What's next?
Date im Käfig 2
Das Auslösegeräusch der Kamera schien wie ein Nachbeben im Raum zu stehen. Mein Magen zog sich so eng zusammen, dass mir für einen Moment die Luft wegblieb. Das helle Licht des Displays spiegelte sich in Nadjas Augen, während sie das Bild prüfte.
Auf dem Foto war alles gnadenlos scharf: der metallene Glanz des Zylinders, die rötlichen Abdrücke am Schambein, die zusammengerollte graue Jogginghose an meinen Knien und das Schloss, das mein bürgerliches Leben in zwei Hälften schnitt.
„Nicht senden…“, flüsterte ich, meine Stimme kaum mehr als ein heiseres Krächzen. „Nadja, bitte… du weißt nicht, was du tust.“
„Ganz im Gegenteil“, entgegnete sie samtweich, ohne den Blick vom Display zu heben. Ihre Daumen glitten routiniert über das Glas. „Ich weiß ganz genau, was ich tue. Ich befreie dich von deinen Ausreden.“
Sie drehte das Telefon so, dass ich es sehen konnte. Der Chat mit Loona war bereits geöffnet. Das Bild stand im Eingabefeld.
Darunter tippte sie langsam, Buchstabe für Buchstabe, sodass ich jedes Wort mitlesen musste:
*Gefunden. Und was machen wir jetzt mit ihm?*
Ein eisiger Schauer riss durch mein Rückgrat. In diesem winzigen Moment trafen zwei Welten mit voller Wucht aufeinander: die nackte Panik vor der absoluten Bloßstellung und die berauschende Gewissheit, dass Loona dieses Spiel längst kannte, dass sie mich genau hierhin gesteuert hatte. Doch Nadja wusste das nicht. In ihren Augen war sie es, die gerade die Fäden an sich riss.
Ihr Daumen schwebte über dem blauen Pfeil.
*Klick.*
Die Nachricht war weg. Der kleine Haken daneben wurde sofort grau.
Nadja legte das Smartphone mit dem Display nach oben auf den Couchtisch, genau zwischen die beiden dampfenden Kaffeetassen. Sie stand nicht auf. Sie blieb direkt vor mir auf den Knien, stützte ihre Hände auf meine Oberschenkel und lehnte sich so weit vor, dass ihre Stirn fast meine Wange berührte.
„Und jetzt warten wir“, raunte sie, ihre Finger gruben sich sachte in mein Fleisch. „Mal sehen, wie lange deine Herrin braucht, um zu begreifen, dass ihr Geheimnis keines mehr ist.“
Mein Herz schlug gegen meine Rippen wie eine gefangene Taube. Zehn Sekunden vergingen. Zwanzig. Das Ticken der Wanduhr schien mit jedem Schlag lauter zu werden. Mein Blick war wie festgeklebt an dem schwarzen Glas des Telefons auf dem Tisch.
Dann, nach einer endlos scheinenden Minute, erwachte das Display zum Leben.
Ein Vibrieren summte kurz über das Holz. Eine Vorschau erschien.
Loona hatte geantwortet.
Nadjas Lippen verzogen sich zu einem überlegenen Lächeln, als sie die Hand nach dem Gerät ausstreckte, es entsperrte und die Zeilen überflog.
Doch das Lächeln verharrte nicht in Spott. Es erstarrte.
Ihre meerblauen Augen weiteten sich, huschten über die wenigen Worte, während die Farbe aus ihren Wangen wich. Die überlegene, neckische Leichtigkeit fiel mit einem Mal von ihren Zügen ab und hinterließ puren, fassungslosen Schock.
„Was…“, murmelte sie tonlos, starrte auf den Text und hob langsam den Kopf zu mir. „Was zur Hölle soll das bedeuten?“
Sie drehte das Display zu mir.
Dort stand, in Loonas gewohnt präziser, kühler Art verfasst:
*Du bist zwanzig Minuten zu spät dran, Nadja. Ich habe dir gestern gesagt, dass du nicht lockerlassen sollst. Mach den Reißverschluss an deiner Tasche auf – der passende Schlüssel liegt im Seitenfach. Probier aus, wie weit er geht, und schick mir danach das Video.*
Die Luft im Wohnzimmer schien schlagartig zu gefrieren.
