What's next?

Zu besuch 1

Ich stürmte die Stufen zur Altbauwohnung hinauf, zwei auf einmal, während mein Atem stoßweise ging. Unter meiner Jeans rieb der kühle Stahlzylinder bei jedem einzelnen Schritt gegen meine empfindliche Leiste; das kleine Vorhängeschloss klirrte dumpf unter dem festen Denim-Stoff. Die akademische Schutzzone mit Mira war schlagartig verpufft. Mein Schlüssel zitterte im Schloss der WG-Tür.

Kaum fiel die Tür hinter mir ins Schloss, stand Loona bereits im Flur.

Sie hatte sich perfekt in Szene gesetzt: ein weich fallendes, schwarzes Wickelkleid, das ihre Silhouette betonte, die Haare glänzend über die Schultern gelegt, dezentes Make-up, das ihre Züge noch bestechender wirken ließ. In ihrer Hand hielt sie zwei gekühlte Flaschen Bier. Ihr Blick wanderte sofort prüfend an mir herab, kühl, taxierend, vollkommen beherrscht.

„Pünktlich, John“, stellte sie leise fest und trat an mich heran.

Sie stellte die Flaschen auf der Konsole ab, griff nach meinem Kragen und glättete den Stoff meines Hemdes, bevor sie ihre Hände an meine Wangen legte. Ihr Blick bohrte sich fordernd in meine Augen.

„Hör mir genau zu“, flüsterte sie mit samtener, unnachgiebiger Stimme. „Draußen bist du der coole Mitbewohner. Der entspannte Mediziner, der loyale Bro. Wenn Timo gleich zur Tür hereinkommt, will ich keine Unsicherheit sehen, kein Zucken, keine falsche Bewegung. Für ihn bist du der verständnisvolle Kumpel, der beste Wingman der Welt. Er darf nicht einmal im Traum erahnen, was du da unten trägst. Hast du mich verstanden?“

„Ja… ich weiß“, brachte ich mühsam hervor. Mein Herz hämmerte gegen die Rippen.

Loonas Miene erweichte sich zu jenem süßen, beinahe mütterlichen Lächeln, das mich regelmäßig den Verstand kostete. Sie glitt mit einer Hand an meinem Oberkörper hinab, strich über meinen Gürtel und drückte mit sanftem, aber bestimmtem Druck genau gegen die harte Wölbung unter dem Reißverschluss. Der Stahlring bohrte sich ins Schambein; ein unterdrücktes Stöhnen entwich meinen Lippen.

„Sehr gut“, hauchte sie, beugte sich vor und drückte einen zarten, warmen Kuss auf meine Lippen – ein flüchtiges, verheißungsvolles Versprechen. „Halt durch, mein Guter. Wenn du das Wochenende fehlerfrei durchstehst, gehört der Sonntagabend ganz dir. Dann löse ich mein Versprechen ein.“

In diesem Augenblick schrillte die Gegensprechanlage durch den Flur.

Loona löste sich mit einem wissenden Lächeln von mir, drückte den Summer und reichte mir die beiden Bierflaschen. „Er ist da. Zeig mir, was du kannst.“

Unten polterten schwere Schritte über die Holzstufen, gefolgt von einem lauten Pfeifen. Die Wohnungstür flog förmlich auf, und Timo stand im Rahmen.

Groß, breitschultrig, eine schwere Ledersporttasche lässig über die Schulter geworfen, die Lederjacke offen. Mein bester Freund strahlte jene ungebrochene, selbstverständliche Männlichkeit aus, die er schon zu Schulzeiten besessen hatte.

„Berlin, meine Damen und Herren!“, dröhnte Timos Stimme durch den Flur. Er warf seine Tasche achtlos auf den Dielenboden, riss die Arme auf und zog mich in einen festen Kumpel-Handschlag. Er zog mich ruckartig an sich, klopfte mir mit der flachen Hand mit solcher Wucht auf den Rücken, dass mir der Atem stockte. „Bro! Schau dich an! Charité bekommt dir richtig, Alter! Aufrecht, breite Schultern… du siehst verdammt gut aus, Mann!“

„Timo… schön, dass du da bist“, stieß ich hervor und zwang mich zu einem breiten, kameradschaftlichen Grinsen, während der Ruck den Zylinder tief in meine Weichteile gerammt hatte. Ich biss die Zähne zusammen, um nicht das Gesicht zu verziehen.

Im nächsten Moment löste sich Timo von mir, und sein Blick glitt mit vertrauter Selbstverständlichkeit an mir vorbei auf Loona. Zwischen den beiden brauchte es kein formelles Vorstellen mehr; sie kannten sich längst. Bei seinen bisherigen Besuchen in der Hauptstadt hatten sie keine Zeit verloren und mehr als einmal im selben Bett gelegen – eine Tatsache, die Timo mir gegenüber stets mit unverhohlenem Kumpelstolz zelebriert hatte.

