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Chapter 21

What's next?

Zurück in die Halle

Irina blickte misstrauisch dem Priester entgegen, der mit einem wollenen Umhang in der Hand auf sie zukam. Tatsächlich – sie konnte es kaum glauben – legte er ihr den Mantel um die Schultern. Das Kleidungsstück war so weit geschnitten, dass sie es vorne zusammenraffen und sich damit vollkommen verhüllen konnte. Sie fühlte sich wie im Himmel. Auch eine Kapuze gab es, die sie über den Kopf und tief in die Stirn zog. Nun war sie vor den Blicken anderer weitgehend verborgen. Allein diese dünne Lage Stoff vermittelte ihr mehr Sicherheit, als sie die letzten Tage empfunden hatte.

„Komm!“

Das harsche Befehlswort holte sie in die Realität zurück. Sie war weiterhin den Launen ihrer Entführer ausgeliefert. Was würde die Zukunft noch für sie bereithalten?

Zwischen ihren beiden Bewachern gehend ließ sie sich von ihnen durch lange dunkle Gänge führen. Längst hatte sie jegliche Orientierung verloren. Würde man sie hier allein lassen, käme sie nie mehr ans Tageslicht. Die Orks aber bewegten sich zügig und sicher, bei keiner Abzweigung auch nur eine Sekunde zögernd. Hin und wieder stiegen sie Treppen oder Rampen hinauf, so dass Irina zumindest sicher sein konnte, dass man sie nach oben brachte.

Der Wege endete auf einer steinernen Plattform, von der aus man eine riesige Kaverne überblicken konnte. Irina erkannte die Halle, in die sie der Stammesführer gebracht hatte, nachdem sie von Sascha getrennt worden war.

Mit der Erinnerung an ihn überfielen sie Schuldgefühle. Sie hatte nur noch an sich selbst gedacht und ihn völlig vergessen gehabt. Was wohl mit ihm geschehen war? Wurde er gefoltert? Lebte er überhaupt noch?

„Warte hier!“

Die beiden Aufseher zogen sich zurück und ließen sie einsam auf dem Podium stehen. Sie wagte nicht, sich zu bewegen, stand einfach nur da. Nach und nach kroch die Kälte des Steins durch ihre nackten Fußsohlen nach oben. Sie fröstelte, trotz des Wollumhangs, den sie eng um sich gezogen hatte.

Ein Geräusch ließ sie aufschauen. Schritte näherten sich und das ferne Gemurmel von Leuten. Dann sah sie die ersten Ankommenden. Durch den breiten Tunnel, der von der Erdoberfläche hereinführte, tauchten einzelne Orks auf. Dann immer mehr. Bald strömte die Menge in die Halle. Die ausgedehnte Höhle füllte sich zusehends. Obwohl es angesichts der Dimensionen des Raums kaum vorstellbar schien, war bald kaum mehr ein freier Platz zu finden.

Angesichts der Massen, die sich vor und unter ihr versammelten, kam sich Irina klein und eingeschüchtert vor. Viele schauten in ihre Richtung und sie konnte die unzähligen Blicke beinahe körperlich spüren. Schutzsuchend raffte sie das Gewand noch enger und wäre am liebsten vollkommen darin verschwunden.

Ein lauter Ton wie von einem gigantischen Gong erklang und warf Echos durch die Höhle. Die Gespräche und das Getuschel in der Menge verstummten.

Die Aufmerksamkeit der Umstehenden löste sich von ihr. Irina begriff, dass jemand hinter ihr die Bühne betreten hatte. Zaghaft wagte sie, ihren Kopf zu drehen.

Der uralte Ork, den sie schon zuvor einmal gesehen hatte, schlurfte nach vorne an den Rand der Plattform. Er stützte sich dabei schwer auf seinen langen Stab. Bei jedem schleppenden Schritt klapperten die vielen daran befestigten, kleinen Knochen.

An der Kante angekommen hob er Aufmerksamkeit heischend beide Arme. Alle Augen richteten sich auf ihn.

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