What's next?
Barock
Doch auch die Deodorantisten konnten den Siegeszug des Evaporismus nicht aufhalten. Im Gegenteil: Je energischer die Kirche gegen die neue Lehre vorging, desto mehr Aufmerksamkeit erhielt sie.
Bald fand man evaporistische Schriften nicht mehr nur in den Hinterzimmern florentinischer Kaschemmen, sondern auch in den Studierstuben deutscher Universitäten und sogar an den Höfen einiger kleinerer Fürstentümer.
Besonders beunruhigend für die katholische Kirche war, dass der Evaporismus zunehmend Anhänger in den eigenen Reihen fand.
Den Anfang machte ein Bischof aus Süddeutschland, der während des außergewöhnlich heißen Sommers von 1623 eine höchst umstrittene theologische Stellungnahme veröffentlichte. Darin erklärte er, die Soutane sei zwar „ein ehrwürdiges Zeichen des geistlichen Standes“, müsse aber „im Interesse der seelischen Erbauung der Gläubigen in ihrer praktischen Auslegung etwas flexibler verstanden werden“.
Die Inquisition reagierte empört.
Noch empörter reagierte der Bischof, als man ihm vorschrieb, seine Soutane wieder anzuziehen.
Der Streit zog sich über mehrere Wochen hin und wurde schließlich auf einer außerordentlichen Bischofskonferenz entschieden. Die offizielle Beschlussfassung lautete:
Ein Geistlicher darf sich bei großer Hitze Erleichterung verschaffen,
solange er dabei nicht den Eindruck erweckt, sich Erleichterung zu verschaffen.
Damit war der entscheidende Präzedenzfall geschaffen.

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