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Chapter 22 by daimon daimon

What's next?

Zoff im Liebesnest (22. März)

Simone rappelte sich auf. Sie wusste nicht, was in sie gefahren war, woher diese plötzliche Aggression gekommen war. Sie sah Liesi am unteren Bettende kauern. Trotz ihrer flapsigen Bemerkung fehlte da jegliches Funkeln in ihren Augen. Die Art, wie sie einen Arm schützend vor ihre Brüste hielt und ihre Beine zusammenkniff, sprach Bände.

Das Mädchen hatte Angst. Vor ihr.

Am liebsten hätte sie gelacht, doch sie wusste, dass solch eine Reaktion die Situation noch schwieriger gemacht, Liesi vielleicht sogar zum sofortigen Gehen gebracht hätte.

„Es tut mir leid! Ich …“

„Hm,“ machte die Angesprochene.

„Ich weiß auch nicht …“

„Genau so habe ich mir immer den Sex mit einem Mann vorgestellt.“

„Hast du noch nie? Kein Experimentieren in der Pubertät?“ konnte sich Simone die kleine Retourkutsche nicht verkneifen.

Liesi ging auf den lockeren Ton nicht ein und erwiderte:

„Nein. Und ich möchte auch nicht damit anfangen.“

„Ich wollte dir nicht wehtun. Ich war überwältigt und hatte mich nicht mehr unter Kontrolle.“

„Du hast mir nicht wehgetan, nicht im körperlichen Sinne. Ich hätte nie mitkommen dürfen. Dabei hatte ich mir geschworen, nie mehr etwas mit einer Hete anzufangen.“

„Du kannst mich wohl kaum als klassische Heterosexuelle bezeichnen!“

„Was bist du dann? Bi? Nonbinär? Was bin ich für dich?“

„Du wusstest doch, dass ich einen Freund habe! Wolltest du mich zum reinen Lesbentum bekehren?“

„Reines Lesbentum. Wie du das sagst! Es geht nicht um rein oder nicht rein. Ich habe mich in dich verguckt. Vom ersten Augenblick an. Dann saß ich auf Nadeln bis du dich endlich gemeldet hast. Ich war so glücklich.“

Simone sah fassungslos, wie Liesi die Fassung verlor und du **** begann.

„Du hast dich in mich verliebt? Echt?“

„Du bist wirklich der Sensibelsten eine!“

„Aber wie konnte ich das denn wissen. Sicher, da war eine starke Anziehungskraft. Aber ich bin momentan nicht bereit für eine Beziehung. Weder zu einer Frau noch zu einem Mann.“

„Wie geht es eigentlich deinem Freund damit. Mit dem Nicht Exklusiven meine ich?“

„Der findet das ganz in Ordnung. Er meinte, er sei ja schon erwachsen.“

„Und ich bin also ein gefühlsduseliges Kind.“ Schniefte Liesi, die wieder von einem Heulkrampf geschüttelt wurde.

„So habe ich das doch nicht gemeint. Ich bin einfach noch etwas unbeholfen in Liebesdingen.“

„Liebesdinge! Und das aus deinem Mund. Du solltest ‚Sexdinge‘ sagen, dann kennt man sich wenigstens aus!“

Liesi stand mit tränenüberströmtem Gesicht auf und begann, ihre Kleidung zusammenzusuchen.

„Halt! Warte! Bitte geh nicht so!“

Simone sprang aus dem Bett und nahm das immer noch weinende Mädchen in den Arm.

„Es hat nichts mit dir zu tun. Ich mag dich. Du bist wunderschön und lustig …“

‚… und ziemlich kompliziert,‘ dachte Simone bei sich.

Liesi konnte nicht anders und erwiderte die Umarmung. Sie küsste die verdutzte Simone auf die Lippen.

„Mir tut es auch leid. Bitte entschuldige diesen Auftritt. Ich bin ziemlich durch den Wind und gehe jetzt besser.“

Simone war enttäuscht. Auch ein wenig von sich selbst. Denn die tröstende Umarmung hatte ihren Geilheitspegel schon wieder ansteigen lassen. War sie wirklich eine derartige gefühllose Schlampe?

Sie hatte nicht mehr versucht, ihre Besucherin aufzuhalten. Die hatte sich ebenso schnell an-, wie sie sich zu Beginn ihres vielversprechenden Rendezvous ausgezogen hatte und war ohne weiteres Wort durch die Tür verschwunden.

Was fängt Simone mit dem angebrochenen Tag an?

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