier nur noch ein Objekt.

Währenddessen stand jetzt der zweite direkt nur noch einen Meter vor ihr und kostete jeden Moment der Situation aus. Ihm war nicht entgangen, dass ihr Körper begonnen hatte, auf die Situation zu reagieren. Ungeniert starrte er auf ihre Brüste, auf denen die harten Nippel mittlerweile deutlich standen. „Ist es kalt hier oder bin ich das?“, kommentierte er den Anblick und feierte sich selbst für seinen Spruch. Sie sah die Gier in seinen Augen und wusste, dass er am liebsten sofort zugelangt hätte.

Der andere war längst aus ihrem Sichtfeld verschwunden. Aber auch wenn sie ihn nicht sehen konnte, so spürte sie jedoch seine Präsenz. Er musste ganz dicht hinter ihr sein. Sie roch seinen männlichen, von Schweiß geprägten Duft. Wie zwei Wölfe auf der Jagd hatten sie ihr Opfer eingekreist und nun in ihre Mitte genommen. Sie biss noch fester in ihren Knebel und erwartete in jedem Moment eine Berührung von einem der beiden.

„He Kleiner, Finger weg von meinem Eigentum!“ Biancas Stimme zerriss urplötzlich die Stille, als sie mit dem Meister zurück aus dem Zimmer kam. Sie ließ mit ihren Worten und deren Tonlage keinen Platz für Widerspruch. Unmissverständlich macht sie klar, wer hier das Sagen hatte. Caroline atmete erleichtert tief aus in der Gewissheit, es gleich hinter sich zuhaben. Erleichtert registrierte sie, wie der Kerl vor ihr sich zwar immer noch grinsend, aber dennoch langsam zurückzog.

Unerwartet spürte sie den Atem des anderen an ihrem Ohr. Er musste jetzt nur Zentimeter hinter ihr stehen. Unaufhaltsam stieg die Hitze in ihr auf. Innerlich kochte sie vor Anspannung, während ihr gleichzeitig eisige Schauer über den Rücken liefen. „Sag Bescheid, wenn Du es mal wieder richtig brauchst“, hauchte er ihr ins Ohr und zog sich nun ebenfalls zurück. Im Vorübergehen sah er ihr erst tief in die Augen und dann an ihr herab.

Für einen Augenblick schloss Caroline die Augen und atmete tief durch. Wie aus der Ferne registrierte sie die Gesprächsfetzen, die sie erreichten. Über das Möbel, das wohl nun so gestellt werden sollte wie gerade besprochen. Mit gelassenen Schritten kam Bianca auf sie zu und griff sich abermals die Leine.

„Komm mit!“, wies sie Caroline barsch an, so als wäre nichts gewesen.

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