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Date im Käfig 3
„Weißt du, was du jetzt tust?“, raunte sie, zog den Schlüssel zurück und trat einen Schritt zurück. Sie ließ das Seidenband langsam um ihr Handgelenk kreisen, sodass das Messingstück im Licht funkelte. „Loona hat gesagt, ich soll ausprobieren, wie weit du gehst. Und so wie ich sie kenne, diszipliniert sie dich mit Leder, Eis und kalten Worten. Sauber. Berechenbar. Nach ihren perfekten Regeln.“
Sie lachte leise, ein dunkles, rauchiges Glucksen, das mir das Blut in den Adern gefrieren ließ.
„Aber ich bin nicht Loona. Ich mache mir gern die Hände schmutzig.“
Sie wandte sich ab und ging mit langsamen Schritten hinüber zu dem wuchtigen Sideboard unter dem großen Fenster. Dort standen mehrere schwere, dicke Blockkerzen auf einem Messingteller, die schon seit dem Nachmittag brannten – das Wachs darin war vollkommen flüssig, ein tiefer, goldgelber See aus geschmolzener Hitze. Daneben lag eine schmale Schale mit Eiswürfeln, die sie vorhin für den Wein bereitgestellt hatte.
Sie griff nach dem Messingteller mit der brennenden Kerze und drehte sich wieder zu mir um.
„Umdrehen, John“, befahl sie mit ruhiger, unnachgiebiger Härte. „Weg von der Wand. Mitten in den Raum. Auf die Knie, Oberkörper aufrecht, Arme hinter den Rücken verschränkt.“
Ich schluckte trocken, wandte mich von der kühlen Raufaser ab und trat in die Mitte des Raumes. Meine nackten Knie sanken auf das harte Parkett. Ich kreuzte die Handgelenke hinter den Lenden, drückte die Brust heraus und hielt den Kopf gesenkt. Zwischen meinen gespreizten Schenkeln hing das kalte Gehäuse, das Fleisch darin vollkommen überreizt, pulsierend, gefangen.
Nadja trat vor mich. Sie stellte den Teller auf den Couchtisch direkt neben ihr Smartphone, nahm die dicke Kerze in die rechte Hand und griff mit der linken nach einem der Eiswürfel aus der Schale.
Der Kontrast stand unmittelbar vor mir: In der einen Hand das Eis, in der anderen die zitternde Flamme mit dem flüssigen, heißen Wachs.
„Loona kühlt dich ab, um dich wieder einzusperren“, sagte Nadja leise, während sie dicht vor meine Knie trat. „Ich will sehen, was passiert, wenn man deinen Körper vollkommen verwirrt. Wenn man deine Sinne verbrennt, während dieser Stahl dich am Platzen hindert.“
Sie beugte sich herab. Ohne eine Sekunde Vorwarnung presste sie den scharfkantigen Eiswürfel direkt auf meine linke Brustwarze.
Ein heiserer Laut entfuhr mir, meine Muskeln krampften sich zusammen, als die arktische Kälte das Fleisch in Sekundenbruchteilen taub und steinhart fror.
Und noch während der Schock durch meine Nerven jagte, kippte sie die Kerze.
*Pflatsch.*
Ein dicker, glühend heißer Tropfen flüssigen Wachses traf punktgenau auf die rechte Brustwarze.
Der Schmerz war wie ein Peitschenhieb. Ich riss den Kopf in den Nacken, ein scharfer Schrei erstickte in meiner Kehle, während meine Zähne aufeinanderbissen. Die sengende Hitze brannte sich wie flüssiges Feuer in die empfindliche Haut, verschmolz sofort mit der Oberfläche und ließ den Puls in meinen Schläfen explodieren. Kälte auf der einen Seite, brennende Glut auf der anderen – mein Gehirn verlor augenblicklich jede Orientierung.
„Stillhalten!“, zischte Nadja, ihre meerblauen Augen glänzten dunkel und berauscht von der absoluten Kontrolle. „Keine Bewegung, John. Brust raus!“
Ich presste die Fäuste hinter dem Rücken zusammen, zitterte am ganzen Leib, während sie die Kerze weiter neigte.
