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Tagebucheintrag Besuch vom Vermieter

Chapter 5 by Peter_ENF

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Peter war heute da. Mein Vermieter und erster männlicher Besucher. Ich schreibe das nicht auf, weil etwas Schlimmes passiert wäre. Sondern weil ich danach merkwürdig ruhig war. Frei. Unbefangen. Fast selbstsicher, und das kenne ich an mir sonst kaum.

Er hat geklingelt, während ich noch in der Musik hing. Ich bin zur Tür, offen, ein bisschen durcheinander vom Tanzen, und dachte nur: nett, dass jemand nach dem Haus sieht. Er hat gesagt, er habe gesehen, dass ich mich gegen Vorhänge entschieden habe. Er klang ein wenig verdutzt dass ich das alleine hinbekommen habe. Taja wir Frauen können auch was wenn wir nur wollen.

Er hat genickt und meine Leistung anerkannt. Ich habe mich so gut gefühlt. Und er war auch nett. Keine blöden Kommentare, was man besser machen kann oder das ich alles falsch mache. er sagte nur Okay, wenn du meinst. Dann ist er gegangen. Ich habe ihm nachgeschaut und Silke um die Ecke gewinkt. Alle so freundlich hier. Ein Vermieter, der vorbeikommt, statt sich zu beschweren. Eine Nachbarin, die Gelee und sogar ein paar alte Bücher bringt. Ich will das nicht zerreden. Ich will es behalten.

Den Rest des Tages bin ich durch die Wohnung gegangen, als gehörte sie endlich mir. Bei den Büchern war ein Buch über Yoga. Ich habe mal Yoga ausprobiert. Aber das war anders. Ich sollte nackt dabei sein. Ich wollte es ausprobieren. Die neue Sandy probiert neue Sachen und hier fühle ich mich sicher. Ich habe trotzdem alle Türen abgeschlossen. Am Anfang war mir das unangenehm. Inzwischen mag ich es. Nicht, weil ich mich vorführe. Weil ich merke, dass ich mit mir einverstanden bin. Dabei ist mein Körper merkwürdig wach. Ein Zug reicht, und die Nippel richten sich auf, werden hart, als hätten sie eine eigene Meinung. Es ist unangenehm und genau und irgendwie ehrlich. Eine Berührung dort würde nicht nur dort bleiben. Sie würde einen Schauer durch den ganzen Leib jagen, bis in die Mitte, und mich erregen, bevor ich beschlossen habe, ob ich das will. Ich merke das, während ich ganz alltäglich bin. Während ich Wasser aufsetze. Während ich eine Pose halte. Während ich allein bin.

Früher hätte mich genau das beschämt. Heute lasse ich es stehen. Ich bin schüchtern, ja. Aber in diesen Räumen fühle ich mich zum ersten Mal nicht wie jemand, der sich dauernd entschuldigen muss. Ich tanze manchmal. Für mich. Ich koche. Ich atme. Ich gehe nackt unter die Dusche und danach wieder ins Zimmer, ohne jedes Mal zusammenzuzucken. Das Sicherheitsgefühl von gestern ist noch da. Dazu diese neue Unbekümmertheit: dass empfindlich sein nicht automatisch heißt, verfügbar zu sein.

Peter hat mich gesehen. Als Mieterin. Als Frau, die gerade erst angekommen ist. Mehr nicht, denke ich. Heute Abend bin ich zufrieden mit mir. Still. Wach. Und zum ersten Mal ein bisschen stolz, dass ich die Tür geöffnet habe, ohne klein zu werden.

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