„Na, Traumfrau?“, sagte Timo mit jenem unverschämten, gewinnenden Grinsen, das ihm alles durchgehen ließ. Er trat ohne jedes Zögern auf sie zu, legte eine Hand ungeniert an ihre Hüfte, zog sie an sich und gab ihr einen schmatzenden Kuss auf die Wange. Seine Hand strich dabei betont tief über das schwarze Wickelkleid. „Hast du mich vermisst, oder musste mein bester Bro hier ganz allein deine Launen ertragen?“

Loona lehnte sich mit einem leisen Seufzen an seine breite Brust, schlang die Arme um seinen Hals und schenkte ihm jenen vertrauten, herausfordernden Blick, der mir den Magen umdrehte. „Als ob du mir eine Wahl lassen würdest, Timo. Schön, dass du endlich wieder da bist. Die Zugfahrt war hoffentlich nicht zu anstrengend?“

„Für ein Wochenende mit euch beiden nehme ich jede Verspätung der Bahn in Kauf“, lachte Timo, gab ihr einen Klaps auf die Hüfte und wandte sich wieder mir zu. „Also, Bro, wo bleibt mein Begrüßungsbier? Die Klimaanlage im ICE war eine Katastrophe, ich verdurste hier!“

„Hier, bitte“, sagte ich hastig und reichte ihm eine der kühlen Flaschen.

Er stieß seine Flasche schwungvoll gegen meine, dass das Glas hell klirrte. „Auf das Wochenende, Alter! Auf die Charité, auf die Hauptstadt und darauf, dass man sich immer aufeinander verlassen kann!“

Er kippte das Bier in großen, gierigen Zügen hinunter. Ich zwang mich ebenfalls zu einem Schluck. Über Timos breite Schulter hinweg fing ich Loonas Blick ein. Sie stand hinter ihm, lehnte sich an die Flurwand und sah mich an – ihre Augen funkelten vor absoluter Macht und spöttischem Amüsement.

Ich stand da in meiner eigenen WG, das Bier in der Hand, gefeiert als unantastbarer Macher und bester Freund. Doch unter dem feinen Jeansstoff lag mein Fleisch in kaltem Stahl versiegelt, unfähig zu jeder Regung. Eine schizophrene Zerreißprobe von unerträglicher Wucht: Für meinen besten Freund war ich der loyale Kumpel – während die Frau, an deren Hüfte seine Hand noch immer lag, mich mit jedem Atemzug daran erinnerte, dass ich in wenigen Stunden stumm durch die Wand zuhören würde, wie er sich nahm, was mir auf Wochen hinaus verwehrt blieb.

Der Freitagnachmittag verstrich in einer fast surrealen Leichtigkeit, die mir das Herz abschnürte.

Wir saßen zu dritt in der geräumigen Altbauküche. Auf dem massiven Holztisch sammelten sich rasch leere Flaschen, Kronkorken und der Geruch von Hopfen und gerösteten Nüssen. Timo war in seinem Element: Er lehnte sich im Stuhl zurück, die Beine weit von sich gestreckt, gestikulierte wild und zog eine Anekdote nach der anderen aus seiner Universitätsstadt vom Leder. Er wetterte lauthals über senile Zivilrechtsprofessoren, schwärmte von feuchtfröhlichen Erstsemesterpartys und klopfte mir immer wieder kameradschaftlich auf den Oberschenkel.

Jede seiner beiläufigen Berührungen, jedes laute Lachen schickte einen schmerzhaften Impuls durch mein Becken. Unter dem Denim meiner Jeans schnitt das feuchte Spitzenband unbarmherzig in mein Fleisch; der Zylinder presste mein geschrumpftes Glied wie eine eiskalte Schraubzwinge ein. Ich musste grinsen, nicken, Witze erwidern und den abgebrühten Charité-Studenten mimen. Eine groteske Scharade: Während Timo mich als souveränen Großstadt-Player feierte, saß Loona mir schräg gegenüber, nippte lässig an ihrem Wein und strich scheinbar unbemerkt mit der Fußspitze an meiner inneren Wade empor. Ihre Blicke waren reines Gift und pure Verheißung zugleich – die ständige Erinnerung daran, wer hier am Tisch die Leine hielt.

Gegen einundzwanzig Uhr erhob sich Loona schließlich mit einer trägen, lasziven Bewegung.

Sie strich ihr schwarzes Wickelkleid glatt, ließ die Finger betont langsam über ihre Hüften gleiten und warf Timo einen Blick zu, der keine Fragen offenließ.

„Ich gehe schon mal vor und mache mich frisch“, schnurrte sie, neigte den Kopf und schenkte ihm ein vielsagendes, sündiges Lächeln. „Lass dich nicht zu lange aufhalten, Timo.“

Sie drehte sich auf den Fersen um, ihre Hüften wiegten sich im Takt ihrer Schritte, und die Flügeltür zu ihrem Zimmer fiel mit einem leisen Klicken ins Schloss.

Kaum war die Tür zu, beugte sich Timo mit funkelnden Augen über den Küchentisch. Er stieß seinen Ellenbogen gegen meinen Arm, sein breites Gesicht strahlte vor unverschämter Vorfreude.

