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Abschied aus Falkenbrück

Chapter 23 by vaelinalsorna

Der Morgen begann mit dem Duft von frischem Brot.

Als Darian die Schankstube betrat, war sie längst nicht mehr so laut wie am Abend zuvor. Einige Händler saßen bereits über ihren Frühstücksschüsseln, Fuhrleute bereiteten sich auf die Weiterreise vor, und durch die geöffneten Fenster fiel warmes Sonnenlicht auf die blank gescheuerten Holzdielen.

Corvin saß bereits an einem Tisch.

Als Darian sich zu ihm setzte, hob dieser nur kurz den Blick und ein vielsagendes Grinsen huschte über sein Gesicht.

„Du siehst erstaunlich ausgeschlafen aus.“

Darian schüttelte schmunzelnd den Kopf.

„Lass gut sein.“

„Ich habe doch noch gar nichts gesagt.“

„Eben.“

Beide mussten leise lachen.

Kurz darauf erschien Kira mit zwei Tellern, auf denen frisches Brot, Käse, geräucherter Schinken und Rührei angerichtet waren.

„Für unsere Reisenden aus dem Norden“, sagte sie lächelnd und stellte das Frühstück vor ihnen ab.

„Ihr braucht Kraft für den Weg.“

„Das riecht hervorragend“, erwiderte Darian.

„Ich hoffe, es gefällt dir heute Morgen genauso gut wie...“

Sie hielt für einen winzigen Augenblick inne und schenkte ihm ein verschmitztes Lächeln.

„...dein Aufenthalt hier insgesamt.“

Darian konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

„Ich habe mich jedenfalls sehr willkommen gefühlt.“

„Das war auch meine Absicht.“

Ihre Augen funkelten.

Corvin beobachtete den kurzen Wortwechsel schweigend und nahm demonstrativ einen großen Bissen von seinem Brot, als wolle er den beiden ungestört den Vortritt lassen.

Bevor Kira sich wieder den anderen Gästen widmete, beugte sie sich noch einmal leicht zu Darian.

„Falls dich dein Weg irgendwann wieder nach Falkenbrück führt...“

Sie lächelte.

„...weißt du ja jetzt, wo du ein gutes Zimmer findest.“

„Das werde ich mir merken.“

„Das hoffe ich.“

Mit einem letzten Blick verschwand sie zwischen den Tischen.

Während des Frühstücks begegneten sich ihre Blicke noch mehrmals.

Mal genügte ein kurzes Lächeln.

Mal ein flüchtiges Nicken.

Große Worte waren nicht nötig.

Als sie ihre Ausrüstung schließlich wieder geschultert hatten, traten sie vor das Wirtshaus.

Kira wartete bereits an der Tür.

„Dann lebt wohl.“

„Und danke für eure Gastfreundschaft“, sagte Darian.

Sie nickte.

„Passt auf euch auf.“

Für einen kurzen Moment hielten sie den Blick des anderen fest.

Dann trat Darian einen Schritt zurück.

Gemeinsam mit Corvin verließ er den Hof desWirtshauses und wenig später auch Falkenbrück.

Erst als die Stadtmauern hinter ihnen kleiner wurden und die Straße wieder zwischen Feldern und Wäldern verlief, räusperte sich Corvin auffällig.

„Also...“

Darian wusste sofort, was jetzt kam.

„...ich muss schon sagen.“

Corvin grinste breit.

„Kaum sind wir eine Nacht in einer halbwegs friedlichen Stadt...“

Er warf Darian einen schelmischen Seitenblick zu.

„...und du sorgst schon dafür, dass man sich dort an einen Soldaten aus Nordwacht erinnern wird.“

Darian lachte.

„Du übertreibst.“

„Tue ich das?“

Corvin legte sich gespielt nachdenklich eine Hand ans Kinn.

„Ich erinnere mich nur daran, dass eine gewisse Schankmagd heute Morgen ausgesprochen gute Laune hatte.“

Darian schüttelte den Kopf.

„Manchmal bist du unerträglich.“

„Aber ich habe recht.“

„Vielleicht.“

Corvin lachte laut auf.

„Siehst du!“

Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte sich ihre Reise leicht an.

Der Krieg war dadurch nicht verschwunden.

Die Erinnerungen an Nordwacht waren nicht verblasst.

Doch für ein paar Wegstunden begleiteten sie nicht nur Trauer und Verlust, sondern auch ein freundschaftliches Lachen.

Und während die Türme Falkenbrücks langsam hinter dem Horizont verschwanden, richteten Darian und Corvin ihren Blick wieder nach Süden.

Dorthin, wo irgendwo hinter den fernen Straßen und Flüssen die Hauptstadt des Reiches auf sie wartete.

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