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Zimmerservice

Der Samstagnachmittag verging in einer seltsamen, fiebrigen Trance. Eingehüllt in den dicken Bademantel lag ich auf der Liege hinter Loona, während mein Körper unter der Decke langsam abkühlte und das dumpfe, unbarmherzige Pochen des Stahls zu einem stetigen Grundrauschen wurde. Richard verabschiedete sich bereits gegen sechzehn Uhr: Die Unterlagen für Genf verlangten seine ungeteilte Aufmerksamkeit, und er wollte den Abend auf der Suite verbringen, um ausgeruht für den frühen Flug am Sonntagmorgen zu sein. Mit einem festen Händedruck und aufrichtigem väterlichen Stolz entließ er mich.

Als der Sonntagmorgen anbrach, löste sich die bürgerliche Kulisse endgültig auf.

Richard war bereits vor dem Morgengrauen mit dem Chauffeur zum Flughafen aufgebrochen. Vanessa frühstückte mit uns auf der Terrasse ein spätes Croissant, ehe auch sie sich verabschiedete. Mit einem distanzierten, wissenden Lächeln strich sie Loona über die Wange und nickte mir knapp zu. Ihr schwarzer Mercedes glitt lautlos über den Kies der Auffahrt davon.

Wir waren allein. Doch statt mich sofort zur Abreise zu drängen, führte Loona mich zurück in den Ostflügel.

„Wir haben noch eine Stunde bis zum Check-out, John“, sagte sie ruhig, als die schwere Holztür unseres Apartments ins Schloss fiel. Sie stellte ihre Handtasche auf die Konsole und wandte sich mit verschränkten Armen zu mir um. „Und bevor wir zum Bahnhof aufbrechen, erledigen wir noch eine Kleinigkeit.“

Mein Blick glitt unruhig durch das Zimmer. „Soll ich… die Koffer packen?“

„Die Koffer sind bereits fertig“, erwiderte sie gelassen. Ihre Augen funkelten in jenem dunklen, berechnenden Glanz, der mir augenblicklich das Blut in den Adern gefrieren ließ. „Zieh den Bademantel aus. Die Hose und das Hemd ebenfalls. Du bleibst in der Seidenbluse – und nur darin.“

Mein Atem stockte. Die burgunderrote Bluse reichte mir knapp bis zur Mitte der Oberschenkel. Darunter gab es keinen Stoff mehr: nur meine nackten, rasierten Beine und das kalte, offene Metall des Keuschheitskäfigs, dessen M10-Gewinde unverhüllt an der Spitze glänzte.

„Loona… bitte, wir müssen doch gleich durch die Lobby…“, setzte ich heiser an.

„Keine Widerrede“, schnitt sie mir mit leiser Schärfe das Wort ab. „Auf die Knie. Direkt vor das große Doppelbett. Du stützt die Hände auf die Bettkante, Blick nach unten gerichtet. Die Oberschenkel leicht geöffnet, der Rücken durchgedrückt. Du rührst dich nicht, du sprichst nicht, und du siehst niemanden an.“

Ich zitterte am ganzen Leib, als ich den Befehl ausführte. Der kühle Parkettboden brannte an meinen Knien. Die Seidenbluse fiel nach vorn, bedeckte zwar meinen oberen Rücken, doch durch die nach vorn gebeugte Haltung spannte der glatte Stoff über meinen Schulterblättern, während mein Unterleib von hinten und den Seiten völlig schutzlos dalag. Der stählerne Dammring schnitt tief in mein gereiztes Fleisch, während das Samtband an meiner Kehle wie ein Mahnmal spannte. Das M10-Gewinde ragte starr zwischen meinen Schenkeln hervor, glänzend im Morgenlicht, das durch die Fensterfront brach.

Im selben Moment ertönte ein zweifaches, diskretes Klopfen an der Außentür.

„Herein, bitte!“, rief Loona mit vollkommen natürlicher, freundlicher Stimme, als erwarte sie den Roomservice.

Die Tür glitt auf. Es waren nicht die Schritte von Hotelgästen, sondern das leise Rollen eines Servierwagens und das Quietschen von Gummisohlen auf den Bodenfliesen des Flurs.

