What's next?
Der unsaubere Boxenstopp im Studio
Viele der Umstehenden klatschen begeistert auf, was mich heftig zusammenzucken lässt. Auch Alex und dieser Pascal – was auch immer dieser stark tätowierte Mann hier überhaupt macht – stehen auf, um sich frisch zu machen und anzuziehen. Ich schwanke, während Beate und Tanja mich festhalten; meine Füße zittern. Sie führen mich an den gaffenden Zuschauern vorbei in den hinteren Bereich des Ladens.
Ich versuche zu reden, bringe jedoch kein einziges klares Wort mehr heraus.
Tanja und Beate bringen mich in eine Art großen Duschraum, ziehen mir den Body aus und stellen mich unter eine temperierte Dusche. Während sie mich einseifen, abbrausen und abtrocknen, halten sie mich beide fest, damit ich nicht umfalle. Danach bringen sie mich nackt in einen angrenzenden Raum, welcher wie ein größeres Tattoo- und Piercingstudio aussieht.
Sonja eilt herbei und bringt mir ein Glas Wasser. Gierig trinke ich davon, als sogleich dieser Pascal den Raum betritt.
„Katrin, darf ich dir vorstellen? Das hier ist Pascal. Er ist ein hervorragender Meister seines Faches und wird dir im Handumdrehen neuen Schmuck anbringen.
Na, was sagst du dazu?“, fragt Beate lächelnd.
(Sie ahnt ja nicht im Geringsten, was für ein unschlagbares, eingespieltes Team Pascal und ich in Wirklichkeit sind.)
„Neuer Schmuck?“, stammele ich überrascht.
Ja, meine Liebe. Da wir schon hier sind, ergibt es sich doch von selbst, dir noch ein paar Verschönerungen mitzugeben. Oder hast du den Verträgen vorhin etwa nicht zugestimmt?, hakt Beate nach.
Ja, doch, habe ich …
Mehr und mehr werde ich müder und gähne mittlerweile so oft, dass ich mir fast die Kiefer ausrenke.
„Aber ich bin so müde… und überhaupt weiß ich gerade nur, dass ich ein Bauchnabel Piercing gern hätte. Und bei den Piercing schmuck stücken gibt es einfach so viele Modelle, die mir gefallen – es fällt mir unendlich schwer, mich für ein einziges zu entscheiden.“
Da mach dir mal keine Sorgen, das erledigen wir schon für dich“, entgegnet Beate abwischend.
Und überhaupt: Nimmst du eigentlich die Pille, Katrin? Ja… nein… eigentlich schon. Aber ich habe jetzt eh gerade keinen Freund und hab sie die letzten Tage vergessen, stammele ich benebelt.
Daraufhin nimmt Tanja aus einer Schublade eine kleine, weiße Tablette sowie eine größere Spritze. Sie reicht mir ein Glas Wasser. Hier, Katrin. Schluck die erst mal runter. Das ist die Pille danach – als Sofortmaßnahme für das, was gerade passiert ist und was Beate mir vorhin von deinen nicht ganz freiwilligen Aktivitäten am FKK-Strand erzählt hat.
Bevor ich überhaupt reagieren kann, spüre ich einen kurzen, scharfen Piks im Arm.
„Au! Was machst du…?“, entfährt es mir erschrocken.
„Ach so, das hier…“, murmelt Tanja ruhig, während sie die Nadel wieder aus meinem Oberarm zieht, „…ist deine hormonelle Monatsspritze zur Langzeitverhütung. Allerdings müssen wir am Ende der vier Wochen nochmals spritzen. Ab jetzt überlassen wir während deines Spezialprogramms absolut nichts mehr dem Zufall.
Tanja stellt das leere Glas ab und blickt mich an.
Ich erkläre dir jetzt noch kurz, wie das bei uns ablaufen wird. Wir verwenden hier ganz besondere Piercing- und Tattoo-Methoden. Zum einen sind all unsere Instrumente mit einem speziellen, hochwirksamen Mittel versehen, welches den Heilungsprozess extrem beschleunigt und jede Schwellung in kürzester Zeit abklingen lässt. Und des Weiteren spritzen wir unmittelbar neben den Stellen ein Serum, das im Umkreis mehrerer Zentimeter absolut schmerzstillend wirkt und die Haut betäubt. Die Wirkung hält ungefähr eine halbe Stunde an.
Pascal tritt an mich heran, während Tanja fortfährt:
Jetzt, Katrin, würde ich dich bitten, mit mir auf den Behandlungsstuhl herüberzugehen und dich hinaufzusetzen, damit du dein lang ersehntes Bauchnabelpiercing heute noch bekommst.
Ja, prima, gerne! Habe ich dann auch keine Entzündungen und kann den Urlaub gleich weiter genießen, oder?
Aber ja, Katrin, genau darum geht es uns. Jeder Urlauber soll sich nach Herzenslust schmücken können, ohne den Urlaub im Bett verbringen zu müssen.
Okay… das ist jetzt schon echt ungewohnt…“, murmle ich schwach, als Tanja die Riemen um meine Taille, meine Ober- und Unterarme sowie um meine Oberschenkel und Füße schließt. Ich bin vollkommen fixiert.
Verstehe ich komplett, doch als Studioinhaberin will ich hier keinen verletzten Kunden am Boden vorfinden, erwidere ich ruhig, während ich die letzte Schnalle festziehe.
Was schwebt dir denn sonst noch so vor, Katrin?, fragt Tanja neugierig, während sie ein paar Instrumente bereitlegt. Möchtest du vielleicht auch ein Zungenpiercing? Oder zu deinen jeweils drei Ohrpiercings noch weitere? Oder an den Brüsten, im Intimbereich, vielleicht Cheeks oder ein Septum?
Was…? Wow… oh, das wäre mir doch etwas viel auf einmal…“, murmle ich, während ich ausgiebig gähne. Ich weiß nicht…Ich .....................breche mitten im Satz ab und gähne erneut, da mich die bleischwere Müdigkeit der präparierten Cola endgültig übermannt. Meine Augenlider fallen zu und ich schlafe auf der Stelle tief und fest ein.
Mittlerweile liegt Katrin tief schlafend auf dem multifunktionalen Behandlungsstuhl.
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