Die wenigen Zeilen auf dem Display brannten sich wie Säure in mein Bewusstsein: *Du bist zwanzig Minuten zu spät dran, Nadja... der passende Schlüssel liegt im Seitenfach... schick mir danach das Video.*
Mein Kopf fühlte sich an wie betäubt. Ich starrte auf das leuchtende Glas, unfähig zu atmen. Jede Gewissheit, jeder Gedanke der letzten Tage drehte sich in einem einzigen, schwindelerregenden Kreis. Loona hatte Nadja nicht nur gewähren lassen – sie hatte sie instruiert. Das Treffen am Maybachufer, der Fuß am Schienbein, das gezielte Nachhaken, die Verabredung heute… all das war kein Zufall gewesen. Es war eine bis ins kleinste Detail choreografierte Hinrichtung meines Stolzes gewesen.
Vor mir auf den Knien rührte sich Nadja nicht.
Die triumphierende Jägerin, die vor wenigen Sekunden noch geglaubt hatte, eine verbotene Schwäche aufgedeckt zu haben, war verschwunden. Ihre meerblauen Augen starrten abwechselnd auf die Nachricht und in mein entgleistes Gesicht.
„Sie… sie hat mir den Schlüssel zugesteckt?“, flüsterte Nadja heiser, fast ungläubig. Ihre Stimme verlor jede Spur von Spott; da war nur noch die nackte Faszination einer Frau, die begriff, dass sie Teil eines viel größeren, dunkleren Plans war.
Langsam, wie in Trance, ließ sie das Telefon sinken und wandte den Kopf zur Couchlehne, wo ihre braune Ledertasche abgestellt war. Mit zitternden Fingern griff sie nach dem Riemen, zog die Tasche zu sich auf den Teppich und öffnete den schmalen Reißverschluss des inneren Seitenfachs.
Ihre Hand tauchte hinein.
Ein helles, feines Klirren hallte durch den Raum.
Als ihre Hand wieder zum Vorschein kam, lag auf ihrer Handfläche ein winziger, gezackter Schlüssel aus glänzendem Messing, befestigt an einem dünnen schwarzen Seidenband. Exakt dasselbe Seidenband, das heute Morgen noch auf Loonas Nachttisch gelegen hatte.
Nadja stieß ein heiseres, kehliges Lachen aus – halb überfordert, halb berauscht von der schieren Absurdität der Situation.
„Sie hat mich benutzt“, murmelte sie, hob den Schlüssel an die Lippen und sah mich mit einem Blick an, der mein Blut augenblicklich wieder zum Kochen brachte. Die Überraschung in ihren Augen wich einer kalten, lodernden Entschlossenheit. „Sie hat mich als Werkzeug benutzt, um dich zu brechen. Und sie will ein Video.“
Sie stand nicht auf. Sie rutschte auf den Knien noch näher heran, schob meine nackten Oberschenkel mit beiden Händen noch weiter auseinander und legte das Telefon so auf den Couchtisch, dass die Kameralinse genau auf meine Mitte gerichtet war. Ein roter Punkt leuchtete auf dem Display auf.
Die Aufnahme lief.
„Na schön, John“, raunte Nadja, und der Tonfall ihrer Stimme war plötzlich so unbarmherzig, so vollkommen eingenommen von Loonas Auftrag, dass mir ein Schauder bis in die Zehenspitzen fuhr. „Wenn deine Herrin will, dass ich ausprobiere, wie weit du gehst… dann wollen wir sie doch nicht enttäuschen.“
Sie nahm das massive Messingvorhängeschloss zwischen Daumen und Zeigefinger, kippte es nach oben und setzte die feine Spitze des Schlüssels in den Schließzylinder.
Ein leises, metallisches Schleifen.
Das Herz schlug mir bis zum Hals, der Stahl presste mein Fleisch zusammen, und tief in mir wusste ich, dass mit diesem einzigen Schlüsseldreh die letzte Grenze zwischen meinem alten Leben und der absoluten Unterwerfung fallen würde.
Das feine, metallische Schleifen brach jäh ab.
Nadja drehte den Schlüssel nicht herum. Stattdessen hielt sie inne, die Lippen leicht geöffnet, während ihre meerblauen Augen langsam von dem Schloss hinauf zu meinem schweißnassen Gesicht wanderten.
Ein langsames, grausames Lächeln stahl sich auf ihre Züge.