„Housekeeping, guten Morgen…“, begann eine junge Frau in der anthrazitfarbenen Dienstuniform des Resorts, die mit einem Stapel frischer Laken hereintrat. Direkt hinter ihr folgte ein junger Mann in passender Weste, der den schweren Wäschesauger über die Schwelle zog.

Mitten im Schritt verstummten beide augenblicklich. Das Quietschen der Rollen brach abrupt ab.

Mein gesamter Körper erstarrte zur Salzsäule. Mein Herz schlug mit einer solchen Wucht gegen meine Rippen, dass mir schwarz vor Augen wurde. Ich war den Blicken zweier Menschen in meinem Alter vollkommen ausgeliefert – kniend, entblößt, in einer transparenten Damenbluse und in Stahl versiegelt, hergerichtet wie ein abgerichtetes Möbelstück.

„Guten Morgen“, sagte Loona mit der beiläufigen Arroganz einer vermögenden Hotelgästin, die keinen Gedanken an Scham verschwendete. Sie stand gelassen am Fenster, nippte an einem Glas Wasser und tat so, als sei meine Anwesenheit im Raum nicht der Rede wert. „Sie können die gebrauchten Handtücher aus dem Bad schon mitnehmen und das Bett abziehen. Wir reisen in zwanzig Minuten ab.“

Ein ersticktes, fassungsloses Schweigen erfüllte den Raum. Weder die Frau noch der Mann rührten sich für einige Herzschläge.

Ich wagte nicht zu atmen, starrte wie hypnotisiert auf das weiß-goldene Muster des Bettlakens unter meinen Händen. Ich hörte das feine Rascheln der Uniformen, als sie sich schließlich mühsam in Bewegung setzten. Die junge Frau ging mit dem Wäschesack langsam um das Fußende des Bettes herum. Ihre Schritte zögerten; sie ging kaum einen Meter an meinen nackten Oberschenkeln vorbei.

Ihr Blick brannte sich wie kochendes Wasser in mein Fleisch. Ich spürte förmlich, wie ihre Augen an der glattrasierten Haut meiner Beine hängenblieben, die Linien des Chirurgenstahls abtasteten und schließlich das massive Vorhängeschloss erfassten. Sie holte leise, stockend Luft – ein fast unhörbares, geschocktes Einatmen.

Der junge Mann war auf die andere Seite getreten. Er stand am Kopfende des Bettes, direkt schräg vor mir, und hielt die Hände regungslos an den Kissen. Sein Blick war starr nach unten gerichtet, direkt auf das M10-Gewinde, das unnachgiebig zwischen meinen Knien hervorragte. Eine tiefe Röte kroch über seinen Hals bis in die Wangen hinauf. Die Mischung aus Überforderung, Verlegenheit und einer dunklen, unfreiwilligen Faszination stand ihm ins Gesicht geschrieben. Er wechselte einen hastigen, verstörten Blick mit seiner Kollegin, doch keiner von beiden wagte es, ein Wort zu sagen.

„Er ist manchmal etwas eigenwillig, wenn es um Pünktlichkeit geht“, fügte Loona mit samtener Kälte hinzu. Sie lehnte sich mit dem Rücken an die Fensterbank und musterte die Szene mit unverhohlenem Vergnügen. „Man muss ihm gelegentlich seinen Platz zeigen, damit er zur Besinnung kommt. Lassen Sie sich von ihm nicht stören – er bleibt genau so, bis ich ihm etwas anderes erlaube.“

Der junge Mann schluckte sichtbar. Er senkte den Kopf, wandte den Blick gewaltsam von meinem Schritt ab und begann mit fahrigen, hastigen Bewegungen, die Kissenbezüge von den Daunen zu reißen. Bei jedem Rucken flatterte das schwere Laken auf, und der kühle Luftzug wehte über meinen entblößten Rücken und die wunden Striemen meiner Oberschenkel.

