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Chapter 10

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Rapunzel Z.08

Die Hexe legte nachdenklich einen Finger an ihre Wange, während sie den nackten, jungen Mann mit ihren eiskalten Augen weiter taxierte.

„Hm? Vielleicht gibt es tatsächlich eine Art Befriedigung, die du mir verschaffen kannst."

Mit spitzen Fingern löste sie den Verschluss ihrer Robe und streifte das weite Gewand ab. Darunter kam ein überraschend mädchenhafter Körper zum Vorschein, der nicht recht zu den Augen, die einen jahrzehntelang genährten Hass versprühten, passen wollte. Wenn Nastur dieses Wesen unter anderen Umständen getroffen hätte, wäre er sicher davon ausgegangen, dass sie jünger als er selbst war.

Lange, glänzende, tiefschwarze Haare fielen ihr vom Haupt über die Schultern. Bis auf ein weinrotes Lendentuch, das von einer zierlichen silbernen Kette um ihr Becken gehalten wurde, war sie unbedeckt, so dass er ihre überall makellose, leicht gebräunte Haut sehen konnte. Ihren niedlichen Bauchnabel zierte ein glitzerndes Piercing, von dem drei weiße Perlen herabhingen. Am faszinierendsten waren jedoch ihre großen und doch fest und straff aussehenden Brüste. Deren münzgroße Vorhöfe hatten die kräftige Farbe süßer dunkler Kirschen und zu Nasturs unbeschreiblichem Erstaunen waren die deutlich hervorstehenden Nippel von je einer kurzen silbernen Nadel durchbohrt, an deren Enden kleine rote Vogelfedern bei jeder Bewegung des schlanken, jugendlichen Körpers bebten und flatterten.

„Ah, offenbar gefällt dir mein Schmuck", ein erfreutes Lächeln entblößte perlmuttfarbene Zähnchen.

„Ja, sehr." Nastur musste für diese schmeichelnde Antwort noch nicht einmal lügen. Nie zuvor hatte er eine derart betörende Frau kennen gelernt. Aber noch beschäftigte ihn die Angst um die Sicherheit seiner Schwester zu sehr, als dass er an etwas anderes denken konnte. Im Bemühen, die Aufmerksamkeit der Hexe nicht auf sie zu lenken, vermied er, Urtica direkt anzusehen, vergewisserte sich aber durch Seitenblicke, dass sie in keiner unmittelbaren Gefahr war. Offenbar bekam sie trotz des unsichtbaren Knebels ausreichend Luft.

„Ich muss zugeben", gurrte das bezaubernde Wesen, „auch du gefällst mir. Möglicherweise kannst du mich tatsächlich davon überzeugen, dass Hass heute das falsche Gefühl ist. Komm her!"

Nastur folgte der Aufforderung ohne zu zögern, achtete dabei aber darauf, die wenigen Schritte so zurück zu legen, dass die Zauberin sich immer mehr von Urtica abwenden musste, wenn sie ihn beobachten wollte. Auf Armeslänge hielt er kurz inne, dann überwand er die kurze Distanz und beugte sein Gesicht zum Kuss zu ihr herab. Überrascht stellte er fest, dass sie fast einen ganzen Kopf kleiner war als er, denn in ihrem selbstbewussten, bedrohlichen Auftreten hatte sie deutlich größer gewirkt.

Die Berührung der weichen Lippen nahm ihm die letzte Scheu, und als sich ihre Zunge nach vorne schob, ging er bereitwillig darauf ein. Eng schmiegte das Paar seine Körper aneinander. Der sinnliche Kuss begann, ihn spürbar zu erregen, was seine Partnerin unmittelbar wahrnehmen konnte. Eine zierliche Hand stahl sich zu seinen Lenden und liebkoste seine wachsende Männlichkeit, während er Kopf, Hals und Rücken seiner Gespielin streichelte.

Nach Atem ringend lösten sich endlich ihre Münder. In den mit Kajal betonten Augen, die hungrig zu ihm aufsahen, loderte nun ein anderes, heißeres Feuer. Nastur ließ sich nach hinten auf den Teppich sinken und wollte den warmen Leib, den er in den Armen hielt, mit sich zu Boden ziehen. Sie aber befreite sich aus seiner Umarmung und stellte sich stattdessen breitbeinig über ihn.

Mit langsamsten Bewegungen, die seine Geduld auf die Probe stellen sollten, zog sie ihr Lendentuch unter der Kette hervor und enthüllte Stückchen um Stückchen das Geheimnis, das darunter verborgen war. Dann riss sie es zuletzt zur Seite und ließ den dünnen Stoff flatternd fliegen.