Tropfen für Tropfen fiel das heiße Wachs herab. Es traf mein Schlüsselbein, lief in brennenden Bahnen über mein Brustbein, tropfte über meinen Bauch – genau dorthin, wo die roten Weinschlieren von vorhin noch feucht auf meiner Haut klebten. Der stechende, scharfe Schmerz jeder einzelnen Wachsperle trieb mir Tränen der nackten Überwältigung in die Augen.
Und das Schlimmste, das Abartigste daran war: Mein eingesperrter Körper reagierte mit einer Woge so maßloser, finsterer Erregung, dass mir fast die Besinnung schwand. Das Fleisch im Zylinder suchte verzweifelt nach Erlösung, schlug hart gegen die vorderen Streben und wurde von den stählernen Ringen unbarmherzig erstickt.
Nadja sah das verzweifelte Zucken meines Beckens. Ein schmales, fasziniertes Lächeln trat auf ihre Lippen.
„Sieh an…“, hauchte sie, ließ die Kerze sinken und trat noch einen halben Schritt näher, bis ihre nackten Zehen meine Oberschenkel berührten. Sie griff nach dem Zylinder, umfasste das eiskalte Metall mit ihrer Hand, während an ihren Fingerspitzen noch das schmelzende Eiswasser haftete.
Mit der anderen Hand hob sie die Kerze über mein Becken.
„Mal sehen, wie viel Schmerz deine Disziplin aushält, bevor du bettelst“, flüsterte sie dicht an meinem Gesicht.
Sie neigte den Docht direkt über das Schambein – genau dort, wo der Silikonring saß und das gereizte, gerötete Fleisch ungeschützt hervortrat. Ein schwerer, weißglühender Wachstropfen löste sich und fiel direkt auf die empfindlichste Grenze zwischen Fleisch und Stahl. Der Tropfen traf.
Ein scharfer, weißer Schmerz zuckte durch das Schambein, genau dort, wo Haut und Silikon sich trafen. Ich biss die Zähne zusammen, die Arme noch hinter dem Rücken verschränkt, und ein Laut kam trotzdem – kurz, heiser, ohne Würde. Das Wachs erstarrte sofort zu einer harten Schale auf der gereizten Stelle. Darunter pochte das Fleisch im Zylinder gegen den Stahl, als wolle es dem Schmerz entgegenwachsen und fände keinen Raum.
Nadja hielt die Kerze noch einen Herzschlag über mir, beobachtete das Zucken, dann stellte sie sie zurück auf den Messingteller. Das Eis in ihrer anderen Hand war schon halb geschmolzen. Sie strich damit einmal über die frische Wachskruste, kalt gegen heiß, und ich zuckte erneut.
„Gut“, murmelte sie. „Du hältst still. Dann verdienst du dir den nächsten Teil.“
Sie ließ den Zylinder los, trat zurück und zog den cremefarbenen Pullover über den Kopf. Darunter trug sie nichts. Die Leggings folgten, langsam, ohne Eile, bis sie nackt vor mir stand, der Wein noch dunkel an ihren Lippen, die Haare unordentlich vom Dutt. Sie betrachtete mich einen Moment lang so, wie man etwas betrachtet, das man sich genommen hat und nun benutzen will.
„Auf den Rücken“, sagte sie. „Mitten auf den Teppich. Die Arme bleiben hinter dir. Beine auf. Mund offen.“
Ich glitt nach hinten, das Parkett hart unter den Schulterblättern, die gefesselte Haltung der Arme machte das Liegen unbeholfen. Der Käfig ragte nach oben, das Wachs auf dem Schambein zog bei jeder Bewegung. Nadja nahm die Kerze wieder auf, stellte die Schale mit Eis daneben auf den Boden und kniete sich über meinen Brustkorb.
Dann drehte sie sich.
Ihre Schenkel schlossen sich um meine Ohren, die Wärme ihres Körpers senkte sich, und ehe ich einen klaren Gedanken fassen konnte, saß sie auf meinem Gesicht. Nicht leicht. Nicht spielerisch. Sie ließ ihr Gewicht kommen, presste die feuchte Mitte fest auf Mund und Nase, bis ich nur noch sie atmete – Haut, Wein, Vanille und das Salz ihrer Erregung.
