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Chapter 7 by Daemony Daemony

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Tief unten

Während der letzte Ton der Turmuhr verhallte, wurde Jasmin bewusst, dass sie mit jedem Schlag der Glocke einen Schritt näher auf Matthias zugegangen war.

Er hatte sich nicht bewegt. Nicht eine Handbreit. Er zwinkerte kaum. Er stand einfach da und schaute sie an.

Es kam Jasmin vor, als öffne sein Blick etwas in ihr. Ein Verlangen, ein Bedürfnis, das schon immer da gewesen war, das sich ihr aber erst jetzt offenbarte.

Noch war sie nicht bereit, es sich einzugestehen.

Äußerlich war nichts Besonderes an ihm. Er war weder schön, noch gut angezogen, und auch nicht auf eine herkömmliche Art attraktiv.

Trotzdem fiel es ihr schwer, ihn nicht anzusehen. Es war, als ziehe irgendetwas sie unweigerlich zu ihm.

Plötzlich wurde ihr bewusst, dass sie allein mit ihm war. Tief unter der Kirche, in der Krypta, wohin niemand außer ihr gehen konnte. Niemand würde kommen, um nach ihr zu sehen. Was immer hier unten geschah, niemand würde je davon erfahren. Außer ihm. Und ihr selbst.

Jasmin spürte, wie ihr Herz viel zu schnell schlug. Wärme stieg in ihre Wangen. Sie war ihm so nahe, dass sie meinte, ihn spüren zu können, ohne ihn wirklich zu berühren.

In den wenigen Stunden, seit sie ihn das erste Mal getroffen hatte, war er ihr seltsam vertraut geworden, als sei er schon immer ein Teil ihres Lebens gewesen. Bis dahin verborgen in ihrem Unterbewusstsein. Aber nun umso präsenter und unmöglich zu ignorieren.

Mathias schwieg noch immer. Doch es war nicht so, dass er nichts sagte. Seine aufrechte Haltung, sein erwartungsvoller Blick, zwangen sie dazu, ihm auf die unausgesprochene Frage zu antworten. Sie wusste, dass sie eine Entscheidung treffen musste.

Eine Entscheidung, die sie schon längst getroffen hatte.

Sie nickte kaum merklich.

Matthias trat zur Seite, als habe er diese Antwort erwartet.

Jetzt erkannte Jasmin, was hinter ihm lag. Auf dem Boden der Krypta war ein Kreis gezeichnet, aus Kreide oder einem anderen weißen Pulver, groß genug, dass sich ein Mensch darin niederlegen konnte, ohne die Linie zu berühren. Die Kerzen, die den Raum in goldenes Licht hüllten, waren gleichmäßig entlang des Umfangs angeordnet.

Irgendwie hatte sie geahnt, so etwas hier zu finden.

Sie betrat den Kreis.

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