„Nein…“, flüsterte sie leise, fast wie zu sich selbst. Sie zog den winzigen Schlüssel mit einem feinen Klacken wieder aus dem Zylinder. „Das wäre viel zu einfach. Und viel zu gnädig für einen Lügner wie dich.“
Sie stand auf, strich sich eine blonde Strähne hinter das Ohr und wickelte das schmale Seidenband langsam um ihren Zeigefinger. Das winzige Stück Messing baumelte vor meinen Augen hin und her – so nah, dass ich nur die Hand hätte ausstrecken müssen, und doch unerreichbar wie ein Stern.
„Loona hat geschrieben: Probier aus, wie weit er geht“, murmelte Nadja, trat langsam um den Couchtisch herum und blieb direkt vor mir stehen. Ihr Blick war kalt geworden, befreit von jeder Zurückhaltung. „Glaubst du ernsthaft, ich lasse dich einfach so aus diesem Käfig, nachdem du mich gestern am Kanal wie eine Idiotin hast auflaufen lassen? Du hast gesagt, es sei ein Schlüsselbund. Du wolltest mich für dumm verkaufen.“
Ich saß da, die graue Hose noch immer um die Knie gewickelt, der Stahl kalt und schwer zwischen meinen Schenkeln. „Nadja, bitte… ich hatte keine Wahl…“
„Falsche Antwort“, schnitt sie mir das Wort ab. Ihre Stimme duldete keinen Widerspruch. Sie deutete mit der Fußspitze ihrer engen Leggings auf den Boden direkt vor sich. „Zieh dich ganz aus. Alles. Kein T-Shirt, keine Socken. Und dann runter vom Sofa. Auf alle viere.“
Mein Atem stockte. Mein Blick glitt zum Display ihres Smartphones auf dem Tisch. Die rote Aufnahme-Anzeige blinkte stetig. Loona sieht alles. Sie wird jede Sekunde davon zu sehen bekommen.
Mit zitternden Fingern griff ich an den Saum meines Shirts, zog den Stoff über den Kopf und warf ihn achtlos neben das Sofa. Dann streifte ich die Jogginghose vollends von den Knöcheln, zog die Socken ab und stieß den Stoffhaufen beiseite.
Ich war vollkommen nackt. Die kühle Luft des Altbaus traf meine Haut wie ein brennender Hohn; zwischen meinen Schenkeln war der polierte Edelstahl nun der einzige Fremdkörper an meinem Körper.
Ich glitt langsam von den Samtpolstern hinab auf das harte Parkett. Die Dielen waren kühl unter meinen nackten Kniescheiben. Ich stützte die flachen Hände auf den Boden, senkte den Kopf und spannte den Rücken an. Der Zylinder hing schwer nach unten, schwang mit jeder Bewegung träge zwischen meinen Beinen und klackte leise gegen das Holz.
Nadja trat einen Schritt näher. Ihre nackten, sockenbekleideten Füße blieben nur Zentimeter vor meinen Händen stehen.
„Kriech“, befahl sie leise, während sie sich eine Tasse von dem Tisch griff und einen Schluck nahm. „Einmal quer durchs Zimmer. Bis zum großen Spiegel an der Wand. Ich will sehen, wie elegant du dich bewegst, wenn dein Gehorsam auf der Probe steht.“
Die Scham brannte mir wie flüssiges Blei durch die Adern. Ein erwachsener Mann, nackt, versiegelt, auf allen vieren kriechend durch das Wohnzimmer einer Bekannten, während eine Kamera jeden meiner demütigenden Atemzüge festhielt.
Ich setzte eine Hand vor die andere. Meine nackten Knie rutschten über die abgezogenen Dielen. Bei jedem Schritt drückte der starre Silikonring gegen mein Schambein, die Streben scheuerten, und das Vorhängeschloss pendelte wie eine schwere Glocke unter meinem Becken. Doch unter der nackten Erniedrigung, unter dem Schmerz des knienden Vorankommens, schoss das Gift wieder empor: Die Gewissheit, dass dies genau der Plan war, dass ich vor dieser Frau nichts mehr war als ein Tier ohne Scham, ließ mein Fleisch im Inneren des Rohrs quälend anschwellen.
Ich erreichte den großen Standspiegel mit dem goldenen Barockrahmen.
„Halt“, rief sie von hinten.
Ihre leisen Schritte näherten sich über das Parkett. Sie blieb direkt hinter mir stehen, packte mich mit einer Hand im Nacken und zwang meinen Kopf nach oben.
„Schau hinein, John“, hauchte sie dicht an meinem Ohr, ihr Atem heiß auf meiner Haut.
