What's next?

Willkommen im Country Club

Chapter 3 by Reyhani Reyhani

Sie fuhren auf den fast leeren Parkplatz einer verwahrlosten Mall. Überall wuchs Unkraut durch den rissigen Asphalt und das Gebäude sah verlassen aus. Im ganzen Land liefen die Geschäfte schlecht, seit sich Frauen nicht mehr frei bewegen konnten.

Innen sah die Mall nicht besser aus. Die meisten der Geschäfte waren verbarrikadiert, nur die Schaufenster des großen Ladenlokals, das sich entlang der Hauptstraße erstreckte, waren beleuchtet und dekoriert. Der Sheriff zog Eve grob daran vorbei. Immerhin hatte er ihr die Handschellen abgenommen.

Eve wunderte sich über das Geschäftskonzept: ein Herrenausstatter der gehobenen Klasse. Smokings, helle Sommeranzüge, alles für den Tag im Golfclub oder den Ausflug mit der Yacht. Sie konnte nicht glauben, dass das wieder funktionierte und noch dazu hier in der Provinz. Schließlich waren diese Geschäfte vor dreißig Jahren zuerst verschwunden und seitdem nicht wieder aufgetaucht. Amerikas Männer waren underdressed – so, wie sie sich wohlfühlten.

Dann erst bemerkte Eve die weiblichen Schaufensterpuppen. Leicht zurückgesetzt oder kniend zu den Füßen der Männer. Sie trugen lediglich Dessous. Solche, die nicht verhüllen sondern die Aufmerksamkeit auf den Körper lenken sollten. Dabei schmückten sie in diesem Fall nur abstrakt modellierte Plastikkörper.

Was für die meisten enttäuschend bis trostlos wirken musste, löste bei Eve ein vertrautes Gefühl aus. Das Schaufenster erinnerte sie an das Ministerium, wenn zu Verhandlungen der Hostess-Service der Regierung einlief, um die Konferenzräume zu bespielen. Dann wurde es für die Stammbesatzung des Ministeriums ruhig. Kein Chef wollte mehr in den altbekannten Sekretärinnenarsch kneifen und selbst die jungen Postmädchen hatten mal Pause.

Allerdings gehörte Springfield garantiert nicht zum Operationsgebiet des Hostess-Services. Was war dieser Ort dann?

Der Sheriff schob Eve am Hintern durch die Drehtür.„Willkommen im Country Club. Für jeden Mann im County die erste Adresse für gepflegte Unterhaltung!“

Sie hatten ein großes Ladenlokal mit abgehängter Decke und ein wenig zu greller LED-Beleuchtung betreten. Vielleicht ein ehemaliger Elektronikmarkt oder tatsächlich die Filiale einer der untergegangenen Modeketten, an die sich Eve noch aus ihrer Jugend erinnerte.

Links war mit Stellwänden eine Art Lounge abgetrennt. Ein paar Typen lümmelten auf Sofas und Sesseln. Sie verfolgten irgendeine Sportveranstaltung auf einem riesigen Bildschirm und tranken Bier dazu.

Hinter einer Theke langweilten sich drei jungen Frauen, während eine vierte sich die Zeit damit zu vertreiben suchte, durch den Gastraum zu stöckeln, um nach leeren Gläsern Ausschau zu halten. Keiner der männlichen Besucher beachtete sie.

Es waren drei Latinas und eine Schwarze, garantiert nicht älter als zwanzig, deren Aufgabe es war, die Modelle im Schaufenster zu imitieren. Doch wo ihre Vorbilder zu wenig Substanz hatten, hatten sie zu viel. Ihre Körper drängten die feine Wäsche, die sie trugen, wortwörtlich in den Hintergrund: der Strapsgürtel verschwand unter dem Bauch, der Slip in der Pofalte und ihre natürlichen Brüste sprengten die BHs. All das hatte nicht die athletische Ästhetik der Schaufensterpuppen und sah nicht grade bequem aus.

