Wie geht es weiter?

Annas unerwarteter Vorschlag

Chapter 124 by Filiusfiliae

„Vielleicht sollten wir ein bisschen auf Abstand zueinander gehen“, sinniert Anna dabei vor sich hin. Ich reagiere irritiert, und bevor ich mich verletzt fühlen kann, erläutert meine Schwester ihre Aussage: „Vielleicht sollten wir die Nächte häufiger mal getrennt verbringen. Mir scheint schon, dass du an der Erfahrung interessiert wärst, mal eine ganze Nacht zum Beispiel mit Bettina oder Maike Sex zu haben und nicht nur maximal zwei Stunden, was einen nötig, ständig auf die Uhr zu gucken. Ja, und ich könnte in den Nächten meine homoerotische Seite besser ausleben, mit Angelika, Mandy, mal sehen …“ Ich gebe zu, die Idee sagt mir zu.

Als wir unser Zimmer betreten, bin ich überrascht. Das Bett ist frisch bezogen und gemacht, alle Spuren des nächtlichen Geschlechtsverkehrs beseitigt. Anna weist mich auf einen Zettel von Angelika hin, die sich für eine absolut erfüllende Nacht bedankt, es als Ehrenpflicht bezeichnet, das Bett, in dem sie ihr „erstes Mal“ hatte, in Ordnung zu bringen, und herzlich Anna grüßen lässt. Meine Schwester fasst sich zwischen die Beine. „Schmerzen?“, frage ich besorgt. „Ne, Lust“, antwortet Anna grinsend. Dass sie Lust auf Angelika meint, brauche ich nicht erst zu fragen. Kurze Zeit später bin ich wieder draußen. Allein, denn Anna wurde von Katharina abgefangen, um ihr in der Küche zu helfen.

Ich kreuze Nataschas Weg. Die erkundigt sich bei mir nach Annas Befinden. „Ich bin nicht grob mit ihr umgegangen, falls du den Eindruck haben solltest, ich war allerdings, nun ja, sehr leidenschaftlich …“ Ich akzeptiere die Erklärung. Denn ich kann auch sehr leidenschaftlich sein, wenn Anna nackt und willig unter mir liegt. „Falls du und deine Schwester mal Lust haben solltet, gemeinsam mit mir die Nacht zu verbringen – es würde mich sehr freuen“, sagt Natascha noch, bevor sie weitergeht, und hat mich und Anna somit zu einem „flotten Dreier“ eingeladen. Bin nicht abgeneigt, werde das aber natürlich erst mal mit meiner Schwester besprechen.

Da kommt mir unverhofft Celina entgegen. Nunmehr die einzige Frau hier, mit der ich noch nicht im Bett war, geht mir auf. Sie guckt mich irgendwie traurig-säuerlich an, fragt mich, ob ich irgendwas gegen sie hätte, sie irgendwas falsch gemacht habe. Ich reagiere verwundert. Und dann platzt es aus ihr heraus: „Du warst mit Daniela intim, mit Bettina, mit Maike, mit Angelika – nur mit mir nicht. Findest du mich so unattraktiv?“ Tränen stehen ihr in den Augen. Ich umarme sie, drücke sie an mich, spüre, wie sie leise weint, erkläre ihr in möglichst schlichten Worten, dass ich mir die Reihenfolge nicht ausgesucht hätte, sondern zufallsbasiert war. Ihre Tränen versiegen allmählich, mit leicht glasigem Blick schaut sie mich an, lächelt vorsichtig, sagt: Darf ich mir was wünschen?“ – „Klar.“ – „Ich möchte nicht schlechter gestellt werden als Angelika.“ – „Du möchtest eine ganze Nacht mit mir verbringen.“ – „Oh ja.“ – „Das hatten Bettina und Daniela aber nicht.“ – „Noch nicht, meinst du sicherlich.“

Stimmt, das meinte ich. Mein Vorhaben steht fest, mit jeder Frau hier mindestens eine ganze Nacht zusammen zu verbringen. Mit entsprechender Bettakrobatik.

„Du weißt, ich habe kein Einzelzimmer. Das muss ich mit Anna klären. Es sei denn, du hast eine Alternativmöglichkeit.“ Hat sie nicht, und ob Daniela und Anna so auf Kommando miteinander übernachten würden, bin ich mir absolut nicht sicher. Bislang galt, dass beim Vögeln keine Dritten irgendwie tangiert werden.

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