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Chapter 17 by The Pervert
Ein richtiges Ziel für Sashiiras Suche ?
Ein Ziel ja, aber auch ernste Probleme.
Neue Hoffnung flammte in Sashiira auf. Ihr Gesicht leuchtete geradezu vor Freude auf. Der Mosuul aber dämpfte diese Freude sogleich mit seinen hochgezogenen Augenbrauen.
„Sei nicht zu erfreut. Ich weiss nicht ob dir dieses Wissen viel hilft.
Auf der Insel Xapini leben die Magier von Worst. Sie haben sich seit Jahrhunderten auf die Magie der Bilder und Worte spezialisiert. Ihre Magischen Amulette sind bekannt und mit die mächtigsten Waffen. Aber wie bei vielen Geschriebenen oder gemalten Sachen sind ihre Werke sehr anfällig gegen Wasser und Schmutz. Deshalb erfanden Sie Magische Amulette, die Sie ihre Kunden wie eine Tätowierung tragen. Diese Magie ist sehr mächtig und teuer. Zwar kann jeder die Magier aufsuchen, aber ihre Hilfe ist sehr teuer. Und um zu ihnen zu gelangen musst Du dich nach Xapini begeben. Dorthin kommst Du nur über Gamlabar, der reichen Stadt.
Der Name sollte dich nicht zu sehr schrecken. Dort ist das Leben nicht teurer als hier, aber die Insel Kaslar auf der Gamlabar steht ist weit entfernt. Die Reise dorthin ist lang, gefährlich und teuer."
„Die Gefahr schreckt mich nicht." erklärte Sashiira.
„Das glaube Ich dir. Aber Du wirst besser wissen als Ich das Du schon nicht von dieser Insel fortkommst."
Sashiira liess den Kopf hängen.
„Allerdings." flüsterte Sie matt.
„Ausserdem gibt es da noch ein Problem. Deinen Freund."
Sashiira nickte. Das hatte Sie nicht vergessen. Sie würde für seine Behandlung lange und hart arbeiten müssen. Und Sie wusste nicht einmal was und wo und wie.
„Ich habe euch bis hierher geholfen. Du hast durch deine Tat unserem Gott gefallen und das Geheimnis deiner Tätowierungen ist Entschädigung genug für einen Tag eurer beider Pflege. Aber wir müssen überlegen wie es weitergeht. Dein Freund braucht noch lange Zeit Führsorge und Pflege. Und zwar die eines Heilers, denn seine Verletzungen sind schwer und können nicht nur von selber heilen. Und Du sagtest Ihr habt kein Geld."
„Nein. Ich hoffte Ich könnte für euch arbeiten." gestand Sashiira und schaute den Mosuul an. Sie verkniff sich einen traurigen Blick zu zeigen, obwohl ihr schwer ums Herz war. Sie hätte sich geschämt so auszusehen als ob Sie mit ihrer Verzweiflung seine Güte ausnutzen wollte. Der Mosuul lächelte, aber auch er wirkte unglücklich.
„Arbeiten. Du kennst unseren Gott und unsere Lebensweise nicht, nicht wahr ?"
Sashiira schluckte.
„Nein. Ich brachte Tavolori zum nächsten Tempel den Ich kannte. Erst die Molluske sagte mir wo ich hier bin."
„Ja, Ich verstehe. Du bist hier im Tempel der As´sheen geweiht dem Gott Shae-Mugan, dem Helfer der Starken."
„So sagte Sie mir, aber ich kenne diesen Gott nicht. Ich habe aber weniger schmeichelhafte Dinge über ihn gehört, und sein Name klingt nicht unbedingt sehr ermutigend."
Jetzt lächelte der Mosuul wieder freier.
„Das ist ein Trugschluss dem viele Menschen erliegen. Lass es mich dir erklären."
Er goss ihnen beiden eine weitere Tasse Kifa ein, aber Sashiira hatte im Moment genug von dem Gebräu. Sie war eher gespannt auf die Erklärung Melquarions.
„Du weißt es gibt viele Götter in Aarandor. Jeder besitzt Tempel und Priester und ist mehr oder weniger beliebt. Unser Gott nun gehört zu der Sorte die sich tatsächlich um die seinen kümmert. Und er ist ein strenger, aber gerechter Gott. Und er weiss um die Natur des Menschen.
Sage mir, wen hälst Du für einen starken Menschen ?
Zwei Männer sehen eine Brücke einstürzen. Der eine ist kräftig, denn er trägt täglich schwere Lasten. Der andere ist schwächer denn er verkauft Waren. Der starke hält einen Träger bis alle Leute darunter in Sicherheit sind und kann sich selbst im letzten Moment retten weil er glaubte, das er kräftig genug ist. Der andere weiss, das er zu schwach ist alle zu retten, versuchte es aber trotzdem und stirbt bei dem Versuch. Wer war stärker ?"
