Entspannt sich die Situation jetzt?

Quällende Ungewissheit

Chapter 150 by petra1 petra1

Auf der Bank vor der Feuerstelle entbrennt eine intensivere Diskussion. Ich hänge immer noch hilflos in der Scheune, kann aber jedes Wort klar verstehen – ob ich will oder nicht.

Anfangs ist die Stimmung noch aufgewühlt. Maria klingt empört:

„Also das ist doch völlig pervers! Wie kann man einen Menschen so zur Schau stellen?“

Peter stimmt zunächst zu, klingt aber schon etwas neugieriger: „Das geht echt zu weit, oder?“

Lukas versucht, ruhig zu bleiben und zu erklären. Seine Stimme ist noch etwas unsicher, aber er gibt sich Mühe:

„Ich weiß, wie das von außen aussieht… Aber für uns ist es ein Spiel mit ganz tiefem Vertrauen. Der Reiz für Sonja liegt in der völligen Abgabe der Kontrolle. Sie muss nichts entscheiden, nichts verantworten. Das löst extrem intensive Hormonausschüttungen aus – Endorphine, Adrenalin, alles auf einmal. Es ist wie ein Rausch. Und ja… ich war am Anfang auch sehr widerwillig. Ich bin eigentlich nicht der Typ für so extreme Sachen. Aber sie hat mir gezeigt, wie wichtig es ihr ist… und jetzt merke ich selbst, wie stark das verbindet.“

Es wird eine Weile still. Man hört Besteck und das Knistern des Feuers. Die beiden scheinen sich inzwischen etwas zu entspannen und zu essen.

Peter klingt nun deutlich interessierter:

„Hm… wenn ich ehrlich bin, finde ich das schon irgendwie faszinierend. Diese totale Hingabe. Der Gedanke, jemandem so viel Macht zu geben… das hat schon einen gewissen Reiz. Würde ich selbst vielleicht nicht machen, aber… ich verstehe langsam, warum manche Leute darauf stehen.“

Maria scheint noch hin- und hergerissen, wird aber ruhiger. Man hört, wie sie etwas trinkt, dann sagt sie nachdenklich:

„Ich muss zugeben… ich hatte auch schon die Phantasie, so hilflos ausgeliefert zu sein.“

Der Satz trifft mich wie ein Blitz.

Maria. Die Frau, die gerade noch geschrien hat, als sie mich sah. Sie hat dieselbe Fantasie.

Lukas klingt überrascht: „Wirklich?“

„Ja…“, antwortet sie leise, fast ein bisschen verlegen. „Nicht so extrem wie das da drin. Aber die Vorstellung, die Kontrolle komplett abzugeben, gefesselt zu sein, nicht zu wissen, was passiert… das hat mich schon öfter beschäftigt.“

Peter lacht leise, etwas ungläubig, aber nicht abwertend. Die Stimmung am Feuer wird immer entspannter, fast schon vertraulich. Sie unterhalten sich jetzt über Grenzen, Vertrauen, Fantasien – als würden sie sich schon länger kennen.

Ich hänge derweil weiter in meiner X-Position, blind, geknebelt, sabbernd, mit dem dicken Plug und den schweren Klammern. Mein Körper brennt vor Scham, Anspannung und Erregung.

Die drei da draußen reden ganz offen über Dinge, die mich betreffen – während ich hier wie ein Ausstellungsstück hänge und jedes Wort mit anhören muss.

Es ist demütigend. Es ist aufregend.

Und es fühlt sich an, als würde die Situation gerade eine völlig neue Wendung nehmen.
Und sehr glücklich, dass die beiden nicht traumatisiert sind, gar über eigene Reize reden.

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