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Chapter 55 by Bitbuster Bitbuster

Tipps und Ratschläge

Was wäre alles möglich?

Nach einiger Zeit fing Sophia leise an zu maunzen.
Da sie ihren Kopf in einen Arm gelegt hatte, versuchte er sie an der Schulter beruhigend zu streicheln.

„Was ist denn los?“ fragte er besorgt, war er doch gerade selbst aus seiner Gedankenwelt gerissen worden.
„Meine Gefühle fahren gerade...Fahrstuhl, nee, Achterbahn,...wie heißt denn der Ausdruck?“
„Ich verstehe schon, immer auf und ab?“ versuchte er zu helfen.
„Ja genau.“

Es trat wieder eine fast schon beängstigende Stille ein.

„Ich...ich weiß nicht, wie...“ begann sie zögerlich. Er streichelte sie wieder beruhigend und sie drehte sich auf seinen Bauch und sah ihn fest an.
Patrick fuhr mit der Hand durch das flauschige Fell und legte seine Hände auf ihre Pobacken.

„Nein, laß mal. Wir müssen reden“

Oh-oh“ dachte er „was kommt jetzt?

„Ich weiß nicht, wie es mit uns weitergehen soll“ sagte sie jetzt mit fester Stimme.
„Magst Du mich nicht mehr?“ fragte er ängstlich und wusste nicht, in welche Richtung das Gespräch gehen würde.
„Was? Ach quatsch. Natürlich mag ich dich, das ist es doch gerade“
„Ich verstehe dich nicht, wo ist dann das Problem?“
„Du bist ein Mensch und ich eine Caith“
„Jaaa… und?“

Sophia seufzte. „Als Caithianer ist es völlig normal, daß sich Katze und Kater zur Paarung treffen und dann wieder getrennte Wege gehen. Ein Menschenmann hat normalerweise nur ein Weibchen und lebt dann viele Jahre mit ihr zusammen.“

„Ich verstehe noch immer nicht, worauf du hinaus willst“
„Na, du hast doch hier eine große Auswahl an Menschenfrauen. Und wenn du eine gefunden hast und die Exotik mit einer Nichtmenschenfrau verflogen ist, dann wirst du mich nicht mehr ansehen. Vielleicht will sie dann auch nicht teilen, sondern dich nur für sich haben.“

„Ach was“ versuchte er sie zu beruhigen. „Wenn man offen miteinander redet, und ihr seid nun mal viel offener, als es zu meiner Zeit war, dann ist doch alles in Ordnung“

„Das weiß man eben nicht… was noch so alles passiert“

„Klar, wenn wir morgen in ein schwarzes Loch fliegen, weiß man auch nicht, was passiert“

„Man kann nicht in ein schwarzes Loch fliegen, das heißt nur so, weil… ach …ich weiß, was du sagen willst. Natürlich kann keiner in die Zukunft schauen, zumindest glaube ich das, und wir können nur abwarten, was passiert. Und trotzdem gefällt mir der Gedanke nicht, daß du dich für nur eine Frau entscheiden könntest.“

„Naja, mal ehrlich, wer außer dir und Svea, vielleicht noch Thea, soll sich schon für mich interessieren?"
Sophia zog die Augenbrauen hoch. „Ernsthaft? Gehst du mit geschlossenen Augen durch das Schiff?“
„Achso, du meinst Koshiko. Naja, ob sich da mal was ergibt, keine Ahnung.“
„Klar, so wie sie dich anhimmelt und immer feucht wird, wenn sie neben dir steht“
„Wieso… also, ich meine… woher weißt du, dass sie ‚feucht‘ wird?“
„Das riecht man doch“
„Äh… du vielleicht.“
Sophia musste grinsen. „Ja gut, du riechst das vielleicht nicht. Und was ist mit Susan oder Claire?“
„Wer ist Susan? Und mit Claire meinst du die Ärztin?“
„Susan Edington, aus der Stellardynamik, die Quartierpartnerin von Koshiko und natürlich Claire, die Ärztin“
„Moment, wieso Susan? Und warum ist die mit Koshiko in einem Quartier?“
„Weil beide … sich mögen?!“
„Na, ich mag dich auch und trotzdem haben wir getrennte…oh, ähm, ich verstehe.“

Sophia grinste breit. „Und von deiner heimlichen Verehrerin und Schatten hast du dann auch noch nichts mitbekommen."
„Koshiko? Doch, klar“
„Nein, die meine ich nicht“
„Hä? Wen denn sonst?“

Sie schüttelte leicht den Kopf. „Wenn man sich nicht nackig auszieht und mit dem Hintern wackelt, dann bekommst Du nicht mit, dass man was von dir will, oder?“

Patrick zuckte leicht mit den Schultern und kniff ihr in den Hintern. Sophia lächelte.

„Ja, ich will auch was von Dir, aber nicht heimlich. Also, was meinst du, wer es ist?“
„Keine Ahnung, vielleicht noch die LMO?“
„Interessanter Gedanke, das werde ich gelegentlich erkunden. Nein, Jenny… Jenny Everdeane“
„Und wer soll das sein?“ fragte er ahnungslos.
„Die Frau, die seit mindestens einer Woche immer da auftaucht, wo du auch bist. Dir regelmäßig im Gang entgegenkommt. Jetzt klar?“
„Nö.“
„Sie gehört zur Sicherheit"
„Sagt mir immer noch nichts. Meinst Du, Thea lässt mich überwachen?"
„Hm“ überlegte sie „das könnte natürlich auch sein.“

Dann rieb sie wieder kurz ihre Wange an Seiner und rollte sich zur Seite.