Ich sah mich im Glas. Auf allen vieren. Vollkommen nackt. Die Wangen feuerrot, die Augen glasig vor Tränen und Verlangen. Und zwischen meinen breit abgestellten Knien der metallische Glanz meines Gefängnisses, unbarmherzig ausgeleuchtet vom Tageslicht.
Nadja stellte ihren rechten Fuß sachte auf meinen Rücken, genau zwischen meine Schulterblätter, und übte sanften, unerbittlichen Druck aus, bis meine Brust fast die Dielen berührte.
„Und jetzt bedankst du dich dafür, dass ich mir überhaupt die Zeit für dich nehme“, forderte sie mit samtweichem Hohn, ließ den Fuß hinabgleiten und stellte ihre Ferse direkt neben meine Wange. „Küss meine Socken. Leck den Staub von den Spitzen. Zeig Loona im Video, wie gut du deine Lektion gelernt hast.“
Der feine weiße Baumwollstoff ihrer Socke war nur Millimeter von meinen Lippen entfernt. Ich spürte die Wärme ihres Fußes, roch das Leder ihrer Schuhe, die sie vorhin an der Tür abgestreift hatte, und den schwachen, herben Duft von getragener Baumwolle.
Mein Atem ging stoßweise gegen ihren Spann. Der Druck in meinen Schläfen pochte im Takt meines rasenden Herzens.
„Ich warte, John“, raunte Nadja von oben herab. Ihre Hand lag noch immer schwer und fordernd in meinem Nacken, die Finger fest in meine Haare gekrallt.
Ich schloss die Augen nicht. Ich zwang mich, im Spiegel mit anzusehen, wie tief ich sank.
Langsam neigte ich den Kopf und presste meine Lippen auf die Spitze ihrer Socke. Der Stoff war leicht rau auf meinen brennenden Lippen. Ich öffnete den Mund einen Spalt breit und fuhr mit der Zungenspitze über die Naht, leckte gehorsam über den feinen Staub, den sie auf dem Parkett aufgesammelt hatte.
Ein dumpfer, heiserer Laut entwich meiner Kehle. Die absolute, bodenlose Schande dieses Moments war so erdrückend, dass mir die Tränen in die Augen schossen – und gleichzeitig bäumte sich das Fleisch in meinem Zylinder mit einer solchen Wucht auf, dass die Kanten des Silikons scharf in mein Schambein schnitten. Der Käfig hielt mich eisern gefangen, verweigerte mir jeden Millimeter Ausdehnung und verwandelte die Demütigung in pure, brennende Folter.
Nadja überlief ein sichtbarer Schauder. Ihre Finger im Nacken spannten sich an, drückten mein Gesicht noch fester gegen ihren Fuß.
„Brav…“, murmelte sie, ihre Stimme rau, tief und durchdrungen von einer ganz neuen, dunklen Erregung. „Sieh dich an. Gestern noch der coole Typ am Kanal, und heute leckst du mir den Boden von den Füßen, als hättest du nie etwas anderes getan.“
Sie zog ihren Fuß langsam unter meinem Kinn weg, trat einen Schritt zurück und ließ meinen Kopf los. Ich blieb vornübergebeugt auf den Knien, die Stirn fast auf dem Holz, nach Atem ringend.
Das feine Seidenband mit dem Schlüssel schwang noch immer um ihren Zeigefinger, als sie langsam um mich herumging. Das Messing glänzte im Schein der Stehlampe. Sie blieb vor meinem Gesicht stehen, ging langsam in die Hocke und musterte mich mit einem Blick, der mich bis auf die Knochen entblößte.
„Dreh dich um“, befahl sie leise. „Setz dich auf deine Fersen. Beine weit auseinander. Ich will sehen, wie sehr du unter Strom stehst.“
Ich schluckte trocken, drehte mich auf den Knien um und ließ mich auf die Fersen sinken. Die Oberschenkel weit geöffnet, die Hände flach auf den Knien. Mein nackter, schweißglänzender Körper bot keinerlei Schutz mehr. Zwischen meinen Beinen hing der Edelstahlzylinder, vollkommen gespannt, die feinen Schlitze an den Seiten feucht von den Tropfen, die sich im Inneren sammelten.
Nadja nahm ihr Smartphone vom Couchtisch, trat vor mich und hielt die Kamera wieder direkt auf mein Becken. Mit der anderen Hand griff sie nach dem Zylinder.
