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Chapter 3 by Reyhani Reyhani

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Ankunft

Mit einem erneuten Ruck hielt der Triebwagen am offen Bahnsteig auf dem Pass. Die Fahrgäste, die schon an der Tür gewartet hatten, drängten hinaus. Nur die junge Frau versuchte noch, möglichst viele der Pakete zu greifen, um ihrem ebenfalls schwer beladenen Vater nachzueilen.

„Warte, ich helfe dir“, bot Annika ihr an. „Das kannst du ja gar nicht alles alleine tragen.“

„Danke, es geht schon, draußen wartet Thomas. Der kommt und holt den Rest.“

Aber Annika ließ sich nicht abhalten, griff zwei Pakete und folgte ihr nach draußen. In der Tür stieß sie mit einem großen jungen Mann, einige Jahre älter als sie selbst, zusammen. Er griff ihren Oberarm und verhinderte so, dass sie von ihrem Rucksack nach hinten umgerissen wurde.

So hielt er sie – einen Moment zu lange, während er in Ruhe nach unten auf ihre schneeweißen Brüste schaute. Die Blicke und die Berührung war Annika nicht unangenehm. Der junge Mann hielt sie auf eine angenehme Art in der Balance. Dann endlich sah er sie mit seinen hellblauen Augen an, lächelte und begann, ihr die Pakete abzunehmen.

„Danke, dass du Marie geholfen hast. Jetzt übernehme ich. Wir laden alles auf den Wagen. So kriegen wir die Sachen leicht runter ins Geschäft."

Er stellte sich als Thomas vor, sein Vater führte den Kramladen im Dorf. Marie, die junge Frau aus der Bahn, war dort das Lehrmädchen und nicht die Tochter des Besitzers, wie Annika geglaubt hatte. Annika beobachtete, wie Thomas die restlichen Pakete verstaute. Zufrieden stellte sie fest, dass die Begegnung mit ihr bei ihm offenbar einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Ohne dass er Notiz davon zu nehmen schien, hatte sich sein Penis halb aufgerichtet. Nur Marie schien es gleichfalls bemerkt zu haben. Sie sah einige Male verstohlen zu Annika herüber, um dann ihren Blick schnell wieder abzuwenden.

Dann machte sich die Gruppe an den Abstieg ins Tal. Marie zog den Handwagen, nachdem ihr Chef ihre Hände mit den Schnallen am Haltegriff befestigt hatten. Er und sein Sohn gingen locker nebenher und halfen gelegentlich beim Bremsen. Bevor sie hinter der Wegbiegung verschwanden, sah Thomas sich noch einmal um und winkte. Annika musste lächeln. Wenn sie von der Alm zurück im Dorf war, würde sie ganz bestimmt einmal im Laden vorbeischauen.

Vom Ende des kurzen Bahnsteigs hob der Fahrer der Bahn die Hand, um Annikas Aufmerksamkeit zu erregen. Neben ihm stand ein muskulöser Mann mit einem Filzhut gegen die Sonne. Das musste Alois, der Fremdenführer, sein. Er würde sie zur ersten Station ihres Urlaubs, der Schwarzbach Alm, bringen. Mit seinem halblangen Haar, dem dunklen Bart und der Hakennase hatte er etwas Wildes, doch seine dunklen Augen blickten Annika freundlich und ruhig an.

„Willkommen bei uns. Wenn du bereit bist, gehen wir sofort los. Es ist noch ein ganzes Stück Wegs bis zur Alm.“

„Gerne“, erwiderte Annika, „ich mach nur noch schnell was gegen die Sonne drauf. Weißt du, ich bin das nicht gewohnt ... also, ist ja klar, man sieht es ja ...“

Alois nickte nur stumm und musterte Annika eingehend, während sie den Rucksack absetzte und die Flasche mit der Sonnencreme und eine Baseball-Kappe aus einer Seitentasche fischte. Sein Blick glitt über ihren gesamten Körper und blieb anerkennend an ihren Wanderstiefeln hängen.

Zuerst band Annika ihre Haare zusammen und setzte die Kappe auf. Dann begann sie etwas fahrig, sich von oben bis unten einzucremen. Zuerst die Arme, dann Schultern und Nacken, bevor die Brüste dran waren. Sie trug reichlich Creme auf und unterdrückte den Impuls, sich wegzudrehen. Falls sie den Blicken des Fremdenführers hätte ausweichen wollen, wäre das sowieso unnötig gewesen. Alois sah sie nicht an sondern verabschiedete sich währenddessen vom Fahrer.

Zum Schluss war Annika bei den Knien am Rand ihrer weißen Wanderstrümpfe angelangt. Jetzt war Alois wieder bei ihr und bot an, ihren Rücken zu übernehmen. Mit seinen breiten Händen verteilte er die Creme zwischen Annikas Schulterblättern und fuhr ihre Wirbelsäule nach unten bis zum Ansatz ihres Pos entlang. Annika erschauderte und ging unwillkürlich ins Hohlkreuz.

„Jetzt hab ich noch eine Kleinigkeit für dich“, brummte Alois ihr von hinten mit seiner tiefen Stimme ins Ohr. Dann fühlte sie, wie etwas um ihren Hals gelegt wurde. Ihre Finger ertasteten ein breites, enges Band aus Filz mit Stickereien, die sie nur erahnen konnte.

Alois erklärte: „Als Zeichen, dass du während der Reise unter meiner Obhut stehst. Du hast also nichts zu befürchten. Und jetzt Abmarsch!“

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