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Chapter 6 by TinaMeier

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Abkassiert

Die Bluse war noch nicht trocken und nun an einigen Stellen transparent, als ich wieder am Straßenrand stand. Wie sollte ich so mit einem Taxi nach Hause fahren? Ich wünschte, ich hätte Ersatz für die mit Sperma eingesaute Bluse. Während ich noch überlege, ob die Spermaflecken nicht so auffallen, wenn ich meine Jacke aus dem Versteck hole und darüber ziehe, höre ich ein Auto hinter mir halten. Ich schaue hoch und erkenne den Wagen meines Kollegen. Gott sei Dank, denke ich, er hat umgedreht, um mir meine Handtasche zurückzubringen. Ich gehe zu seinem Auto und versuche direkt die Beifahrertür zu öffnen, doch sie ist verschlossen. Durch das Fenster sehe ich ihn breit grinsen, dann läßt er die Scheibe herunter.

Ich schaue hindurch und er sagt immer noch grinsend: "Da hat dich aber einer eingesaut." Ich spüre, wie ich schlagartig rot werde, denn mir wird bewusst, dass ich nun keine Ausrede mehr habe, für ihn ist nun klar, dass ich anschaffe, auch wenn das heute zum ersten Mal war. Er langt in den Fußraum und hebt meine Handtasche hoch."Willst du die wiederhaben?" Ich greife durch das Fenster nach der Tasche, doch er zieht sie weg. "Nicht so schnell, wie wäre es mit einem Finderlohn?""Was?"Frage ich überrascht. Er betrachtet, dies aber als Aufforderung und fragt:"Wie viel hast du denn verdient? Zeig mal her!" Ich hole die 40 Euro raus.

Mit einer Geste gibt er mir zu verstehen, dass ich sie ihm geben soll. Was ich dann auch mache."Das ist aber nicht viel."Tadelt er mich und gibt mir die Tasche."Da wird der hier wohl was extra kosten."Er zeigt mir meinen Schlüsselbund. Ich schlucke, als ich meinen Autoschlüssel sehe."Was der, dir wohl wert ist?" Ich halte vor Schreck die Luft an, was wird er wohl fordern? Er klappert mit dem Schlüsselbund vor meiner Nase herum. Nicht nur der Autoschlüssel hing daran, auch Wohnungs-und einige Firmenschlüssel. Ich bettele: "Bitte geben Sie mir die Schlüssel." Er zieht die Hand zurück:"Na gut ich will mal nicht so sein. Für 100€ bekommst Du ihn zurück."

Ich stottere:"Aber, aber die habe ich nicht." Er lacht gekünzelt: "Dann verdien sie dir und schick mir eine SMS, wenn du die Kohle hast." Ohne ein weiteres Wort fährt er vor meiner Nase die Scheibe wieder hoch und fährt davon. Wütend und ratlos stehe ich nun wieder alleine auf dem Straßenstrich. Hat mich mein Kollege da etwa gerade abkassiert und weiter anschaffen geschickt? Dieser Mistkerl, ich bin doch keine Nutte, oder vielleicht doch? Schließlich hatte ich mir eben erst, von einem Mann für 40€ auf die Brüste spritzen lassen. Das ist alles Max Schuld, versuche ich mir einzureden, er und sein dämliches Nuttenrollenspiel. Wie sollte ich nun aus dieser Nummer wieder rauskommen? Erst mal brauche ich aber meine Schlüssel zurück.

Sollte ich die 100€, die er verlangte wirklich hier auf dem Strich verdienen? Wie viel Geld habe ich noch in meinem Portemonnaie, überlege ich, wenn es nicht reicht, dann könnte den Rest einfach vom nächsten Geldautomaten abheben. Ich öffne meine Handtasche und schaue hinein und bekomme den nächsten Schock. Mein Portemonnaie war leer. Bargeld, EC-Karte, Kreditkarte, Führerschein und Personalausweis, alles weg. Mir wird schlecht und ich ahne Übles. Mit Sicherheit hatte er jetzt alles. Hatte ich nun noch andere eine Wahl als das für das Geld anzuschaffen? Ratlos und nervös laufe ich auf und ab.

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