What's next?

Theo fragt nach

Das Nachmittagslicht fällt in schmalen Streifen über den Schreibtisch der Lehrerin, über die aufgeschlagene Klassenliste, über die Kaffeetasse mit dem Aufdruck „Lehrer des Jahres" – ein Scherzgeschenk vom Kollegium, das sie nie emtsorgt hst. Theo geht zum Fenster und starrt auf den Parkplatz hinaus, wo ein paar Schüler in Richtung Bushaltestelle schlendern. Seine Finger trommeln gegen die Fensterbrüstung.

„Also," sagt er. „Sie würden das wirklich tun?"

Frau Reiner lehnt sich in ihrem Bürostuhl zurück. Sie hat die Arme verschränkt, und ihr Daumen streicht nachdenklich über den Ärmel ihrer Bluse und öfgnet plötzlich drei Knöpfe des strengen Kragens. Theo bekommt tiefe Einblicke in ihren Ausschnitt. Die Wölbungen ihrer großen Brüsten lucken keck hervor.. „Ich habe es dir erklärt. Du bist achtzehn, du stehst unter Druck, und du kommst seit Wochen nicht mehr zur Konzentration. Das Vertrauenslehrer-Schutzprogramm erlaubt mir, in bestimmten Fällen –"

„Nein, ich meine –" Theo dreht sich um. Sein Blick huscht über die Aktenschränke, die Pinnwand mit den Terminen, die kleine Pflanze auf dem Regal, überall hin, nur um nicht woeder in ihren Ausschnitt zu starren. „Sie würden das wirklich – praktisch – tun. Mit mir."

„Theo." Frau Reiner wartet, bis er sie ansieht. „Ich habe dir ein Angebot gemacht. Wenn du es nicht annehmen willst, dann gehen wir einfach davon aus, dass dieses Gespräch nie stattgefunden hat. Du gehst jetzt, und wir reden am Montag über deine Klausuren."

Theo schluckt. Sein Kiefer arbeitet, als pb er auf etwas kauen würde, das nicht da ist. „Ich – ich muss doch kurz –"

„Du musst gar nichts." Ihre Stimme ist ruhig, die einer Frau, die schon hundert Elternabende überstanden hat. „Aber du stehst hier und sagst mir, dass du keine Jungfrau mehr sein willst, und jetzt, wo ich dir anbiete, dieses Problem zu lösen, überlegst du zu lange."

Er reibt sich den Nacken.

„Es ist nur – ich kenne Sie. Sie sind meine Vertrauenslehrerin. Das ist –"

„Das ist genau der Punkt. Du vertraust mir. Das ist mehr, als die meisten Menschen haben, wenn sie zum ersten Mal –"

„Frau Reiner." Er lacht kurz, ein trockenes, nervöses Geräusch. „Ich kann doch nicht einfach –"

„Du kannst." Sie steht. Der Stuhl rollt ein Stück zurück. „Die Frage ist, ob du willst."

Theo steht jetzt direkt vor ihrem Schreibtisch, keinen Meter von ihr entfernt. Er bemerkt, dass ihre Haare heute anders sitzen – nicht der übliche strenge Zopf, sondern eine lockere Hochsteckfrisur, aus der sich eine Strähne gelöst hat und an ihrer Schläfe kräuselt. Sie trägt keinen Ring. Das hat er schon früher gesehen, aber jetzt fällz es ihm wieder auf.

„Ich – ja. Ja, ich will." Die Worte kommen schnell, als will er sie loswerden, bevor sie sich wieder in seinem Hals festsetzen.

Frau Reiner nickt, ein einziges, kurzes Nicken. Dann wartet sie.

Die Sekunden dehnen sich. Theo räusperte sich.

„Aber – wie – ich meine, was –"

„Theo." Sie seufzt nicht, aber etwas in ihrer Stimme wird weicher, wie ein Seil, das man etwas lockert. „Du überlegst wieder."

„Ich weiß. Ich – es ist nur –"

Frau Reiner schlendert ,an Theo vorbei, zur Tüt und dreht den Schlüssel rum. Nun kann keiner mehr rein, er ist mit ihr allein eingesperrt.

"Lass mich nur machen", sagt die jinge Lehrerin, lächelt sanft und beginnt, ihre Bluse weiter aufzuknöpfen.

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