Ihre kühlen Finger schlossen sich fest um das Metall.
Ein Zischen entfuhr meinen Zähnen, mein Becken zuckte unwillkürlich nach oben, doch ihr Griff war eisern. Sie neigte das Objektiv so, dass die Kamera jedes Detail einfing – das glänzende Vorhängeschloss, die Rötungen an meiner Haut und das verzweifelte Pulsieren im Inneren der Röhre.
„Siehst du das, Loona?“, sprach sie mit samtweichem, fast vertrautem Spott in das Mikrofon des Telefons, während ihre Finger das Schloss anhoben und leicht daran rüttelten. „Er bettelt förmlich. Er ist so vollgepumpt mit Druck, dass er fast platzt. Und er hat brav gespurt.“
Sie beendete die Aufnahme mit einem kurzen Tippen auf das Display, steckte das Telefon in die Tasche ihres Strickpullovers und ließ den Schlüssel am Seidenband direkt vor meiner Nase baumeln.
„Weißt du, was das Beste daran ist, John?“, hauchte sie, beugte sich so nah an mich heran, dass ihre Lippen beinahe mein Ohrläppchen berührten. „Loona hat mir zwar den Schlüssel gegeben… aber sie hat mit keinem Wort gesagt, *wann* ich ihn benutzen soll.“
Ein eiskalter Schreck fuhr mir durch die Glieder.
Ich starrte sie an, die Augen weit aufgerissen, während ein triumphierendes, unerbittliches Lächeln über ihre Lippen glitt.
Das feine Klirren des Schlüssels, als er gegen ihre lackierten Fingernägel schlug, klang wie das Schließen einer Zelle hinter mir.
Mein Mund stand leicht offen, die Kehle wie zugeschnürt. „Nadja…“, brachte ich mühsam hervor. „Loona hat gesagt…“
„Loona hat gesagt, ich soll ausprobieren, wie weit du gehst“, schnitt sie mir das Wort ab. Ihre Stimme hatte jeden Anflug von Belustigung verloren; sie war dunkel, ruhig und getragen von einer ganz neuen, kalkulierten Kälte. „Und wir haben gerade erst angefangen.“
Sie ließ das Seidenband mit dem Schlüssel langsam in den tiefen Ausschnitt ihres Strickpullovers gleiten. Das kalte Messing verschwand zwischen ihren Brüsten, direkt auf ihrer nackten Haut, für mich unerreichbar.
Ich sah dem Glanz des Metalls hinterher, als sei er mein letzter Funke Vernunft, der in der Dunkelheit versank. Mein Becken vibrierte vor ungestillter Erregung. Der Zylinder saß unerbittlich eng, der Silikonring spannte das gereizte Schambein, und die Schmach, nackt vor ihr zu knien, während sie den Schlüssel an ihrem Körper trug, trieb mir die Röte bis in die Haarspitzen.
Nadja wandte sich um und ging langsam hinüber zur Küche.
Ihre Leggings zeichnete die Kurven ihrer Hüften bei jedem Schritt nach. Ich blieb regungslos auf meinen Fersen sitzen, die Knie weit gespreizt, wie sie es mir befohlen hatte. Jeder Herzschlag pochte dumpf gegen die stählernen Streben meines Gefängnisses.
Aus der Küchenzeile erklang das Öffnen eines Schranks, dann das dumpfe Abstellen einer Flasche auf der Arbeitsplatte. Als sie zurückkam, hielt sie ein bauchiges Rotweinglas in der einen Hand und eine geöffnete Flasche in der anderen. Sie setzte sich auf das Samtsofa, schlug die Beine übereinander und lehnte sich tief in die Kissen zurück.
Ihr Blick ruhte auf mir – abschätzend, fordernd, voller Genuss an meiner totalen Bloßstellung.
„Du siehst durstig aus, John“, sagte sie leise und schenkte das Glas halb voll. Der Duft von schwerem, trockenem Wein zog durch den Raum. „Aber du hast dir noch gar nichts verdient.“
Sie stellte das Glas auf die Sofalehne direkt neben sich.
