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Chapter 28 by PPixie PPixie

Was hat der Nachbar vor?

Marianne macht sich für ihn schick

Marianne hat noch genügend Zeit, die Sauereien in der Wohnung zu beseitigen, sich zu duschen und ein schmackhaftes Abendessen zu bereiten. Alles ist wieder frisch, und die Ehefrau freut sich, dass es so gut geklappt hat, nach dem etwas extremen, einerseits erschreckenden, andererseits aber auch sehr belebenden Tagesverlauf alles wieder auf Anfang zu stellen und ihrem Ehegatten ein attraktives Weib zu sein.

Am nächsten Morgen steht sie pünktlich um neun vor der Tür der Wohnung, die unter ihrer eigenen gelegen ist. Es ist Fellners Appartement. Sie hat sich wieder frisch geduscht und in einen blumigen Duft gehüllt, da sie ja weiß, dass ihr Nachbar dies schätzt. Schließlich hat sie mehrere Gründe, ihn gewogen zu stimmen. Sein unfreundlicher Erpressungsversuch, der letztendlich erfolgreich war, hatte einen nicht eben aus der Luft gegriffenen Hintergrund, und die Drohung mit Rufmord in der Nachbarschaft trifft Marianne sehr wohl. Hinzu kommt, dass ihr unüberlegtes Zugeben der Affäre mit dem Chef der Nachbarabteilung an ihrer ehemaligen Arbeitsstelle den Herrn Fellner auch noch in die Position gehievt hat, ihren Mann gegen sie ausspielen zu können. Die Affäre an sich wäre dabei gar nicht mal das Schlimme. Aber ihr Verheimlichen und vor allen Dingen der Zeitraum – beginnend genau, als sie sich verlobten, und endend erst Monate nach ihrer Hochzeit – sind zwei kaum entschuldbare Umstände. Auf der anderen Seite steht, dass Marianne noch immer von ihrem unbeschreiblichen Orgasmus am Vortag beeindruckt ist. So heftig hatte ihr Körper noch nie zuvor reagiert. Auch das spricht dafür, dass sie Fellner gegenüber nachgiebig sein möchte, soweit es irgendwie geht.

Deshalb hat sie sich auch in einer Weise gekleidet, von der sie meint, dass es ihm wohl gefallen müsse. Ein leichtes, kurzes Röckchen mit seitlichem Schlitz, oben zu knöpfen, und darunter nichts. Als Oberteil eine dünne Bluse aus Crinkle-Stoff, die sie komplett offen lässt. Darunter ebenfalls nichts. Sollte ihr jemand auf der Treppe begegnen, werden die Brüste nicht zu sehen sein, aber wenn sie in der Tür steht, kann sie damit spielen, wie weit die Bluse offen steht. Marianne hatte sogar darüber nachgedacht, ihrem Nachbarn ein kleines Geschenk zur Versöhnung mitzubringen. Dann aber erschien es ihr unpassend, denn sie weiß ja, welches Geschenk er begehrt: sie selbst.

Als sie schließlich nach unten tippelt, denkt sie daran, dass sie überhaupt nicht weiß, was sie unten erwartet. Wird er allein sein? Werden mit ihm weitere Männer auf sie warten? Marianne ist sich nicht einmal sicher, was sie sich aussuchen würde, wenn sie könnte.

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Bemerkung für aufmerksame Leser: In der Geschichte bis hierher fehlen zwei Tage. Einer davon ist bei MACC „verschwunden“, der andere in meiner Schreibstube. Alles wird stimmig, wenn für diesen Erzählstrang (16.4 usw.) die Pokerparty nicht am Samstag-, sondern am Montagabend war.

Wie viele Männer werden sie unten erwarten?

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