Die junge Frau trat derweil an die Bettkante, um das Spannbettlaken zu lösen – direkt neben meinen krampfhaft aufgestützten Händen. Ihre Fingerknöchel streiften fast den Stoff meines Ärmels. Sie beeilte sich, das Tuch unter der Matratze hervorzuziehen, doch ihre Blicke wanderten unwillkürlich immer wieder zu dem winzigen Vorhängeschloss an meiner Kehle und dem offenen Metall zwischen meinen Beinen. Der Raum war erfüllt vom metallischen Klappern der Wäschesäcke und dem Geruch nach frischer Wäsche, der sich grausam mit dem Schweiß meiner Demütigung vermischte.

Jede Sekunde dieser endlosen Minuten fraß sich als unauslöschliche Schande in mein Bewusstsein. Ich war kein Medizinstudent der Charité mehr, kein Vorzeigesohn aus bürgerlichem Haus. Vor diesen beiden Fremden, die vermutlich genauso alt waren wie ich, war ich nichts weiter als ein disziplinierter, gefesselter Spielball in den Händen einer dominanten Frau.

Als die beiden die letzten gebrauchten Handtücher aus dem Badezimmer holten und den Servierwagen wieder beluden, griff Loona gelassen in ihre Clutch. Sie zog zwei frische Fünfzig-Euro-Scheine hervor und trat den beiden auf dem Teppich entgegen.

„Vielen Dank für Ihre Mühe an diesem Wochenende“, sagte sie mit jenem perfekten, verbindlichen Lächeln, das keinen Widerspruch duldete, und reichte jedem von ihnen das Geld. „Für die prompte und diskrete Arbeit.“

Die junge Frau starrte kurz auf den Schein in ihrer Hand, wechselte noch einmal einen flüchtigen Blick mit ihrem Kollegen und nickte hastig. „V-vielen Dank, gnädige Frau… gute Heimreise.“

Der junge Mann stammelte ebenfalls eine Verabschiedung. Im Hinausgehen konnte er es nicht lassen: Er warf noch einen letzten, intensiven Blick über die Schulter zurück auf meinen nackten, gebeugten Körper, ehe er den Wäschesauger über den Flur schob. Die schwere Holztür fiel ins Schloss, und das leise Klicken des Schnappriegels schnitt die Außenwelt wieder ab.

Die Stille im Apartment war erdrückend.

Meine Arme gaben nach. Ich brach vornüber auf die nackte Matratze, presste das Gesicht in den Stoff und rang nach Atem. Tränen der Scham, der Erschöpfung und der vollkommenen Zerrüttung liefen mir über die Schläfen. Mein ganzer Körper bebte unter der aufgestauten Erregung und der unerträglichen Demütigung.

Loona trat hinter mich. Ich hörte das leise Klacken ihrer Absätze auf dem Parkett, ehe das Gewicht ihrer Hand auf meinem Hinterkopf landete. Ihre Finger glitten sanft, fast mütterlich durch meine Haare und kraulten behutsam meinen nackten Nacken.

„Ganz ruhig, John“, flüsterte sie, und ihre Stimme war wieder voll jener tiefen, berauschenden Wärme, die mich vollkommen wehrlos machte. „Du hast dich keinen Millimeter bewegt. Du hast keinen Laut von dir gegeben. Du hast die Schande ertragen wie ein perfekter, gelehriger Junge.“

Ihre andere Hand glitt nach unten, strich über meine verspannte Gesäßhälfte und ließ die kühlen Fingerspitzen über die Längsstreben des Käfigs wandern. Das Metall vibrierte leise unter ihrer Berührung.

„Sie haben gesehen, wer du bist. Aber sie wissen nicht, wer du draußen bist. Für sie bist du nur der Junge im Käfig, der vor mir kniet. Und genau dort gehörst du hin.“ Sie beugte sich hinab, küsste sanft meinen Scheitel und zog mich dann behutsam an den Schultern auf die Beine. „Komm. Zieh dich an. Die Bundfaltenhose, das weiße Hemd, den Mantel. Wir fahren zum Bahnhof. Und zu Hause in Berlin… lösen wir jedes einzelne Versprechen ein.“

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