Dieser Ort zwang den Mädchen seine Regeln auf. Was blieb ihnen übrig, als mitzuspielen – sie waren ja nur Frauen. Für die Typen galt das offensichtlich nicht. Sie waren in Jogginghose, T-Shirt und … Krawatte unterwegs. Absurd! Nur der makellos gekleidete Gentleman an der Rezeption konnte das wohl erklären. Der Sheriff ließ die Lounge mit den Mädels links liegen und führte Eve direkt auf den Empfangstresen zu.

„Morgen, Jeremiah, schau mal was ich dir mitgebracht habe. Ich habe die Schlampe am Highway gefunden. Muss wohl jemand bei der Pinkelpause vergessen haben. Ich dachte, du kannst sie vielleicht gebrauchen.“

Der schlanke aber nicht besonders große Schwarze hinter dem Tresen musterte Eve mit skeptischer Miene. Das auffälligste an ihm war sein taubenblauer Anzug, der ihn älter aussehen ließ als er wahrscheinlich war.

Schnell wandte er sich wieder seinem Bildschirm zu. „Was soll ich, bitte schön, mit der. Die kann ich doch nie vermitteln.“

„Ich dachte, die ist mal was anderes. Schau mal ...“

Der Sheriff hatte Eve bis ganz nach vorne geschoben, so dass sie von seinem Bauch an den Tresen gedrückt wurde. Von hinten fischte er mit seiner riesigen Hand eine von Eves Brüsten aus ihrem offenen Ausschnitt und wedelte damit entwürdigend herum.

„... ganz weiße Titten. So was haben wir hier selten. Außerdem ist sie aus der Hauptstadt. Aus irgendeinem Ministerium entlaufen. Ganz doof kann sie also nicht sein.“

Zum bloßen Objekt der Konversation degradiert, hatte Eve längst abgeschaltet. Am Rande nahm sie den spöttisch herausfordernden Ton des Sheriffs wahr. Aber dann kehrte ihre Aufmerksamkeit zurück. Der Empfangschef dieses komischen Clubs, dieser Jeremiah, schien sich auf einmal doch für sie zu interessieren. Das Verrückte war, er würdigte ihre Brüste mit keinem Blick, sondern rückte seine Brille zurecht und schaute ihr direkt in die Augen.

„Eve aus Washington? Vielleicht kennst du dich mit dieser Scheißsoftware aus. Der Bestellassistent spinnt mal wieder.“

Er drehte seinen Bildschirm zu ihr. Sofort erkannte Eve Peggy Sue, die KI-Assistentin mit roten Locken und riesigen Brüsten unter dem Kleid. Im Moment schaute hilflos aus ihren großen blauen Augen: Ich habe nicht verstanden, was du willst. Kannst du das bitte noch mal erklären.

Eve verstand nicht, warum dieser Laden Zugang zum Netzwerk der Bundesverwaltung hatte. Aber sie wusste längst, was das Problem war. Jeremiah hatte nicht streng genug mit Peggy Sue gesprochen. Anfängerfehler. Es war bekannt, dass die KI ein bisschen devot war.

Im Moment war es für Eve wohl das beste zu kooperieren. Aber dabei wollte sie nicht schon am Anfang alle ihre Trümpfe ausspielen.

„Ich kenne das System gut, Sir. Ich kann mir das gerne mal ansehen.“

Jeremiah strahlte und wollte sie um den Tresen herumlotsen, damit sie auch den zweiten Bildschirm im Blick hätte.

Aber der Sheriff hielt sie fest. „Bevor sie sich um deinen Computerkram kümmert, bring ich die Schlampe erst mal nach hinten. Da kann sie sich einrichten und ich erkläre ihr noch mal die Regeln. Nicht dass da Missverständnisse aufkommen.“

Start your own immersive adult AI roleplay story
Ad

What's next?

Back Start Over View Story Map

0 comments