„Duuu?“ fragte sie langgezogen nach einer Weile.
„Was denn?“

Sophia schwieg. Patrick drehte sich zu ihr und schaute sie an. Sie drehte sich dann ebenfalls auf die Seite und schaute ihm ins Gesicht. Nachdem sie tief Luft geholt hatte und dabei kurz seinen Arm streichelte, meinte sie: „Es klingt jetzt vielleicht komisch, aber ich würde gerne eine Stunde oder so alleine sein.“

Da er nicht reagierte, erklärte sie genauer, was sie wollte.

„Ich würde gerne einige Zeit hier alleine in deinem Bett liegen, aber natürlich kann ich dich nicht aus deinem Quartier werfen. Ich … vertraue mir einfach, ich hab‘ da meine Gründe. Bitte.“

„OK“. Etwas irritiert stand Patrick auf und zog sich an.
„Danke, das ist sehr lieb vor dir. Ich mache das auch wieder gut.“

Er nickte nur und verließ wortlos sein Quartier.

Kaum hatte sich die Tür geschlossen, drehte sich Sophia auf den Bauch, knüllte sein Kopfkissen unter sich zusammen und atmete tief seinen Geruch ein. Sie fing heftig an zu **** und drückte ihr Gesicht in das Kopfkissen. Sie schluchzte und durch das Kissen war ihr „lass mich nicht alleine, ich will dich nicht auch noch verlieren“ nur unverständlich zu hören.

Patrick ging den Gang entlang zum Turbolift. So ganz genau war er sich noch nicht sicher, wohin er gehen wollte. Casino? Aboretum?

Als sich die Türen vom Turbolift öffneten, sah er Svea, die sich schon im Lift befand.

„Oh, Hallo Svea“ grüße er freundlich und betrat ebenfalls den Lift.

„Hallo, gut, dass wir uns treffen, hatte ich fast vergessen. Unseren Holotermin mit Thea musste ich um einen Tag verschieben. Also nicht heute Abend, sondern dann morgen Abend. Sagst Du das auch Sophia, bitte.“

„Ähm, ich?“ fragte Patrick etwas verlegen.

„Ja klar, Du SIEHST sie doch bestimmt nachher noch, oder?“ fragte sie wiederum spitzbübisch mit einem lächeln und betonte das ‚siehst‘ extra deutlich.

„Ja,…äh… ja, ich sehe sie nachher noch.“
Svea nickte. „Wenn ich dir einen Tipp, Rat, wie auch immer, geben darf, pass auf“
„Aufpassen? Worauf?“
„Auf die Eigenarten einer Spezies“ erklärte sie geheimnisvoll.

Patrick schaute sie verständnislos an.
Die Türen des Turbolifts öffneten sich.

„Wohin wolltest du?“ fragte Svea und brachte ihn damit aus seinen Gedankengängen.
„Äh… nur etwas spazieren gehen“
„Ah-ja… magst du kurz mit in mein Büro gehen?“

Er nickte und wenige Schritte vom Turbolift entfernt lag Sveas Büro.
Im Büro wurde Svea dann deutlicher.

„Wie du weißt, haben Sophia und ich auch viel Spaß zusammen.“
„Jaaaa….“ antwortete er gedehnt und sparte sich ein „und was soll mir das sagen?“
„Und wir benutzen auch,…naja…wie soll ich das sagen…“ versuchte sie vorsichtig die Erklärung einzuleiten „wir benutzen auch entsprechende künstliche, also nachgebildete,…“
„Dildos?“ half er aus.
„Ja“ sagte sie erleichtert „ich weiß immer nicht genau, wie deutlich ich das sagen darf“
„Wieso?“
„Nunja, ich möchte dich nicht… verschrecken? Traumatisieren?“
„Ich bin inzwischen von Thea einiges gewohnt.“
„Gut, also, ähm, du weißt, was ein Strap-on ist?“
„Ein Umschnalldildo, ja, wahlweise als Hüftgurt mit nur nach außen stehendem Dildo, aber auch mit Doppeldildo, damit die Trägerin auch was in sich stecken kann, dann gibt es das auch mit doppeltem Innendildo damit nicht nur in der…“
„ja genau“ unterbrach sie ihn und nun war sie es, die ihn etwas peinlich berührt ansah.
„Also, was ich sagen wollte… wenn Sophia so richtig in Fahrt gerät, also wenn…, du weißt schon…dann kann sie manchmal ihre Instinkte nicht unterdrücken und die Raubkatze kommt zum Vorschein.“
„Ja, und?“
„Naja, also da hat sie sich auch schon mal in einem Dildo festgebissen.“
„Uhh“ machte Patrick und wollte sich lieber nicht vorstellen, wie das bei ihm aussehen würde.
„Ja und bei Thea…also das behältst du jetzt für dich, sonst wird sie sauer, also sie musste für zwei Tage auf der Krankenstation im Biobett liegen, weil sie diverse angebrochene Rippen und ein verstauchtes Handgelenk hatte.“
„Thea?“ fragte er nach.
„Ja, sie war damals richtig sauer. Da wird sie von so einer Katze einfach durch den Raum geworfen. Sie, die – zugegeben – erfahrene Kämpferin verliert gegen eine Miezekatze. Da hatte sie einige Zeit mit zu kämpfen. Also sei bitte vorsichtig.“ „Hmmm“ brummte er zustimmend und überlegte, ob sie sich vielleicht nur bei anderen Frauen so verhielt, da er sie nicht oder noch nicht so kennengelernt hatte. Seine Schmusekatze mit dem Kuschelfell ein Raubtier?

Nachdenklich verließ er Sveas Büro und ging etwas im Aboretum spazieren. Nach etwa einer Stunde kehrte er in sein Quartier zurück.

Doch noch ein Abend mehr füreinander?

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