What's next?
Die Dorffrauen
Silke hatte für den Abend die Frauen aus dem Dorf in ihren Garten geladen. Kaffee. Wein. Decken über die Stühle, obwohl es nicht kalt war. Sandra war nicht eingeladen. Sie wollte auch nicht hin. Sie wollte heute die Saunageschichte weiterhören. Das Heft hatte das Stück als fortgeschritten gekennzeichnet. Nicht für das Ei. Für den Dildo mit Stoßfunktion. Dazu die Maske.
Pünktlich um neun lag sie unter der Infrarotlampe.
Das helle Licht und die trockene Wärme lagen auf Bauch, Brüsten und Schoß wie in einer Sauna. Sandra zog sich am Fenster aus. Das Shirt. Die Jeans. Der Slip. Die haarlose Muschi schimmerte schon, bevor sie den Gurt in die Hand nahm. Die Maske saß. Innen die kleinen LEDs wie Sterne. Im Ohr die Stimme des Saunameisters, warm, dann dreckig.
Unten im Garten stellte Silke keine Kameras aus. Die waren für die Männer. Den Frauen reichte das Fenster.
„Schaut nicht so auffällig“, sagte Silke. „Aber schaut.“
Die Frauen schauten.
Sandra stand nackt hinter dem Glas, die Nippel hart im Lampenlicht, der Po zur Scheibe, dann wieder der offene Schritt, als sie sich auf die Couch setzte und die Beine öffnete. Sie führte sich den Dildo ungeschickt ein. Zu viel Gleitgel. Der Gurt verdreht. Sie biss sich auf die Lippe, schob nach, rutschte, nahm ihn noch einmal und presste ihn in die nasse Spalte, bis der Schaft verschwand und der Gurt über den Hüften einschnappte.
Eine Frau zog hörbar die Luft ein.
„Die zieht sich direkt am Fenster aus.“
„Ist das nicht die Schlampe, die sich immer nackt zeigt?“
„Ja. Die Neue aus Peters Haus.“
„Stimmt. Ich hab auch schon von der Schlampe gehört. “
Silke trank. Sie lächelte nicht einmal. Sie ließ die Sätze stehen.
Oben startete die Stoßfunktion.
Der Dildo arbeitete zuerst langsam. Ein kurzer Ruck nach innen, Pause, wieder ein Ruck. Sandra stöhnte. Die Stimme im Ohr beschrieb den Saunameister, der sie auf die Bank kniete. Der Dildo nahm denselben Takt. Die Infrarotlampe machte aus ihrer Muschi eine helle, glatte Fläche. Die Schamlippen umschlossen den Schaft. Bei jedem Stoß schoben sie sich ein Stück mit, nass, sichtbar.
Die Frauen hörten das Stöhnen durch die Scheibe.
Nicht jedes Wort. Die Laute. Ein hohes Ziehen. Ein dumpfes Ja. Ein Fluchen, das keine Nachbarin um neun Uhr abends haben sollte.
„Eine Stunde lang lässt die sich das Ding reinstoßen.“
„Peter sollte sich lieber eine andere suchen, was ist mit die Silke?“
Sandra wurde eine Stunde lang gefickt.
Der Gurt hielt. Der Dildo beschleunigte, als die Geschichte härter wurde. Die Stöße gingen tiefer. Sandra griff in die Couch, die Knie nach außen, den Po auf der Kante, damit das Gerät den Winkel fand. Speichel glänzte am Mund. Die Brüste wippten. Der Kitzler rieb sich am oberen Rand des Gurts. Sie kam das erste Mal mit einem Laut, der unten die Gläser anhalten ließ. Die Hüfte zuckte. Nässe lief am Schaft herunter auf den Bezug.
Das Gerät hörte nicht auf.
Die Geschichte auch nicht. Der Saunameister nahm sie ein zweites Mal, in der Erzählung von hinten. Sandra drehte sich, ungeschickt, den Po zum Fenster, den Kopf in die Kissen, und der Dildo stieß weiter. Unten sahen die Frauen den nackten Hintern, das offene Loch, in das der Schaft verschwand, die nassen Lippen, das Zucken.
„So eine Schlampe.“
„Und das bei offenem Licht.“
Silke sagte leise: „Sie weiß, dass man sie sieht. Aber sie will nicht drauf angesprochen werden. Sie war fast agessiv als ich ihr sagte was man alles von ihr sehen kann. Sie kommt halt nicht von hier und FKK wäre ja in den eigenen Wänden erlaubt. Dann hat sie mir vor der Nase die Türe zugeschlagen.“
Eine jüngere Frau schwieg zu lange. Eine ältere schüttelte den Kopf und schaute trotzdem nicht weg.
Sandra kam ein zweites Mal, später, als die Stimme vom Kommen des Saunameisters sprach. Der Orgasmus war unsauber. Die Beine zitterten. Der Dildo arbeitete durch. Sie stöhnte gegen das Kissen und die Scheibe trug den Rest.
Um zehn endete das Stück. Das Gerät wurde langsamer und blieb stecken. Sandra lag nackt unter der Lampe, die Maske noch auf, den Gurt in der Spalte, und atmete, als habe jemand sie wirklich genommen.
Unten räumte niemand sofort die Gläser weg.
Ab diesem Abend war Sandra auch bei den Frauen ein Stadtgespräch.
Nicht nur bei den Jungs, die über ihren Körper sprachen, über Titten, über den nassen Schritt hinter Glas. Bei den Frauen lag derselbe Inhalt in einem anderen Ton. Die Schlampe aus Peters Haus. Die sich auszieht. Die sich Sachen einführt. Die stöhnt, dass man es im Garten hört. Es war Verachtung und Faszination in einem Satz. Niemand rief Peter an, um ihn zu warnen. Peter sagte überall, sie sei nett und naiv. Die Frauen sagten untereinander etwas anderes und nickten Silke zu, als sie den Wein nachschenkte.
„Nächste Woche wieder?“, fragte eine.
Silke zuckte die Schultern.
„Wenn das Licht brennt.“
Oben zog Sandra die Maske ab, glaubte weiter an die Folie und lächelte erschöpft in die leere Wohnung, als hätte sie nur eine Geschichte gehört. Unten war aus der Geschichte bereits ein Name geworden.
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