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Chapter 20 by Mercadus Mercadus

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Reparatur

Die Nachmittagssonne liegt faul über dem Wohnviertel, wie ein zu warmer Mantel, der niemandem mehr passt. Michelle ist allein in Thomas’ Wohnung, das Fenster offen, Gardinen atmen im Rhythmus des Windes. Sie trägt nichts als ein T-Shirt – seines – und einen dieser Nachmittage, die sich wie Schweigen anfühlen.

Michelle dreht sich, streckt sich, zieht das T-Shirt ein wenig höher, fast beiläufig. Vielleicht weiß sie es. Vielleicht nicht. Sie gähnt. Streicht mit dem Daumen über ihre Unterlippe. Geht zum Bett

Der Heizkörper war nie wirklich das Problem. Rolf stand auf der dritten Stufe der Kellertreppe, nur der Kopf ragte ins Halbdunkel des Flurs. Die Tür zum Schlafzimmer war angelehnt. Nicht genug, um etwas zu hören, aber weit genug, um zu sehen.

Michelle lag auf dem Bett, die Decke bis zur Taille hochgezogen, das Licht war weich, gedämpft, wie durch eine vergilbte Gardine gefiltert. Ihr Blick glitt kurz zur Tür, sie hatte ihn gesehen. Ganz sicher. Eine Sekunde zu lang, zu direkt. Dann wieder zurück zur Zimmerdecke.

Sie sagte nichts. Aber sie wusste. Alles.

Rolf blieb stehen, wie erstarrt. Seine Hand krampfte um den rostigen Schraubenschlüssel, doch das war längst eine andere Art von Werkzeug, das er in sich spürte.

Michelle bewegte sich unter der Decke. Nur minimal. Eine Falte, die sich hob. Ein Atemzug zu tief. Ihre Lippen leicht geöffnet. Kein Ton.

Sie ließ ihn.

Aber nur sehen.

Als er einen Schritt weitergehen wollte – nur einen – bewegte sie den Fuß, wie ein stilles Stoppschild. Kein Wort. Nur dieser kleine Akt der Kontrolle. Es reichte. Er blieb wo er war, draußen

Rolf stand dort, schweigend, schweigend und stumm und starrte.

Sein Blick saugte jedes Flackern ihres Körpers auf wie ein ausgetrockneter Schwamm.

Michelle blieb liegen, unverändert. Ihre Finger unter der Decke, schnell zittern fliegen Finger fingern, ihr Atem leiser, dichter. Unsichtbar und doch wusste Rolf jede Stelle jede Tiefe. Hörte das leichte nasse Schmatzen. Gleiten mit dieser Fingerwippe hinein und heraus.

Sie war der Film. Er war das Kino.

Dann, ohne Hast, setzte sie sich auf. Die Decke glitt zur Seite, bedeckte gerade noch so viel, dass er das meiste sehen konnte, aber nichts Greifbares. Ihre blonden Haare fielen ihr ins Gesicht. Sie sah ihn an – direkt, diesmal. Kein Blinzeln. Keine Angst.

„Jetzt weißt du, wie es ist, nur zu sehen.“

Sie stand auf. Zog die Decke um ihren Körper wie einen Mantel. Und ging. Einfach so. Ins Bad und schloss die Tür.

Dann danach, nach diesem Kontakt lag Michelle wieder auf dem Bett, auf dem Rücken, reglos, die Decke über sich wie ein schweres Gewicht. Ihre Hand zwischen den Beinen – feucht, zittrig, erschöpft. Alles in ihr war glühend und leer zugleich. Nicht wegen Rolf. Sondern weil sie es zugelassen hatte. Ihn. Sein Blick. Die ungeheure Nähe ohne Berührung.

Es hatte sie aufgeladen, aufgewühlt, fast zerrissen. Ließ sie auslaufen, konnte ihre Fingerspitzen hören.

Sie tagträumte sich hinweg, Rolf mit seinem kohlenschaufelgrossen Hände. wie er sie umdreht, ihr Höschen nach unten zieht, dass es zerreißt. Ihren Hintern tastet und ausholt, schlägt schlägt drischt immer wieder bis sie keucht. Er seine Spuren hinterlässt, ROT BLAU HEISS

Dann blitzt der Gedanke an Andreas auf, er greift ihre Brüste ab. zieht an den Nippeln, dass sie jede Richtung mitgehen muss, eine Choreographie brennender **** in den Warzen, brutaler Griff. Die beiden holen sich Mädchen wie sie eines ist und zerlegen sie. stopfen Finger und Zungen und ihre Fickmonster in sie, in die Enge. bleiben stecken, Eicheln wie Widerhaken FUUAAAACCK

Ihr Orgasmus kam nicht wie eine Explosion. Eher wie ein Riss. Ein leiser, kaum hörbarer Bruch tief in ihr drin. Sie zuckte nicht. Kein Schrei. Nur ein tiefes, kehliges Stöhnen, das sich in das Kissen unter ihrem Gesicht vergrub. Eine Erlösung, die wehtat, weil sie sich selbst erschreckt hatte. Solche versaute Verdorbenheit

Und dann – Stille.

Nur der leise Nachhall ihres Herzschlags im Kopf.

Langsam richtete sie sich auf. Das Laken klebte ein wenig an ihrer Haut. Die Luft im Raum war warm, zu warm. Sie ging zum Fenster, öffnete es ein Stück. Frische, klare Abendluft.

Und dann sah sie es.

Am Teppich, direkt vor dem Fussende am Bett: zwei dunkle, leicht schiefe Fußabdrücke. Deutlich. Vom Dreck des Kellers. Von Rolfs Schuhen. Wie in ihrem Wichstraum diese Spuren von ihm.

Er war da gewesen. Länger als sie dachte. Näher.

Sie trat einen Schritt zurück, wie instinktiv, als könne sie die Spuren damit verschwinden lassen. Aber sie blieben. Eingetreten. Eindeutig. Wie ein Nachbeben.

Keine Angst. Kein Ekel.Nur dieses eine, verdammte, vibrierende Wort: *Mehr* aber nicht alleine

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