„Zunge raus“, sagte sie von oben, die Stimme schon enger. „Flach. Langsam. Du hörst erst auf, wenn ich komme. Und wenn du die Zähne auch nur annäherst, rufe ich Timo noch während du unter mir liegst.“
Ich leckte.
Der Geschmack war warm und klar und unverkennbar sie. Ich hatte keinen Raum zum Ausweichen; jede Bewegung ihres Beckens rieb sie über Lippen und Kinn, und ich gab den Rhythmus, den sie verlangte, während über mir das Wachs wieder in Bewegung kam.
Ich hörte das leise Neigen der Kerze, bevor der nächste Tropfen fiel.
Er landete auf meiner Brust, dicht neben der schon erstarrten Spur. Der Schmerz schnitt durch die Enge ihres Sitzes, ein ersticktes Geräusch gegen ihr Fleisch. Nadja stöhnte leise – nicht aus Mitleid, sondern weil mein Zucken sie tiefer auf meinen Mund drückte.
„Weiter“, hauchte sie. „Genau so.“
Ein zweiter Tropfen. Diesmal tiefer, über dem Bauchnabel. Ein dritter, näher am Silikonring. Dazwischen das Eis: Sie strich den Würfel über meine andere Brustwarze, hielt ihn dort, bis die Haut taub war, und ließ sofort danach wieder Wachs fallen. Hitze und Kälte jagten sich über meinen Rumpf, während ich unter ihr arbeitete, die Zunge flach, den Atem knapp, den Käfig gegen nichts als Luft gespannt.
Ihre Schenkel zitterten zuerst kaum merklich. Dann fester. Sie packte mein Haar durch die verschränkten Arme hindurch nicht – sie stützte sich auf meine Brust, die Finger in der noch weichen Wachsschicht, und rieb sich in kurzen, herrischen Stößen über meinen Mund.
„Nicht weg“, preßte sie hervor. „Da. Bleib.“
Ich blieb. Ich saugte, leckte, ließ sie den Winkel nehmen, den sie brauchte. Ein weiterer Tropfen traf genau die Grenze am Schambein, wo schon die erste Kruste lag; der Schmerz mischte sich mit dem Druck ihres Körpers auf meinem Gesicht zu einer einzigen, weißen Linie. Mein Fleisch im Stahl schlug nutzlos dagegen. Ich durfte nicht kommen. Ich durfte nur geben.
Nadja kam mit einem langen, erstickten Laut, die Schenkel fest um meinen Kopf, das Becken hart nach vorn. Warm. Nass. Direkt gegen Zunge und Kinn. Sie blieb sitzen, atmete aus, und erst als das Zittern nachließ, hob sie sich ein Stück – gerade weit genug, dass ich Luft bekam, und nah genug, dass ich sie noch sehen musste.
Ein letzter Tropfen Wachs fiel, absichtlich, auf die Innenseite meines Oberschenkels.
Sie strich sich eine Strähne aus dem Gesicht, blickte hinab auf den Käfig, auf das erstarrte Gold auf meiner Haut, auf meinen nassen Mund.
„Schluck“, sagte sie nur. „Dann bleib so. Ich bin noch nicht fertig mit dir.“
Ich schluckte. Der Geschmack auf meiner Zunge war intensiv, warm und unmissverständlich – eine Demütigung, die mir die Kehle hinabrann und mein gesamtes Denken vernebelte. Ich blieb auf dem Rücken liegen, die Arme taub hinter meinem Körper verklemmt, während das erkaltete Wachs wie eine harte, gelbe Rüstung auf meiner Brust, dem Bauch und direkt am Rand des Silikonrings spannte.
Nadja erhob sich langsam. Ihre Schenkel zitterten noch leicht, als sie über mich hinwegstieg. Sie war vollkommen nackt, verschwitzt, die Haare fielen ihr wild über die Schultern. Sie sah nicht auf mich herab mit Reue oder Scham, sondern mit dem satten, hochmütigen Blick einer Raubkatze, die gerade ihre Beute zerlegt hatte.
Sie ging hinüber zum Couchtisch, griff nach ihrem Smartphone und kam zurück.
