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Vater und Sohn im Shop

Chapter 6 by Fotzenglotz Fotzenglotz

In dem Moment, als Max den Gedanken „Shop“ in seinen Verstand schloss, geschah etwas völlig Unerwartetes. Es war kein sanftes Einblenden eines Menüs oder ein leises Flüstern im Ohr. Es fühlte sich an, als würde der gesamte Raum um ihn herum einfach… weggerissen.

Ein Sog aus Licht und Schatten umschlang ihn, das Geräusch des Motors und das Rollen der Autoreifen verstummten augenblicklich. Die Realität bog sich, wurde elastisch und verlor ihre feste Form. Max spürte für einen Moment die Schwerelosigkeit, ein kurzes Schwindelgefühl, als würde er durch ein Nadelöhr gezogen.

Und dann: Ein dumpfer Aufprall auf einem harten, aber doch nach altem Holz riechenden Boden. Die Stille der Welt wurde durch das plötzliche Echo von Schritten und das Atmen zweier Männer unterbrochen.

Max blinzelte die Augen auf. Er saß nicht mehr im Auto seines Vaters. Er stand in dem mystischen Laden aus seinem Traum! Der Duft von altem Pergament, exotischen Gewürzen und etwas, das nach elektrischer Spannung schmeckte, strömte ihm entgegen. Die Regale waren vollgestopft mit leuchtenden Artefakten, flüsternden Büchern und seltsamen Gegenständen, die zwischen den Dimensionen zu schweben schienen.

Doch das war nicht das Erstaunlichste.

Direkt neben ihm – so nah, dass er die Wärme von seinem Vater spüren konnte – stand Walter. Sein Vater starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an, seine Hände griffen immer noch in der Luft nach dem Lenkrad, als würde er versuchen, das Auto festzuhalten, das nun nicht mehr existierte.

„Max?“, krächzte Walter. Seine Stimme klang brüchig, völlig verstört. Er sah sich hektisch um, seine Augen huschten von den schwebenden Objekten zu den seltsamen Regalen hin und her. „Wo… wo sind wir? War das ein Blitzschlag? Wo ist die Straße? Wo ist das Auto?!“

Max war wie erstarrt. Sein erster Impuls war es, seinen Vater zu fragen, ob er das auch gesehen hatte – aber er selbst fühlte sich so real in diesem Laden, als wäre der Weg dorthin die einzige Wahrheit. „Papa…“, setzte Max an, doch seine Stimme versagte fast.

„Oh, wie wunderbar!“, erklang plötzlich eine vertraute, melodische und doch leicht spöttische Stimme.

Aus dem Schatten eines riesigen, schimmernden Spiegels trat die mysteriöse Verkäuferin hervor. Sie sah genau so aus wie in seinem Traum: zeitlos schön, mit einem Blick, der tiefer zu gehen schien als das menschliche Verständnis. Ihr Lächeln war breit und zeigte eine Prise Amüsement über den Anblick des völlig verwirrten Vaters.

„Es scheint“, sagte sie und wanderte langsam um die beiden Männer herum, während ihr Blick kurz an Max hängen blieb, „dass du dir einen Begleiter mitgebracht hast, Max. Ein ungeplanter Gast in meinem Laden!“

Walter sah die Frau an, dann Max, dann wieder die Frau. Er wirkte, als stünde er kurz vor einem Nervenzusammenbruch. „Max? Wer ist diese Frau? Wo sind wir gelandet? War das ein Unfall?“

Die Verkäuferin lachte leise. „Kein Unfall, mein Herr. Es scheint nur so, als wäre die Verbindung zwischen Vater und Sohn in diesem Moment… besonders stark gewesen. Er hat dich mitgenommen, ganz nebenbei.“

Max starrte sie an, seine Gedanken rasten. Habe ich ihn wirklich mitgebracht? Die Logik seines Verstandes versuchte verzweifelt zu erklären, wie das möglich war, doch die Realität des Ladens ließ keinen Raum für logische Erklärungen. Er hatte den Shop aufgerufen und – durch die räumliche Nähe im Auto – scheint er seine gesamte Umgebung „mitgezogen“ zu haben.

„Max“, flüsterte Walter, sein Blick wurde panisch, als würde er nach einem Ausweg suchen. „Was ist das hier? Ist das… ein Museum?“

Die Verkäuferin trat vor die beiden und legte ihre Hand leicht auf Walters Schulter, was ihn kurz zusammenzucken ließ. Sie sah Max direkt in die Augen. „Nun, Max… wir müssen sehen, wie wir mit deinem Begleiter umgehen. Er wird ja nun Zeuge deiner Taten sein. Möchtest du deine Punkte erst einmal prüfen?“

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