Verlassen die Fremden bald den Platz?
Lukas fordert die Fremden heraus
Marias Geständnis gibt mir eine seltsame, fast beschämende Genugtuung.
Es ist tröstlich zu hören, dass nicht nur ich diese dunkle, intensive Lust spüre. Dass andere Frauen – sogar eine, die gerade noch geschockt geschrien hat – ähnliche Fantasien haben. Für einen kurzen Moment fühle ich mich weniger allein mit meinen dunklen Seiten.
Doch dann kommt der Schock.
Lukas sagt ganz ruhig, fast beiläufig: „Sonja liebt es auch, wenn Fremde mit ihrem Körper spielen.“
Im ersten Moment könnte ich ihn erwürgen. Das stimmt nicht! schreit es in mir. Aber schon während ich das denke, muss ich mich selbst korrigieren. Es stimmt doch. Nicht immer, nicht bedingungslos – aber in geschützten Spielsituationen, in denen ich mich sicher fühle, finde ich genau diesen Reiz tatsächlich sehr stark. Und ich habe es Lukas gegenüber auch so kommuniziert.
Trotzdem. Ihn das jetzt so offen sagen zu hören, während ich hier hilflos hänge, ist demütigend.
Ich spüre genau, worauf Lukas hinauswill. Er versucht, die beiden langsam zu bewegen, Hand anzulegen. Peter scheint tatsächlich Interesse zu haben. Ich höre ihn leise lachen und etwas von „geilem Weib“ murmeln. Maria hingegen ist noch zurückhaltend, fast schon abwehrend.
Da sagt Lukas mit einem leichten Lachen in der Stimme: „Sonja beißt nicht…“
Er macht eine kurze Pause, dann wird seine Stimme wieder ruhiger, beinahe verführerisch:
„Sie ist das ideale Übungsobjekt für sinnliche Berührungen. Ganz ohne zusätzliche Zuschauer. Nur ihr zwei. Ich sehe von der Bank aus nichts, Sonja sieht auch nichts. Und ihr werdet erstaunt sein, wie ihr Körper reagiert… wie er pulsiert.“
Die Worte hängen schwer in der Luft.
Ich höre, wie Maria leise Luft holt. Sie scheint plötzlich doch etwas Interesse zu entwickeln. Die Stimmung am Feuer verändert sich spürbar – neugierig, aufgeladen, unsicher.
Und ich sehe es kommen.
Das nächste Abenteuer rast in Riesenschritten auf mich zu. Zwei fremde Menschen, die gerade noch geschockt waren, überlegen nun ernsthaft, mich anzufassen. Mich zu berühren. Mich zu benutzen.
Während ich blind, geknebelt und vollkommen bewegungsunfähig in dieser Scheune hänge.
Mein Körper zittert bereits vor Anspannung. Zwischen meinen Beinen pocht es heftig, obwohl die Angst noch immer in meinen Adern rauscht.
Es gibt kein Zurück mehr.
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