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Chapter 10
What's next?
Die Zwölf treffen sich wieder
Die jüngeren Nonnen plapperten aufgeregt durcheinander und als Maria Josepha eintrat, sprangen fast alle auf, um die Ältere zu begrüßen.
Nur Maria Andrea blieb geflissentlich sitzen, obwohl sie unruhig hin und her rutschte und das Gesicht verzog, als wäre die Sitzfläche eine heiße Herdplatte.
Auch wenn keine von ihnen wagte, eine laute Bemerkung darüber zu machen, wunderten sie sich, dass die Novizenmeisterin, die sonst immer korrekt und akkurat auftrat, heute ziemlich zerzaust aussah. Sogar eine vorwitzige Haarlocke hatte sich unter ihrer Haube herausgestohlen.
Maria Petra strich immer wieder vorsorglich ihren Rock glatt nach unten, als wolle sie unbedingt ausschließen, dass er auch nur ein kleines Stückchen nach oben rutschte.
Maria Thomas kicherte immer wieder grundlos. Maria Emilia sah derweil skeptisch über ihre Schulter, um zu sehen, ob plötzlich etwas hinter ihr aufgetaucht wäre.
Die untere Hälfte von Maria Brunas Kleidung war klatschnass, als sei sie durch einen Fluss gewatet, was keinen rechten Sinn ergeben wollte.
Und auch die anderen Ordensschwestern wirkten seltsam, verändert oder zerstreut.
„Hat euch der Ausflug auf den Rummelplatz gefallen?“, fragte Maria Josepha in die Runde.
Alle nickten und das ein oder andere verhaltene Ja erklang. Keine der zwölf war aber bereit, in weitere Details zu gehen, was sie auf dem Jahrmarkt erlebt hatte.
„Nun gut, dann ist es wohl an der Zeit, dass wir ins Kloster zurückkehren.“
In der Zwischenzeit war Herr Trapp auf die Bühne getrippelt und stellte sich ganz vorne an den Rand der Plattform. Er sah missbilligend auf das Dutzend Nonnen herunter, das im Aufbruch begriffen war.
„Aber, aber, meine Schwestern, Sie wollen uns doch nicht schon jetzt so vorzeitig verlassen?“
Eine Antwort wartete er gar nicht ab, es genügte ihm, dass er durch seine Frage ein Zögern bewirkt hatte. Flugs hellte sich seine Miene auf.
„Bitte nehmen Sie doch noch einmal Platz. Denn ansonsten würden Sie den Höhepunkt des Tages verpassen, die Schau, weswegen Unzählige aus nah und fern extra unser Theater besuchen, die wahrhaftige Krönung unseres Programms.“
Er warf sich in Pose und wedelte mit den Armen.
„Die einzigartige, die fantastische, absolut unerreichbare Königin des Karnevals! Begrüßen Sie, hochverehrtes Publikum mit mir die Bezaubernde: Fräulein Trickett!“
Er applaudierte mitreißend und stürmischer Beifall brandete auf.
Der Vorhang teilte sich und eine große, exotisch aussehende Frau mit rabenschwarzem Haar und dunklem Lidschatten, gekleidet in ein enges schwarzes orientalisches Seidenkleid erschien. Sie verbeugte sich tief.
„Vielen Dank für diese herzliche Begrüßung! Mit großem Vergnügen präsentiere ich Ihnen meine bescheidene Kunst, die ich von Mönchen in den Bergen bei Shangri-La erlernte.“
Sie legte eine Kunstpause ein, bis sie sicher war, die Aufmerksamkeit des gesamten Saales zu haben.
„Selbstverständlich brauche ich Freiwillige, um die Fähigkeiten anschaulich vorführen zu können.“
Nachdenklich ließ sie ihren Blick über die Sitzreihen schweifen. Abschließend fixierte sie ihre Augen auf die Novizenmeisterin und ihr Gefolge.
„Wie wäre es denn mit Ihnen, meine Damen auf den vordersten Plätzen? Bitte kommen Sie nach oben.“
Ohne genau zu wissen weshalb, erhob sich Maria Josepha und ging gemessen auf die Treppe zu, die aufs Podium führte. Ihre Mitschwestern standen eine nach der anderen auf und folgten ihr im Gänsemarsch. Ganz hinten ging Maria Andrea, die geflissentlich versuchte, ihren zerrissenen Rock zusammenzuraffen. Dennoch schaffte sie es nicht, ihre blanke, rot glänzende Kehrseite vor den Zuschauern zu verstecken, so dass der Aufmarsch von heiteren Rufen und gellenden Pfiffen begleitet wurde.
Oben schritt Fräulein Trickett sehr zufrieden ausschauend vor ihren Versuchspersonen, die sich ordentlich nebeneinander aufgestellt hatten, auf und ab. Dabei hatte sie eine antik aussehende Messingmünze aus einer verborgenen Tasche ihres Kleides auftauchen lassen und drehte sie flink zwischen ihren Fingern.
„Und nun, meine lieben Schwestern, achten Sie ganz genau darauf, was ich tue …“
Soweit in dieser Geschichte - vorerst. Über die Feiertage werde ich es etwas ruhiger angehen lassen.
Ich bin gespannt auf Kommentare und Anregungen :-)
Frohe Ostern!
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Updated on Mar 28, 2024
Created on Mar 1, 2024
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