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Chapter 6
by
Daemony
What's next?
Der Weg nach unten
Jasmin stand vor der geöffneten Tür. Die Stille um sie herum drohte, sie zu erdrücken.
In ihrer Hand lag der Schlüssel. Schwer, aus kaltem Eisen. Sie umklammerte ihn fester. Doch das Versprechen, sie in der Wirklichkeit zu verankern, konnte er nicht einlösen.
Noch konnte sie einfach gehen. Die Kirchentür hinter sich verschließen. Und all dies würde morgen nur noch wie ein böser Traum erscheinen.
Ja, das wäre vernünftig.
Im Pfarrhaus wartete Robert. Auf der Couch im Wohnzimmer. Oder vielleicht auch schon im Bett. In ihrem Ehebett. Dort wäre eigentlich auch ihr Platz. Das wäre der Ort, wo sie Nähe und Vertrautheit suchen und finden sollte.
Aber in ihrer anderen Hand hielt sie den Zettel. Sie musste nicht mehr hinsehen, um zu wissen, was darauf stand. Unzählige Male hatte sie es gelesen. Erwogen, der Aufforderung zu folgen. Sich dann dagegen entschieden. Ihn zerknüllt und weggeworfen.
Nur um den Zettel wieder aufzunehmen und noch einmal zu lesen, obwohl die Worte längst in ihren Verstand eingebrannt waren.
Matthias.
Matthias hatte ihn geschrieben. Er musste es getan haben.
Warum nur war das so wichtig?
Sie schloss die Augen.
Sie sah ihn vor sich, so wie sie ihn das erste Mal gesehen hatte. Seine Augen brannten sich in die ihren. In ihre Seele. Sie wusste, dass sie ihn wiedersehen wollte. Auch wenn es vermutlich ein Fehler war.
Langsam öffnete sie die Augen wieder. Sah die offenstehende Tür zur Krypta. Das flackernde Kerzenlicht dahinter.
Dann setzte sie den Fuß auf die erste Stufe. Der alte, glattgeschliffene Stein fühlte sich unter ihren Sohlen kalt an.
Noch ein Schritt.
Die Kirche blieb oben zurück. Und mit ihr die gewohnte Welt.
Da oben war sie die Pastorin.
Dort unten...
Sie wusste nicht, zu was es sie machte, dass sie den Weg hinab wählte.
Sie nahm an, dass sie sich fürchten sollte. Aber sie hatte keine Angst. Sie war voller Erwartung.
Als sie die letzte Stufe erreichte, weitete sich der Raum. Das Licht der Kerzen tanzte über rissige Fresken und warf Schatten, die sich wie lebendige Wesen bewegten.
Da stand er. Mitten im Raum.
Reglos. Stumm.
Matthias.
Als habe er die ganze Zeit über gewusst, dass sie kommen würde.
Hoch über ihr schlug die Kirchturmuhr elf Mal.
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