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Chapter 13 by Papas_Liebling Papas_Liebling

What's next?

Wir müssen reden

Thomas und ich liegen im Ehebett, zwei Handbreit Abstand zwischen uns – ein Abstand, der sich anfühlt wie ein Abgrund. Schlaf finde ich nicht. In meinem Kopf tobt ein Wirbelsturm, der jeden klaren Gedanken wegfegt.

„Thomas“, flüstere ich in die Dunkelheit, „schläfst du schon?“

Ein undeutliches „N-nh.“ Kein richtiges Nein, kein deutliches Ja. Nur ein Geräusch.

„Wir müssen reden.“

Die Matratze bewegt sich. Er dreht sich auf den Rücken. Ich warte. Warte auf ein Wort, irgendein Wort, ein Geräusch, ein Zeichen. Doch die Stille dehnt sich, bis sie sich wie ein Gewicht auf meine Brust legt. Ich zwinge mich zu atmen, zu sprechen.

„Das… was vorhin passiert ist. Im Wohnzimmer.“ Meine Stimme ist dünn und zerbrechlich wie gesprungenes Glas. „Ich… ich wollte das nicht. Aber…“

Aber. Dieses eine verhängnisvolle Wort. Es bleibt an meinen Lippen hängen, als hätte es selbst Angst vor dem, was nach ihm folgen könnte. Wie soll ich erklären, was ich selbst nicht verstehe? Ich weiß nur eines: Wenn wir nicht reden, dann frisst uns das Schweigen auf.

Wenn er nichts von Dirk und mir gewusst hätte – vielleicht hätte ich damit leben können. Aber jetzt brennt in mir die Ungewissheit, was er über mich denkt. Über uns.

Meine Finger zucken. Ich sehne mich danach, ihn anzufassen, irgendeinen Halt in der Berührung zu finden. Doch ich tue es nicht. Ich habe kein Recht auf Nähe. Auf Intimität. Nicht heute.

Ich starre in die Dunkelheit, als könnte ich darin sein Gesicht erkennen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich glauben, ich liege allein hier. Nur sein Atem verrät mir, dass er wach ist. Schnell. Flach.

Seine Decke raschelt. Ein hastiges, nervöses Geräusch.

Was tut er?

Sein Atem geht schneller. Er ist nicht nur wach, sondern aufgewühlt.

Die Decke raschelt wieder, diesmal stärker, länger, gleichmäßiger, als würde er darunter…

Mein Herz klopft wie wild, als ich kapiere, was da gerade geschieht.

„Thomas?“

Er sagt nichts. Doch er ist nicht still. Sein Atem wird lauter, drängender. Dann, heiser und kaum hörbar: „Jessica, ich kann nicht aufhören, daran zu denken.“

Woran denken? Ich kenne die Antwort, will sie mir aber nicht eingestehen. Ich lasse ihn weiterreden in der Hoffnung, dass ich mich irre.

„Als ich euch zugesehen habe… auf dem Teppich.“ Er macht eine kurze Pause, als müsse er Mut sammeln. „Es hat mich getroffen wie ein Blitz. Ich wollte es. Dich sehen. Wie du unter ihm liegst. Wie er dich nimmt. Ich konnte in deinem Gesicht sehen, was du dabei fühlst.“

Wieder dieses leise, rhythmische Rascheln der Decke.

Ich spüre Hitze, die sich in meinem Bauch sammelt — nicht, weil ich stolz wäre auf das, was passiert ist, sondern weil seine Worte eine Saite in mir anreißen, die mich selbst überrascht.

Er atmet zischend ein. „Ich konnte nicht mehr wegsehen. Dich. So. Vor mir auf den Knien“

Meine Hände verkrampfen sich in der Decke, als müsste ich mich daran festklammern. „Thomas…“

„Nicht reden.“ Seine Stimme bricht fast. „Nur… zuhören.“

Ich tue, was er sagt. Verstumme. Höre. Seinen Atem. Das Rascheln unter der Decke. Das Zittern in seiner Stimme, das so viel verrät.

„Ich habe dich noch nie so gesehen“, flüstert er, „jetzt kriege ich das nicht mehr aus meinem Kopf.“

Ein leises Stöhnen entfährt ihm — unterdrückt, beschämt, aber auch voller Leidenschaft.

Ich halte den Atem an. Das ist falsch! Verwirrend. Verstörend. Und doch spüre ich, wie seine Erregung auf mich überspringt. Mein Herz hämmert. Jeder Muskel ist angespannt. Ich weiß nicht, ob ich fliehen oder ihn aufhalten soll.

Sein Schnaufen füllt das Zimmer, heiß, schnell, unruhig. Die Dunkelheit fühlt sich plötzlich enger an, als würde die Welt um uns schrumpfen. Ich schlucke. Mein Mund ist trocken.

„Jessica“, keucht er. „Jessica. Jessica! JESSICA!“

Das letzte Wort ein Schrei, der mir in den Ohren klingt.

Dann sackt er zusammen. Stille.

Es ist absurd. Vor einer Stunde hatte ich geglaubt, dass er mich hasst für das, was ich getan habe. Und jetzt… in meinem Kopf herrscht Chaos. Schuld und Angst vermischen sich mit Wut – und Erregung. Ich balle meine Fäuste. Bin so verwirrt, dass ich nicht weiß, was ich tun soll.

Sein Körper spannt sich noch einmal, ein zittriger Atemzug entweicht, erschöpft wie nach einem langen Sprint. Dann dreht er sich zur Seite, von mir weg, wird langsam wieder ruhig. Die Decke hebt und senkt sich gleichmäßig. Der Sturm ebbt ab.

Ich bleibe zurück. Wach.

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