Wie geht es weiter ?
Julias neuer Job
Der dicke Fotograf hatte die Kamera auf einem Stativ befestigt und schaute durch den Sucher. „Setz dich aufs Bett, mit dem Rücken zur Wand, Mädchen. Ein Bein ausstrecken, das andere unterschlagen. Und dabei Lächeln! Das Haar mehr nach vorne, ein bisschen wild. Die Raubkatze wartet auf ihren Lover.“ Der Fotograf lachte. „Der Schmollmund steht dir gut. Du könntest mehr Lippengloss vertragen.“ Ein junges Mädchen brachte ihr eine Schminkpalette und puderte über Julias Gesicht.
Julia schaute in den Spiegel und schminkte sich die Lippen kirschrot. Dann setzte sie sich wieder mitten aufs Bett. Der Fotograf gab weitere Anweisungen, die Julia zwar befolgte, die sie aber ziemlich hirnrissig fand. Als er dann noch einen roten Scheinwerfer einschaltete, meckerte sie schließlich los. „Was werden denn das für blöde Fotos? Macht ihr Kataloge für Wäsche, oder was? Ich würd‘ mir kein einziges Teil davon kaufen!“
Der Fotograf grinste, die Zigarette im Mundwinkel. „Von welchem Stern kommst du denn? Wir machen Magazine für einen ganz speziellen Kundenkreis, in Ausnahmefällen auch Fotos für Privatkunden. Hat dir denn Rainer nichts erzählt?“ Julia schluckte nervös. „Rainer hat nur von Probeaufnahmen geredet.“ „Na klar. wir kaufen ja keine Katze im Sack. Aus dir könnt‘ was werden, wenn du erst deine Hemmungen über Bord schmeißt.“
Julia kochte innerlich. Sie würde zwar gern Model werden, aber doch nicht für Sexmagazine! Sie rutschte vom Bett. „Da mach‘ ich nicht mit.“ „Mach keinen Quatsch, du bist doch ganz gut.“ „Ich steh‘ aber nicht auf so was“, fauchte Julia und griff nach ihren Kleidern, um sich anzuziehen. „Rainer wird verdammt sauer sein, wenn du die Aufnahmen schmeißt!“ Die Stimme des Fotografen hatte plötzlich einen drohenden Unterton.
Julia zögerte. Sie wollte Rainer auf keinen Fall verärgern, nachdem er ihr diesen Job besorgt hatte. „Aber ich möchte mir die Fotos vorher ansehen. Und ich möchte auf keinen Fall, dass Nacktfotos von mir im Internet erscheinen“, meckerte sie. „Natürlich nicht“, versicherte der Fotograf und verdrehte dabei die Augen, denn genau das stand ja explizit in dem Vertrag drin, den Julia ohne ihn genau durchzulesen bereits unterschrieben hatte …
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