„Bro“, flüsterte er verschwörerisch und zwinkerte mir zu. „Nimm’s mir echt nicht übel, Alter… aber deine Stiefschwester ist der absolute Wahnsinn. Dieses Kleid, diese Blicke… du hast doch nichts dagegen, wenn ich mir die Nacht über nehme, was da drüben auf mich wartet, oder?“

Mein Magen krampfte sich mit solcher Wucht zusammen, dass mir für eine Sekunde die Luft wegblieb. Die Worte blieben mir im Hals stecken. Mein bester Freund bat mich um Erlaubnis, meine Besitzerin zu vögeln – ahnungslos, dass ich ihr versiegeltes Spielzeug war. In meinen Schläfen hämmerte Loonas Befehl aus dem Flur: *Locker bleiben. Der perfekte Wingman.*

Ich zwang meine Mundwinkel nach oben, bildete ein schiefes Grinsen und hob die Bierflasche.

„Klar, Bro“, brachte ich mit trockener Kehle heraus und versuchte, so gelassen wie möglich zu klingen. „Hau rein. Viel Spaß da drüben.“

„Du bist der Beste, Alter!“, dröhnte Timo, sprang auf, trank seine Flasche auf ex aus, knallte das Glas auf den Tisch und klopfte mir noch einmal triumphierend auf die Schulter. „Wir sehen uns morgen früh, Player! Schlaf gut!“

Mit federnden Schritten marschierte er den Flur hinab. Ich hörte, wie Loonas Zimmertür geöffnet wurde, ein kurzes, tiefes Kichern, dann fiel das Holz fest ins Schloss.

Ich blieb allein am Küchentisch zurück. Die Stille der Altbauwohnung stürzte über mir ein wie eine Lawine. Mit zittrigen Fingern räumte ich die leeren Flaschen ab, wusch die Gläser mit mechanischer Präzision und schlich in mein eigenes Zimmer nebenan.

Ich zog mich im Dunkeln aus. Die Jeans glitt zu Boden, und ich blieb im fahlen Licht der Straßenlaternen stehen. Das burgunderrote Spitzenband spannte feucht über meinen Beckenknochen; der stählerne Zylinder zog kalt und unbarmherzig an meinem geschrumpften Fleisch. Ich legte mich flach auf mein Bett, zog die Bettdecke bis zum Kinn und starrte an die weiße Stuckdecke.

Und dann begann die akustische Hölle.

Die Altbauwand zwischen Loonas Zimmer und meinem Bett war alt, der Putz rissig. Zuerst war es nur gedämpftes Tuscheln, gefolgt von Loonas hellem, kokettem Lachen. Dann das dumpfe Geräusch von fallenden Schuhen. Ein Reißverschluss, der hastig aufgerissen wurde.

Plötzlich ein schweres Ächzen – das massive Holz ihres Bettes knarrte laut und rhythmisch gegen die Fußleiste.

„Gott, Timo…“, drang Loonas Stimme glasklar durch die Wand. Es war kein gehemmter Laut; sie legte es darauf an, dass jedes einzelne Wort zu mir durchdrang. „Fester. Nimm mich richtig…“

Timos gutturales, kehliges Stöhnen antwortete ihr. Das Knarren des Bettgestells beschleunigte sich, wurde zu einem unerbittlichen, harten Takt. Das dumpfe Klatschen von nackter Haut auf nackte Haut hallte durch mein Zimmer, als würde es sich direkt auf meiner Bettkante abspielen. Loona stöhnte hemmungslos auf, tief, fordernd, vollkommen hingegeben an die pure, ungebändigte Kraft meines besten Freundes.

Eine glühende, unerträgliche Hitze explodierte in meinem Unterleib. Mein Körper wollte reagieren, wollte anschwellen, wollte sich aufbäumen gegen diese bodenlose Erniedrigung – doch das Metall hielt gnadenlos dagegen. Der stählerne Ring schnitt tief in mein Schambein, die winzige Hülse erstickte jede Regung im Keim. Der Schmerz war betäubend, doch die Ohnmacht, die mich lähmte, war noch viel verheerender: Mein bester Freund, der mich vorhin noch jovial auf die Schulter geklopft hatte, nahm sich gerade mit voller Wucht die Frau, der mein ganzes Dasein gehörte. Er durfte alles. Und ich lag gefesselt in Damenwäsche wenige Zentimeter entfernt, zitternd vor unstillbarem Verlangen.

Tränen der Wut, der Scham und einer verstörenden, perversen Geilheit rannen über meine Schläfen in das Kissen. Ich krallte die Hände in die Matratze, während drüben Loonas Schreie ihren Höhepunkt erreichten und Timos triumphierendes Brüllen durch die Wand schlug. Ich war ihr Cuckold, ihr stummer Zeuge, eingesperrt im eigenen Käfig – und tief in dieser Qual hielt mich einzig ihr Versprechen aufrecht, dass ich diesen Sonntag überstehen musste, um endlich von ihren Händen erlöst zu werden.

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