„Natürlich der überlebende Mann. Er konnte nur überleben weil er stark war." antwortet Sashiira. Sie fand die Frage merkwürdig.
„Ein guter, reicher Mann will ein Kind kaufen weil er selber keines Zeugen kann. Zwei Familien haben viele **** und leben in solcher Armut, das Sie ihre **** kaum ernähren können. Er bietet genug Geld das die **** besser über die Runden kommt. Während die eine Mutter sich weigert und kämpfen würde um sich von keinem ihrer **** trennen zu müssen gibt die anderen ihr jüngstes Kind für Geld fort. Welche ist stärker ?"
„Natürlich die Mutter. Die um ihr Kind kämpft."
Der Mosuul lächelte.
„Ein letztes Beispiel : Zwei Männer wollen ihrem Gott ihre Liebe beweisen. Dieser verlangt „Gebt mir von eurem Brot oder baut mir einen Turm." Beiden reicht Ihr Essen kaum aus. Trotzdem opfert der eine Mann davon jeden Tag die Hälfte während der andere jeden Tag einen grossen Stein auf den nächsten stellt und so einen Turm baut.
Wer ist stärker ?"
„Also ... Natürlich der Mann der den Turm baut."
„Schön. Was währe nun wenn Ich sage deine Antworten waren alle falsch."
„Wieso ?"
„Braucht es nicht mehr Kraft etwas zu tun, von dem man genau weiss, das man selbst dabei stirbt, selbst wenn man anderen damit hilft ?
Braucht es nicht mehr Kraft sich von einem seiner **** zu trennen, selbst wenn man weiss, das es gut leben wird und um das Leben der anderen zu sichern, als stur darauf zu beharren alle zu behalten und eines oder mehrere für immer zu verlieren ?
Braucht es nicht mehr Kraft sich von etwas zu trennen das man selbst zum leben braucht als eine Arbeit zu tun und sei Sie noch so schwer ?
Und braucht es nicht mehr Kraft einen Freund unter Einsatz seines Lebens zu helfen und zu verteidigen obwohl er schon fast tot ist ?"
„Oh. - Du meinst ..."
„Es geht nicht unbedingt darum ob etwas besonders schlau ist. Aber wenn jemand ohne Rücksicht auf sein eigenes Wohl etwas für andere tut. Und gerade wenn er weiss, das er sich selbst damit mehr schadet als er gutes für jemanden anderen bewirkt, dann ist dies ein Starker. Und diese Menschen sind es denen die Aufmerksamkeit unseres Gottes gilt.
Auch Du hast bewiesen das Du stark bist. Deshalb haben wir dir auch geholfen. Aber Shae-Mugan will das die Menschen weiterhin erst tun was in ihren eigenen Kräften steht. Er gewährt kleine Hilfen und Gaben, aber er will nicht die Kräfte der Menschen lähmen indem sie sich darauf verlassen das er ihnen immer hilft."
„Hilf dir selbst dann hilft die Shae-Mugan." murmelte Sashiira.
„Lerne deine eigene Stärke kennen und nutze Sie. Sie ist grösser als Du glaubst."
„Ich glaube Ich verstehe."
„Dann wirst Du auch das verstehen : Unser Tempel fordert keine Opfer von den Menschen, aber wir nehmen was man uns freiwillig gibt. Statt dessen arbeiten auch wir gegen Lohn. Wenn wir Kranke heilen und pflegen lassen wir es uns bezahlen. Dabei verlangen wir von den Reichen mehr als von den armen, aber selbst diese müssen uns bezahlen. Aber wir dürfen keine fremden Arbeiter für uns dulden. Was bei uns zu tun ist müssen WIR tun. Es gibt nur eine Ausnahme. Nur eine Sache gibt es bei der wir auf fremde Hilfe angewiesen sind und diese Hilfe mit Gold bezahlen." Sein Schweigen nach dem letzte Satz provozierte geradezu die Frage die Sashiira stellte.
„Und diese Arbeit kann Ich für euch nicht ausführen ?"
„Das ist es ja. Du könntest es." Melquarion klang ernst und fast etwas traurig.
„Aber Ich müsste Stark sein."
„Ja. Du müsstest eine Stärke beweisen die dich mehr kostet als Du jemals zurückgewinnen könntest."
„Wenn es der einzige gangbare weg ist um Tavolori zu retten werde Ich es tun." Antortete Sashiira ohne zögern und mit fester Stimme.
In dem Zimmer herrschte Schweigen, aber es schien als gäbe es ausser den zwei Personen noch eine dritte Präsenz, die wohlwollend lächelte.
Was soll Sashiira tun ?
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