„Kriech her“, befahl sie mit einer beiläufigen Handbewegung. „Zu meinen Füßen. Setz dich auf den Teppich zwischen meine Beine. Und leg deine Hände flach auf den Boden, Handflächen nach oben.“
Ich gehorchte ohne Zögern. Die Demütigung, mich wieder auf allen vieren über die Dielen zu schieben, war längst kein Hindernis mehr – sie war zu dem Treibstoff geworden, der meinen Verstand vernebelte. Ich schob mich vor das Sofa, glitt zwischen ihre ausgestreckten Beine und ließ mich nieder. Meine Hände legte ich wie befohlen flach auf den Teppich, die Handflächen geöffnet, eine Geste vollkommener Wehrlosigkeit.
Nadja nahm einen Schluck Wein, behielt die Flüssigkeit einen Moment im Mund und schluckte langsam hinunter. Dann beugte sie sich vor. Ihre Hand strich über meine Schulter, wanderte meinen Rücken hinab und drückte mich sachte, aber bestimmt nach vorn, bis meine Brust fast auf ihren Knien ruhte.
Mit der anderen Hand griff sie wieder nach dem Zylinder.
Sie packte das kalte Rohr nicht sanft, sondern mit festem, besitzergreifendem Griff und zog es nach vorn, sodass der Zug des Silikonrings mein Fleisch straffte. Ein gequältes Stöhnen entfuhr meinen Lippen, die Stirn sank gegen ihren Oberschenkel.
„Spürst du das?“, raunte sie, ihr Atem warm an meiner Schläfe. „Wie wehrlos du bist? Du kannst nichts tun. Gar nichts. Wenn ich will, rufe ich Loona jetzt per Facetime an und zeige ihr, wie ich dich hier halte. Oder ich rufe Timo an.“
Bei Timos Namen fuhr ein Ruck durch meinen gesamten Körper.
„Nein…“, keuchte ich, Panik und perverser Nervenkitzel rissen mein Inneres in Stücke. „Nicht Timo… bitte, Nadja…“
„Warum denn nicht?“, flüsterte sie mit samtener Grausamkeit, während ihre Fingernägel leise über den Stahl kratzten. „Glaubst du nicht, dein bester Freund sollte wissen, was für ein feuchtes, eingesperrtes Häufchen Elend du geworden bist? Er würde es lieben. Er würde herkommen, ein Bier trinken und mir dabei zusehen, wie ich dich vorführe.“
Sie ließ das Metall los, griff nach dem Weinklas und nahm einen weiteren Schluck. Doch diesmal schluckte sie nicht alles hinunter.
Sie packte mich mit einer Hand fest im Nacken, riss mein Gesicht nach oben und öffnete leicht die Lippen.
Ein kühler, roter Strahl Wein floss aus ihrem Mund herab, traf meine Lippen, meine Wangen und tropfte über mein Kinn auf meine nackte Brust hinab.
„Schluck es“, befahl sie heiser. „Schluck es von meinen Lippen, oder leck es vom Teppich auf.“
Nadjas andere Hand fuhr nach unten. Ihre lackierten Fingernägel krallten sich um das kalte Metall des Zylinders und rissen ihn mit einem kurzen, brutalen Ruck nach vorn.
Ein heiserer Schrei erstickte in meiner Kehle, Tränen schossen mir in die Augen, als der Schmerz durch mein Becken peitschte.
„Sprich“, zischte sie dicht an meinem Ohr, ihre Nägel bohrten sich tiefer in das Silikon. „Oder wir rufen als Nächstes Timo an. Du hast drei Sekunden.“
„Ich…“, stammelte ich heiser gegen das Mikrofon.
Nadja hielt inne. Sie musterte mein zitterndes Gesicht, sah das echte, nackte Aufflackern von Panik in meinen Augen – und das schmale, grausame Lächeln auf ihren Lippen veränderte sich. Es wurde weicher, spöttischer, getragen von einer fast gelangweilten, überlegenen Verachtung.
Sie ließ den Zylinder nicht los, doch der brutale Ruck blieb aus. Stattdessen zog sie die Hand mit dem Smartphone langsam zurück und drückte auf dem Display auf Stopp. Die Aufnahme wurde ohne Senden gelöscht.
„Ach, John…“, säuselte sie leise und schüttelte langsam den Kopf, während sie das Telefon achtlos neben sich auf das Polster fallen ließ. „Schau dich an. Du hast ja regelrecht Angst, dass dir jemand den Boden unter den Füßen wegreißt. Keine Sorge, ich habe gar kein Interesse daran, dich bei deinen Freunden anzuschwärzen. Das hier… das ist viel zu amüsant, um es mit irgendjemandem da draußen zu teilen.“
Ein heiseres Keuchen entwich meiner Kehle, Erleichterung schwappte kurz durch meine Brust – doch sie währte nicht einmal eine Sekunde.
