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Chapter 8 by HippieEnergyFlow

What's next?

Ankunft in der Bar

[Vici:]

Das Taxi hielt direkt vor dem roten Neonschild. „Lustbar“. Die Buchstaben flackerten leicht, als hätten sie einen eigenen Puls. Wir stiegen aus, zahlten, und schon schlug uns die warme, schwere Luft entgegen – eine Mischung aus Parfüm, Rauch (obwohl Rauchen drinnen verboten war, roch es trotzdem danach), Schweiß und etwas Süßlichem, das nach Sex und Vanille roch.

Die Tür war schwer, schwarz lackiert, mit einem kleinen goldenen Klingelknopf. Drinnen empfing uns sofort gedämpftes rotes Licht. Keine grellen Spots, sondern warme, samtige Strahler, die von der Decke hingen wie Tropfen. Die Bar selbst war lang und schmal, aus dunklem Holz, mit einem Tresen aus schwarzem Marmor. Dahinter Regale voller Flaschen, die im Licht glänzten wie Juwelen. Links und rechts kleine Nischen mit tiefen, dunkelroten Samtsofas, dazwischen ein paar hohe Tische und Barhocker. Ganz hinten führte ein schmaler Gang zu den „Räumen“ – man sah nur schwere Vorhänge aus Samt, die manchmal leicht schwankten.

Die Musik war tief, basslastig, aber nicht laut. Etwas Elektronisches mit viel Hall, das sich anfühlte wie ein Herzschlag. Man konnte reden, ohne zu schreien, aber die Bässe vibrierten einem im Bauch.

Die Leute… fuck, die Leute.

Keiner sah aus, als wäre er zufällig hier reingestolpert. Eine Frau Ende 30 in einem durchsichtigen schwarzen Top und Lederrock saß allein an der Bar, nippte an einem Drink und beobachtete alles mit einem kleinen Lächeln. Ein Paar – er mit offenem Hemd, sie in einem engen Korsett – küsste sich in einer Nische, langsam, ohne Eile, als hätten sie alle Zeit der Welt. Ein Typ mit Glatze und Tattoos bis zum Hals stand mit zwei Frauen zusammen, lachte laut, eine Hand locker auf dem Arsch der einen. Eine queere Gruppe am anderen Ende der Bar – zwei Mascs, eine Femme, alle in Leder – prosteten sich zu. Und überall dieses unausgesprochene Einverständnis: Hier schaut niemand weg, wenn Blicke länger bleiben. Hier wird nicht geurteilt.

Marie und ich setzten uns an die Bar, bestellten zwei Gin Tonics. Der Barkeeper – ein schlanker Kerl mit Piercings in den Lippen – grinste uns an. „Erstes Mal?“

„Könnte man so sagen“, antwortete ich und spürte schon, wie mir die Hitze in die Wangen stieg.

Wir nippten, schauten uns um. Marie lehnte sich an mich, ihre Hand streifte meine Hüfte. „Das hier ist… intensiv.“

„Geil intensiv“, murmelte ich zurück.

Genau in dem Moment öffnete sich die Tür wieder. Herein kamen zwei Gestalten, die sofort ins Auge fielen.

Er – Lukas – war größer, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Mindestens 1,90, breite Schultern, dunkler Bart, der ihm bis fast auf die Brust ging. Die Haare schulterlang, leicht zerzaust. Er trug eine abgewetzte Lederjacke über einem engen schwarzen T-Shirt, das seine Brustmuskeln betonte, dazu dunkle Jeans und schwere Boots. An den Armen Tattoos, die unter den hochgekrempelten Ärmeln hervorlugten: Schlangen, Rosen, irgendwas Abstraktes. Sein Grinsen war breit, selbstsicher, aber nicht arrogant.

Neben ihm Lena. Sie war kleiner als er, vielleicht 1,70, schlank, aber mit Kurven genau da, wo sie hingehörten. Lange, wellige dunkelblonde Haare, die ihr bis zur Taille reichten. Ihr Gesicht war weich, hohe Wangenknochen, volle Lippen, die sie dunkelrot geschminkt hatte. Sie trug ein enges, schulterfreies Top aus schwarzem Samt, das ihre Brüste betonte – Cup C oder D, schwer zu sagen im Licht – und einen kurzen schwarzen Rock aus Lederimitat, der knapp über den Knien endete. Darunter schwarze Strümpfe mit Naht hinten und hohe Plateau-Stiefel. Um den Hals ein dünnes schwarzes Choker mit einem kleinen silbernen Ring. Ihre Bewegungen waren geschmeidig, fast katzenhaft.

Sie entdeckten uns fast gleichzeitig. Lukas hob die Hand zum Gruß, Lena lächelte schüchtern, aber neugierig. Sie kamen direkt zu uns.

„Vici?“, fragte Lukas mit tiefer, warmer Stimme.

„Genau. Und das ist Marie.“

Er schüttelte uns beiden die Hand – fest, aber nicht zu lange. Lena umarmte uns leicht, Wangenküsschen links und rechts. Ihr Parfüm roch nach Jasmin und etwas Dunklerem.

„Schön, dass ihr da seid“, sagte Lukas und bestellte sofort eine Runde – Whiskey für sich, Gin Tonic für Lena, und auch was für unsere Gläser.

Wir rückten zusammen. Vier Barhocker nebeneinander. Die Gespräche kamen schnell in Gang, als hätten wir uns schon ewig gekannt.

„Also… wie lang wohnt ihr schon zusammen?“, fragte Marie Lena.

„Fast zwei Jahre“, antwortete Lena mit einer angenehm rauchigen Stimme. „Er ist chaotisch, aber er zahlt pünktlich die Miete und kocht nie an. Das reicht mir.“

Lukas lachte. „Und sie malt Bilder, die ich nie verstehe, aber die Leute kaufen sie für horrende Summen. Und sie kocht wie eine Göttin.“

„Was malst du denn so?“, fragte ich.

„Meistens Akte. Große Leinwände. Manchmal abstrakt, manchmal sehr… explizit.“ Lena zwinkerte. „Und du? Musikstudentin, oder?“

„Genau. Und nebenbei lass ich nichts anbrennen“, sagte ich grinsend.

Marie lachte laut. „Das ist untertrieben. Vici hat eine Liste, die länger ist als meine To-do-Liste.“

Lukas hob eine Augenbraue. „Liste?“

„Booty-Call-Liste“, erklärte Marie trocken. „Auf deine hat sie es ja offenbar schon geschafft!“

Alle lachten. Die Stimmung war locker, warm, aufgeladen. Kein peinliches Schweigen, keine falsche Höflichkeit. Lena legte eine Hand leicht auf Lukas’ Oberschenkel, fast beiläufig. Marie lehnte sich an mich, ihre Schulter an meiner. Lukas’ Blick wanderte zwischen uns hin und her – nicht gierig, sondern interessiert.

„Und jetzt?“, fragte er irgendwann leise. „Noch einen Drink? Oder… Lust, ein bisschen rumzuschauen? Hinten gibt’s Nischen, wo’s ruhiger ist. Oder wir bleiben hier und schauen, was passiert.“

Marie schaute mich an. Ich spürte ihren Atem an meinem Ohr. „Was meinst du?“

Wohin?

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