Schafft Max es bis zum Oktoberfest oder versucht er es unterwegs schon und klappt es entgegen seiner Vermutung?

Der erste Test

Chapter 2 by Fotzenglotz Fotzenglotz

Das rhythmische Rattern der Schienen war das einzige Geräusch, das Max in diesem Moment begleitete, während er im Regionalzug in Richtung München saß. Doch wollte er noch nicht auf's Oktoberfest, nein, er wollte zuerst noch bei seinen Eltern vorbeischauen und dort seine Tracht vom Dachboden holen.

Er hatte seine Tasche auf dem Nebensitz platziert und starrte aus dem Fenster auf die vorbeiziehende Landschaft, doch seine Gedanken waren weit weg – sie kreisten um den seltsamen Traum und die verblüffend echte Stimme der Frau im Laden. „Was habe ich zu verlieren?“, dachte er sich selbst. Es war ein absurder Gedanke, aber das Gefühl in seiner Brust, diese Mischung aus Vorfreude und leichter Nervosität, fühlte sich erschreckend echt an.

Er wollte gerade sein Handy zücken, um die Uhrzeit zu prüfen, als der Zug in einer Kurve leicht schwankte. Durch das Fenster des nächsten Abteils, das direkt an seinem Gang vorbeigleiten wollte, sah er sie.

Sie war wie aus dem Bilderbuch einer bayerischen Trachtenwelt entsprungen. Eine junge Frau mit hellblonden, perfekt gestylten Locken, die ihr bis auf die Schultern fielen. Sie trug ein tiefblaues Dirndl, das ihre Figur perfekt betonte, und ihre Haut wirkte so makellos wie Marmor in einer Museumsvitrine. Sie hielt ein Buch in der Hand und schien gerade in Gedanken versunken zu sein.

Max blieb der Atem weg. Sie war nicht nur schön – sie war eine Provokation für seine Sinne. Er spürte, wie sein Herzschlag beschleunigte. War das der Moment? War dies die Gelegenheit, es auszuprobieren?

Er konzentrierte sich auf den Gedanken an den „Shop“, auf die Frau aus seinem Traum. Er stellte sich vor, dass alles um ihn herum einfach… aufhören würde zu existen. Dass die Zeit wie ein Sanduhr-Staub in der Luft hängen bliebe.

„Jetzt“, dachte er. „Bleib stehen!“

In dem Moment, als sein Blick sie fest fixierte und er den Impuls verspürte, etwas zu tun, geschah es. Ein plötzlicher, fast lautloser Knall erschallte in seinen Ohren – wie das Schlagen einer schweren Glocke unter Wasser. Und dann: Stille.

Absolut vollkommene Stille.

Das Rattern der Räder auf den Schienen war weg. Das leise Summen der Klimaanlage verstummte. Max blinzelte. Er sah, dass die blonde Frau im Dirndl plötzlich wie eine Statue mitten in einer Bewegung verharrte. Sie war gerade dabei, ihr Haar hinter das Ohr zu streichen – ihre Hand hing mitten in der Luft, als wäre sie an unsichtbaren Fäden festgefroren. Die Passagiere um ihn herum waren wie eingefroren: Ein Geschäftsmann mit offenem Mund, eine Mutter, die gerade ihren Blick auf ihr Kind richtete – alle versteinert.

Max traute seinen Augen nicht. Er stand langsam von seinem Sitz auf. Seine Bewegungen fühlten sich seltsam leicht an, fast so, als würde er durch zähen Honig waten. Er ging zum Gang, seine Schritte waren lautlos. Er trat näher zu der blonden Schönheit.

Sie war noch schöner aus der Nähe. Man konnte die feinen Poren ihrer Haut sehen und den leichten Glanz auf ihren Lippen. Max spürte eine Mischung aus Ehrfurcht und einer fast schon frechen Neugier. Die Verkäuferin hatte gesagt: „Du kannst alles tun…“

Er sah ihr tief in das starre, gläserne Auge. Ein schelmisches Lächeln stahl sich auf sein Gesicht. Er wollte wissen, ob die „Gegenleistung“ wirklich so funktionierte, wie sie es im Traum prophezeit hatte.

Vorsichtig hob er seine Hand und ließ seine Fingerspitzen über den Stoff ihres Dirndls gleiten, bis er ihre Taille erreichte. Der Stoff war kühl, aber darunter spürte er die Wärme ihrer Haut. Er wagte es, seine Hand etwas mutiger zu bewegen, um den weichen Stoff ihrer Schürze leicht anzuheben und eine sanfte, fast zärtliche Berührung an ihrer Flanke vorzunehmen.

In seinem Kopf tauchte plötzlich ein Zählen auf: 10… 20… 30… Er schätzte, er hatte noch viel Zeit.

Er wollte sehen, wie weit er gehen konnte. Er betrachtete ihr Gesicht, das so ruhig und friedlich war, während er geradezu „verbotene“ Dinge tat. Es war ein berauschendes Gefühl von Macht. Er war der Herr über diesen Moment.

Plötzlich, als würde sein Verstand ihn daran erinnern, dass die Zeit nicht ewig halten könnte, zog er seine Hand leicht zurück und trat einen Schritt zurück, um die Situation zu bewerten.

„Eineinhalb Minuten sind noch übrig“, dachte er grinsend. Er hatte gerade erst angefangen.

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