„Rühr dich nicht“, befahl sie leise. „Keinen Millimeter.“
Sie stellte sich breitbeinig über mich, die Füße links und rechts neben meinen Rippen platziert. Von unten blickte ich an ihren nackten Beinen hinauf, direkt in die Linse ihrer Handykamera. Das kleine rote Symbol auf dem Display leuchtete auf.
Die Aufnahme lief.
Nadja führte die Kamera langsam an ihrem eigenen nackten Körper hinab – über ihren noch rötlich glühenden Hals, die Brust, den flachen Bauch – und richtete das Objektiv dann unbarmherzig auf mich.
Im Sucher war alles zu sehen: Mein Gesicht, schweißnass und von ihren Säften gezeichnet, die zitternden Lippen. Dann schwenkte sie tiefer. Die erstarrten Wachsspuren, die sich mit den roten Tropfen des Weins mischten. Und schließlich der stählerne Zylinder, der vollkommen gespannt in die Höhe ragte, der Messingbügel des Schlosses und die dicke Wachskruste, die den Übergang zwischen Fleisch und Metall versiegelte.
„Siehst du das, Loona?“, sagte Nadja mit heiserer, zufriedener Stimme in das Mikrofon. Sie ging langsam in die Hocke, sodass ihr Gesicht neben meinem Becken im Bild erschien. Mit zwei Fingern tippte sie spöttisch gegen das stählerne Gehäuse. Ein scharfes, hohles *Klack* hallte durch den Raum. „Er hat nicht einmal gezuckt. Er hat gebettelt, gedient und jeden Tropfen geschluckt.“
Sie lächelte dunkel in die Kamera, strich mit dem Daumen über den Silikonring und beendete das Video.
Ein kurzes Wischen über das Display. Der Upload-Pfeil lief voll. Das Video war unterwegs zu Loona.
Eine Minute verstrich in absoluter Stille. Ich hörte nur mein eigenes, stoßweises Atmen und das Klacken der Heizkörper. Der Schmerz am Schambein pochte dumpf, das getrocknete Wachs brannte wie kleine Brandmale auf meiner Haut. Ich war gefangen in diesem Zustand – entblößt, gezeichnet, unfähig, mich aus eigener Kraft aufzurichten.
Dann vibrierte das Telefon in Nadjas Hand.
Ein einziger, langer Summton. Eine Nachricht.
Nadja tippte auf den Bildschirm, überflog die Zeilen, und ihr triumphierendes Lächeln veränderte sich. Ein Hauch von Respekt – fast schon Ehrfurcht – legte sich über ihre Züge.
Sie drehte das Display nicht zu mir, sondern las mit ruhiger, schneidender Stimme vor:
„Gute Arbeit, Nadja. Du hast ihn genau dahin gebracht, wo ich ihn haben wollte. Aber seine Zeit bei dir ist abgelaufen.“
Nadja hielt kurz inne, sah auf mich hinab und las den Rest der Nachricht mit einem fast mitleidigen Unterton:
„Er darf sich das Wachs nicht abkratzen. Er darf sich nicht waschen. Gib ihm seine Hose und seine Jacke. Den Schlüssel behältst du – du gibst ihn mir morgen früh im Büro persönlich. Schick ihn jetzt in die U-Bahn zu mir nach Hause. Ich will jede einzelne deiner Spuren an ihm sehen, wenn er bei mir ankommt.“
Im Zimmer schien der Sauerstoff schlagartig knapp zu werden.
Kein Schlüssel. Keine Erlösung. Ich sollte in diesem Zustand – mit Wachs verklebt, voller getrocknetem Wein, von ihren Spuren überzogen und steinhart im Stahl gefangen – durch Berlin fahren. Durch die U-Bahn, unter fremden Menschen, bis vor Loonas Haustür.
Nadja steckte das Telefon weg, bückte sich und packte mich am Oberarm, um mich vom Teppich hochzuziehen.
„Du hast sie gehört, John“, flüsterte sie dicht an meinem Ohr, während sie mir die graue Jogginghose vor die nackten Füße warf. „Zieh dich an. Deine Herrin wartet und möchte mein Kunstwerk begutachten.“
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