Nastur konnte nicht vermeiden, sie von unten anzustarren. Das Geschlecht, das sich ihm offenbarte, war bis auf eine schmale, jungfräuliche Spalte völlig glatt und nur einen zarten Hauch dunkler als die umgebende Haut. Nicht der geringste Flaum behinderte den Blick auf die noch geschlossene Pforte ins Glück. Lediglich die Andeutung eines rötlichen Schimmers und verräterisches Glitzern von Feuchtigkeit, die ihren Weg ins Freie fand, gaben Hinweise darauf, dass die Frau bereit war, ihn einzulassen.

Urtica kam sich vergessen vor. Sie konnte sich noch nicht recht entscheiden, ob dies ein gutes oder ein schlechtes Zeichen war. Sie hatte eine Ahnung davon, was ihr Bruder beabsichtigte, war sich aber nicht ganz sicher, ob das gut war. Probeweise zog sie an den unsichtbaren Fesseln, konnte aber weder Hände noch Füße auch nur einen Millimeter bewegen. Die beschämende Stellung, in der sie mitten in der Luft hing, gab ihr zudem keinen Ansatzpunkt, ihre Kraft zielgerichteter einzusetzen.

Zumindest behinderte der Knebel, der sie stumm machte, nicht ihre Atmung. Dies war ein Lichtblick und sie beschloss abzuwarten, ob die Konzentration der Hexe und damit die Kontrolle über die Bänder, die ihre Gefangene hielten, irgendwann nachließen.

Besorgt nahm sie zur Kenntnis, wozu sich ihr Bruder hergab. Sie verstand nun, was das Harte gewesen war, das Nastur gegen ihren Rücken gedrückt hatte, als er hinter ihr im Bett lag. Sie befürchtete, dass sie, selbst wenn sie den Kopf hätte wegdrehen können, was die Stränge um ihren Kiefer aber verhinderten, dies nicht tun würde. Denn ihre Scham, die sie empfand, als sie ihn erregt wie einen jungen Bullen sah, war mit Neugier vermischt.

Als sie erkannte, wie nahe sie und ihr Bruder im Bett daran gewesen waren, etwas Verbotenes zu tun, erschrak sie zutiefst. Andererseits, da war sie sich ziemlich sicher, war es eigentlich auch nicht gestattet, bei dem zuzusehen, was sich mit Sicherheit in Kürze zwischen dem Pärchen vor ihren Augen abspielen würde. Warum wollte sie dann nicht, wie es sich gehört hätte, die Augen schließen oder sich abwenden?

Im Gegenteil überkam sie eine Art Gefühl, das sie auch verspürte, wenn sie die tuschelnden und kichernden Zofen belauscht hatte. Hatte sie sich damals jedoch mangels Erfahrung nur vage Bilder zusammengereimt, spielte sich hier direkt vor ihren Augen die Realität ab. Neben einer beinahe kindlichen Neugier, die sie erfasst hatte, war da aber noch ein deutlich stärkeres, erwachseneres Gefühl, das sie dazu trieb, das gebotene Schauspiel genauestens zu verfolgen.

Da die beiden auf dem Teppich keine Notiz von ihr nahmen, konnte sie sich vorstellen, dass sie das Geschehen heimlich wie aus einem Versteck beobachtete. Dies nahm ihr jegliche Vorbehalte und erlaubte ihr, die Bilder direkt auf sich wirken zu lassen. Urtica spürte eine wohltuende Wärme in sich aufsteigen, während sie darauf wartete, dass ihre Phantasien Wirklichkeit wurden.

Die Frau, die ihr Bruder Gothel genannt hatte, senkte ihren unheimlich geschmeidigen Leib auf ihn herab. Doch nur soweit, dass sie gerade die Spitze seines steil aufgerichteten, zuckenden Glieds berührte. Von hinten sah Urtica zwischen den gespreizten Beinen der anderen hindurch, wie ein zäher Tropfen klarer Flüssigkeit an dem tiefroten Pfahl hinab lief. Sie fragte sich, ob dieser von ihm oder vor ihr stammte. Dabei stellte sie fest, dass sie selbst sich ebenfalls feucht fühlte.

Ein beinahe schmerzhaftes Ziehen durchzuckte ihren eigenen Unterleib, als sie wahrnahm, dass die Zauberin sich ein kleines Bisschen nach unten bewegte. Der Ständer ihres Bruders war dick angeschwollen, insbesondere seine dunkelrote Spitze, die zur Hälfte in der Vagina der Frau verschwand. Urtica vermeinte fast, selbst zu spüren, wie es sich anfühlte, einen Mann in sich eindringen zu lassen, obwohl sie es noch nie am eigenen Leib erlebt hatte.

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