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Chapter 19 by Redboom Redboom

Was ist Jettes dritter und letzter Wunsch?

Sie will den perfekten Mann.

Das vertraute Kribbeln der geriebenen Lampe durchfährt mich erneut. Mit einer dichten Rauchwolke materialisiere ich mich im Wohnzimmer der 1950er-Jahre-Version von Jettes Haus. Es ist still, niemand außer Jette ist hier. Sie steht da, in ihrem geblümten Kleid, die Lampe fest umklammert, ihre smaragdgrünen Augen funkeln verärgert. Oh, wie ich diesen Ausdruck liebe – eine Mischung aus Wut und verzweifelter Hoffnung, dass sie mich diesmal überlisten kann.

„Jette, meine liebe Meisterin“, säusele ich, schwebe über dem polierten Holzboden und lasse meine goldenen Augen über sie gleiten. „Wie gefällt dir dein neues, einfaches Leben? Ist es nicht genau das, was du wolltest?“ Meine Stimme trieft vor gespielter Sorge, aber innerlich kichere ich. Ich weiß genau, wie sehr sie diese Zeit nervt – die strengen Regeln, die unterwürfige Rolle, die Demütigungen. Ich sehe es in ihren verkniffenen Lippen, in der Art, wie sie die Lampe umklammert, als wollte sie sie zerquetschen.

Jette verschränkt die Arme, ihr Kinn hebt sich stur. „Oh, alles super hier“, sagt sie mit einem sarkastischen Grinsen, das ihre Lüge kaum verbirgt. „Die 50er sind total mein Ding. Kochen, putzen, Händchenhalten mit einem Typen, der mich nicht mal küsst – echt ein Traumleben.“ Ihre Stimme trieft vor Ironie, aber ich spüre den Zorn darunter. Sie will mich austricksen, will mir zeigen, dass sie nicht untergeht. Köstlich.

Ich neige den Kopf, meine Flammenform flackert leicht. „Wenn dir die Zeit nicht gefällt, meine Liebe, kannst du dich zurückwünschen. In deine moderne Welt, mit all ihren… Annehmlichkeiten.“ Ich lasse das Wort in der Luft hängen, lockend, während ich sie beobachte. Sie wird den Köder nicht schlucken, das weiß ich. Sie ist zu stolz, zu stur.

„Zurückwünschen? Und meinen letzten Wunsch verschwenden?“ Jette lacht bitter, ihre Hände ballen sich zu Fäusten. „Nein, ich lass mich nicht nochmal von dir reinlegen. Diesmal mach ich’s richtig.“ Sie atmet tief ein, ihre Augen funkeln entschlossen. „Ich werd meinen Wunsch so genau formulieren, dass du keine Chance hast, ihn zu verdrehen.“

Ich unterdrücke ein Lachen, setze stattdessen eine neugierige Miene auf. „Ich bin ganz Ohr, Meisterin. Sprich deinen letzten Wunsch.“

Jette strafft die Schultern, ihre Stimme wird fest. „Ich will erwachsen sein. Keine Schule, kein Stress. Ich will mein eigenes Haus haben. Und ich will einen Mann – meinen perfekten Traummann.“ Sie stockt kurz, dann sprudeln die Worte aus ihr heraus, als hätte sie sie schon hundertmal durchdacht. „Er soll wohlhabend sein, richtig erfolgreich, so mit einem großen Haus und einem schicken Auto. Er soll männlich sein, stark, jemand, der weiß, was er will. Älter, reifer, so um die 40, mit diesem selbstbewussten Auftreten. Er soll charmant sein, aber nicht so ein Frauenschwarm, sondern jemand, der mich beschützt und für mich sorgt. Dunkle Haare, vielleicht mit ein bisschen Grau an den Schläfen, und so ein markantes Gesicht, das man nicht vergisst…“

Wie erfüllt der Dschinn den letzten Wunsch?

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