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Chapter 9

Was erleben die Nonnen auf dem Rummel?

Würde der Alptraum je enden?

Wollte dieser Alptraum niemals enden? Maria Josepha rannte nackt über den belebten Rummelplatz. Ein Arm über die auf und ab wippenden Titten geklemmt, die andere Hand schützend zwischen ihren Beinen. Natürlich hatte sie keine dritte Hand, mit der sie ihre Kehrseite hätte bedecken können. Und so raste sie an verblüfften Schaustellern und gutgelaunten Besuchern vorbei, die amüsiert ihren vollen, weißen, hüpfenden Pobacken hinterherschauten, riefen und pfiffen.

Ihre größte Sorge war, dass jemand sie erkennen könnte. Die Gefahr war zwar gering, da niemand außerhalb des Klosters sie jemals zuvor ohne ihre typische Nonnenkleidung gesehen hatte, so dass man sie nicht mit dem Kloster in Verbindung bringen würde. Aber jedes Mal, wenn sie in der Menge vor sich eine schwarze Tracht zu erkennen meinte, bog sie vorsorglich ab. Sollte eine ihrer Mitschwestern sie in diesem Zustand sehen, wären ihre Würde und Autorität als Novizenmeisterin auf ewig dahin.

Auf diese Weise verlor sie jedoch schon nach kurzer Zeit völlig die Orientierung. Sie rannte ziellos zwischen den Zelten und Buden entlang, immer auf der Suche nach einer stillen, dunklen Ecke, in der sie sich verstecken könnte. Doch der Jahrmarkt war laut und bunt und schrill. So etwas wie Ruhe oder Langeweile gab es hier nicht.

Unerwartet öffnete sich neben ihr eine Zeltklappe und ein kleiner Mann in einem farbenfrohen dreiteiligen Anzug trat heraus. Mit einer ausholenden Geste lud er sie ein, in den Schutz der Behelfsunterkunft zu kommen. Maria Josepha erkannte ihn sofort. Herr Trapp hatte ihnen kostenlosen Eintritt zum Rummel gewährt und danach hatte er dem süßen, kleinen Mädchen geholfen, das seine Eltern vermisste. So ein Mensch konnte nicht böse sein. Erleichtert nahm sie seine Einladung an.

Im Halbdunkel des Zelts warteten ein niedriger Tisch und ein paar Klappstühle. Daneben stand eine Kleiderstange, an der zu Maria Josephas unendlicher Freude und Erleichterung ihre verlorene Kleidung säuberlich auf Kleiderbügeln aufgereiht war.

Ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, stürzte sie zu den Sachen und zog sich hastig an. Um ihr die nötige Privatsphäre zu gewähren, hatte Herr Trapp sich wie ein Gentleman abgewandt und wartete schweigend, bis sie angekleidet war.

„Ach, wie kann ich Ihnen nur danken? Sie sind mein Retter.“

„Aber nicht doch, keine Ursache. Das ist die Pflicht eines jeden Ehrenmanns, wenn eine Dame in Nöten ist. Kann ich sonst noch etwas für sie tun?“

Es gelang ihm hervorragend, bescheiden auszusehen.

„Tatsächlich ist da etwas, bei dem Sie mir behilflich sein könnten. Ich scheine in dem ganzen Durcheinander meine Schwestern verloren zu haben. Wären Sie vielleicht so nett, eine Durchsage machen zu lassen, dass wir uns umgehend am Ausgang treffen sollen?“

„Aber Sie wollen doch nicht schon aufbrechen?“, seine Stimme klang ehrlich enttäuscht und beinahe ein wenig beleidigt, „Es gibt noch so viele Attraktionen zu besuchen, so viele Wunder zu bestaunen und so viele Freuden zu genießen. Ich würde es außerordentlich bedauern, wenn Sie uns verlassen würden, ohne den Höhepunkt des Tages erlebt zu haben. Und außerdem …“

Er legte eine Kunstpause ein, um die Spannung zu steigern.

„Außerdem sind alle Ihre Mitschwestern bereits hier versammelt.“

Er zog an einem Seil, das von der Decke herabhing, und wie von Geisterhand öffnete sich ein Durchgang tiefer ins Zelt hinein. Dahinter erstreckte sich ein Zuschauerraum mit mehreren Reihen von Stühlen, die alle auf eine breite Bühne hin ausgerichtet waren.

In der vordersten Reihe saßen elf Nonnen und plauderten aufgeregt miteinander, während sie offensichtlich auf die Vorführung warteten. Ein einziger Platz in ihrer Mitte war noch frei.

Eine schwere Last fiel von den Schultern der Novizenmeisterin. Dies war wirklich ein guter Ausgang dieses katastrophalen Abenteuers.

„Sie sind wahrhaft ein Engel. Wie kann ich Ihnen nur danken, Herr Trapp?“

„Ach. Dafür wird sich ganz sicher in Kürze eine Gelegenheit auftun. Machen Sie sich darüber nur keine Gedanken. Und genießen Sie die Show!“

What's next?

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