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Chapter 13
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Maria Thomas begegnet der Inquisition
Maria Thomas war sehr zufrieden mit sich, dass sie das Rätsel gelöst hatte. Sie hatte schon immer gewusst, dass man mit klarem Verstand und scharfem Nachdenken auf alles eine Antwort finden konnte. Sie hatte nur 1 und 1 zusammenzählen müssen. Danach war es völlig offensichtlich, dass der Spiegel in Wahrheit eine Tür war.
Entschlossen hatte sie die Schwelle überschritten. Augenblicklich hatte undurchdringliche Dunkelheit sie umhüllt. Es war kalt und seltsam samtig, wie ein glatter, feuchter Stoff, der über ihre Haut glitt. Sie verlor ihren festen Stand, schwebte schwerelos in einer unendlichen Leere.
Dann berührten ihre Füße wieder harten Grund und sie fand sich in der Folterkammer wieder, die sie durch das Glas gesehen hatte. Im unsteten Licht der flackernden Fackeln erkannte sie eine gewölbte Decke über sich und grob gemauerte Steinwände um sich.
Auch wenn sie mit ihrem logischen Denken und den korrekten Schlussfolgerungen zufrieden war, konnte sie mit der Gesamtsituation nicht ganz zufrieden sein. Denn aus noch nicht ersichtlichen Gründen hatte sie nichts mehr an. Oder anders gesagt: sie war splitterfasernackt.
Mehrere Gestalten in langen Roben wandten sich ihr zu. Vermutlich hätten sie verwundert gewirkt, wären ihre Gesichter nicht unter spitzen Kapuzen verborgen gewesen. Doch erholten sie sich schnell von ihrer Verwunderung.
„Fasst die Hexe!“, bellte einer und alle stürzten mit ausgestreckten Händen auf die Frau zu, die aus ihrer Perspektive ebenso unerwartet wie unerklärlich aus dem Nichts aufgetaucht war. Im Nu war sie von mehreren Folterknechten festgehalten.
Der Sprecher musterte sie eindringlich durch die runden Augenlöcher seiner Stoffmaske. Besonders lange blieb sein Blick an ihren äußerst beeindruckenden Brüsten hängen sowie an dem wild wuchernden Busch in ihrem Schoß.
„Wie kommst du hier herein, Hexe?“, herrschte er sie an.
Maria Thomas sah ihn mitleidig an und sprach nachdrücklich wie mit einem kleinen Kind.
„Erstens, ich weiß es nicht. Und zweitens, was zudem viel entscheidender ist, ich bin keine Hexe.“
„Das ist genau das, was eine Hexe sagen würde.“
Auch wenn sie nicht sehen konnte, wie er spöttisch den Mund verzog, konnte sie es doch an seinem Tonfall hören. Sie atmete tief durch, um sich zu beruhigen, und dann erklärte sie mit der vernünftigsten, klarsten Stimme, zu der sie fähig war: „Hören Sie mir genau zu. Mein Name ist Maria Thomas. Ich bin eine Nonne aus dem Kloster der Schwestern vom Orden der großherzigen Maria. Und ich versichere Ihnen, dass ich weder weiß, wie ich hierherkam – was und wo immer dieses Hier auch sein mag – und dass ich definitiv keine Hexe bin. Allerdings wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir zeigen könnten, wo der Ausgang ist. Und ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir etwas zum Anziehen überlassen könnten.“
„Genug der Blasphemie, Hexe!“, blaffte der Anführer, und an seine Gehilfen gewandt, „bindet sie ans Andreaskreuz. Wir unterziehen sie der Hexenprobe.“
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Das Nackte kommt auf leisen Sohlen
ENF-Unfug auf einem bösen Rummelplatz
Eine Fortsetzung der fantastischen Geschichte von dr_wankenstein
Updated on Mar 28, 2024
Created on Mar 1, 2024
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