Nadjas Finger schlossen sich wieder um den kühlen Chirurgenstahl zwischen meinen Schenkeln. Diesmal zog sie nicht ruckartig daran, sondern hob den Zylinder behutsam, fast zärtlich an, sodass der feine Messingbügel des Vorhängeschlosses leise gegen die Streben klackte.
„Warum sollte ich jemanden anrufen, wenn ich dich ganz für mich allein habe?“, hauchte sie, beugte sich vor und strich mit den Fingerspitzen über meine nackten, angespannten Oberschenkel. „Ein erwachsener Kerl, völlig entkleidet, wimmernd auf meinem Teppich, versiegelt wie ein störrisches Haustier. Du willst doch gar nicht, dass der Ernst des Lebens hier hereinstolpert. Du willst doch genau das hier: ein Spielzeug sein. Für Loona – und für mich.“
Sie griff mit der freien Hand in ihren Ausschnitt, zog das schmale schwarze Seidenband mit dem Schlüssel hervor und ließ das kleine Stück Messing im Licht tanzen.
„Wir fangen ganz von vorn an“, bestimmte sie mit samtener Härte. „Aufstehen, John.“
Ich schluckte trocken, die Knie schmerzten vom harten Boden, doch ich wagte nicht zu zögern. Ich stemmte mich mühsam auf die Beine, splitterfasernackt, die Haut noch immer fleckig vom verschütteten Wein, während der Edelstahlzylinder bei jeder Gewichtsverlagerung träge gegen meine Leiste schlug.
Nadja blieb auf dem Sofa sitzen, schlug die Beine in ihren engen Leggings übereinander und musterte mich von Kopf bis Fuß wie eine Ware im Schaufenster.
„Hände flach an die Wand hinter dir“, befahl sie und deutete mit dem Schlüssel auf den weißen Putz neben dem Standspiegel. „Füße weit auseinander. Gesicht zur Wand.“
Ich gehorchte stumm, trat an die kühle Wand, legte die Handflächen gegen die Raufaser und stellte meine Füße weit auf. Mein Rücken, meine angespannten Pobacken mit den verblassenden Striemen der Nacht und mein tief gebeugtes Becken lagen vollkommen schutzlos hinter mir.
Hinter mir erklangen ihre leisen, sockenbekleideten Schritte auf dem Parkett.
Sie trat direkt an meinen Rücken heran. Ich spürte ihre Körperwärme, roch den schweren Duft ihres Parfüms. Ihre Hand legte sich flach auf meinen unteren Rücken, wanderte langsam hinab und strich spöttisch über die gereizte Haut meines Hinterns.
„Hübsch dressiert hat sie dich“, flüsterte sie dicht an meinem Hinterkopf. „Die Striemen sind ja noch ganz frisch. Sie hat dir gestern ganz schön zugesetzt, hm?“
„Ja…“, murmelte ich beschämt gegen die Wand.
„Und trotzdem stehst du schon wieder hier. Läufst mir hinterher. Bereit, dich für ein Lächeln zum Narren zu machen.“
Mit einer fließenden Bewegung glitt ihre Hand zwischen meine gespreizten Schenkel von hinten nach vorn. Ihre kühlen Finger tasteten nach dem Vorhängeschloss, hoben es an und ließen es fallen – Klick, Klack. Das Geräusch hallte scharf im Raum wider.
Dann spürte ich etwas Kaltes, Spitzes direkt am empfindlichsten Teil meiner Leiste.
Es war der Schlüssel.
Nadja benutzte das feine Messingstück nicht, um das Schloss zu öffnen. Sie fuhr mit der gezackten Kante des Bartes langsam über meine nackte Haut – die Innenseite des Oberschenkels hinauf, knapp am Silikonring vorbei, quer über mein Schambein. Jeder Zug hinterließ eine brennende Gänsehaut.
„Spürst du ihn, John?“, hauchte sie, und ihr Atem strich heiß über meinen Nacken. „Das hier ist deine Freiheit. Genau hier. Nur eine Drehung. Aber du bekommst sie nicht. Nicht heute. Und nicht von mir.“
Mein Fleisch im Inneren des Zylinders pulsierte vor Verzweiflung und einer maßlosen, alles verzehrenden Erregung. Der Druck war kaum noch zu ertragen.
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