Nimmt sie die Einladung an?
Zunächst nicht
Ela stieß ein leises, summendes Geräusch aus, dessen Vibration sie eher in ihrer Kehle spürte als hörte.
Die Vorstellung, Dragan bei der Arbeit zuzusehen – den Moment zu erleben, in dem der Geist einer ihrer Schülerinnen unter Dragans mix aus Manipulation körperlicher und mentaler Art zusammenbrach – jagte ihr einen stechenden, elektrisierenden Schauer über den Rücken. Ihr Blick wanderte zu dem Pulspunkt an seinem Hals, und sie malte sich bereits die Reibung von Haut auf Haut aus, die rohe Kraft eines Mannes, der verstand, dass Zustimmung oft nur eine Frage der Inszenierung war.
Dennoch rührte sie sich nicht. Das Risiko, heute Abend beim Betreten seines Penthouses gesehen zu werden, hatte sie nicht einkalkuliert, und ihr Ansehen an der Schule hing von einer sorgsam gewahrten Distanz zur „schmutzigen“ Seite des Gewerbes ab.
„Du reizt mich mit diesem Theater, Dragan“, murmelte sie mit tiefer, samtener Stimme, während sie sich zurücklehnte und bewusst einen kleinen Abstand zwischen sich und Dragan schuf.
„Aber ich beobachte lieber aus der Ferne, bis alles vorbereitet ist. Die Orientierung überlasse ich dir; achte nur darauf, dass die Qualität des ‚Produkts‘ nicht leidet, während du den Eroberer spielst.“
Ela wich nicht sofort zurück; stattdessen streckte sie die Hand aus und streifte mit den Fingerspitzen das Revers seines Mantels – eine flüchtige, neckische Berührung, die alles versprach und nichts garantierte. Sie beugte sich nah an ihn heran, ihre Lippen nur wenige Zentimeter von seinem Ohr entfernt, ihr Atem ein warmer, verführerischer Kontrast zur kühlen Nachtluft.
„Halt das Penthouse warm für mich, Dragan. Wenn ich entscheide, dass das Risiko sich doch noch lohnt, erwarte ich einen Empfang, der … unvergesslich ist.“
Mit einer plötzlichen, scharfen Bewegung zog sie sich zurück und schwang ihr Bein über das Motorrad, wobei das Leder ihrer Hose auf dem Sattel knallte. Sie startete den Motor, das Dröhnen der schweren Maschine übertönte die Stille der Gasse und ließ den Asphalt unter ihnen erzittern. Sie warf ihm einen letzten, raubtierhaften Blick über die Schulter zu, ein spöttisches Lächeln umspielte ihre roten Lippen, bevor sie Gas gab und davonraste, ihn in einer Abgaswolke und dem anhaltenden Duft ihres Parfums zurücklassend.
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