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Chapter 111 by gha93 gha93

What's next?

Claras Aufgabe

Clara:

Vorsichtig trat ich in den Flur und schloss meine Zimmertür hinter mir.

Es war dunkel. Nur unter der Tür zum Zimmer meines Bruders kam Licht hervor.

Als ich an sie heranschlich, begann ich gedämpfte Musik von der anderen Seite zu hören.

Ich atmete tief ein.

Was tat ich hier eigentlich? Ich war lesbisch, verdammt! Ich liebte Jennifer!

Und das da drin war mein Bruder!

...

Mein Bruder, an den ich schon den ganzen Tag denken musste.

Mein Bruder, der plötzlich auf seine Art so viel heißer war als Jennifer und alles war, was ich jetzt wollte.

Nicht wollte ... brauchte.

Für einen Moment fragte ich mich, ob dieser plötzliche Umschwung von Tom verursacht worden sein könnte.

Hatte er mich etwa manipuliert?

Nein! Das fühlte sich zu echt an.

Außerdem hatten wir in unserem letzten Gespräch gestern lediglich über meine damalige Aufgabe gesprochen.

Von heute war keine Rede gewesen.

Da war ich mir sicher.

Nein, verdammt!

Das hier war auf meinen eigenen Mist gewachsen.

Vielleicht hatte ich mich einfach geirrt? Ja, so musste es sein. Ich war wohl doch nicht lesbisch, sondern bi.

Und mein Bruder ... Ich musste mir wohl eingestehen, dass ich auf ihn stand.

Auf meinen eigenen Bruder. Und ... und ... und ich wollte ihn.

Auch wenn es mir peinlich war, das zuzugeben. Aber es war wahr. Schon der Gedanke an ihn machte mich ganz feucht.

Ich atmete noch einmal tief ein und klopfte dann.

"Ja?", kam es von drinnen.

Es war die Stimme meines Bruders. Hatte er sich schon immer so sexy angehört?

Mit zittrigen Händen öffnete ich die Tür und trat ein.

Das Erste, was ich sah, war der Fernseher, der tonlos vor sich hin flimmerte. Die Musik, die ich gehört hatte, kam aus der Anlage in der Ecke des Zimmers.

Wie erwartet, war das Zimmer ein einziger Saustall. Es stank nach Rauch und überall tümmelte sich Zeug.

Der Papierkorb war komplett überfüllt, auf dem Boden lagen alte Klamotten, Gestaubsaugt wurde hier schon ewig nicht mehr und leere Flaschen und Dosen standen auf dem Tisch und neben dem Bett.

Keine Ahnung, wann hier das letzte Mal aufgeräumt worden war. Unsere Mutter hatte zumindest aufgegeben, danach zu fragen.

Aber all das war unwichtig.

Wichtig war einzig und allein mein Bruder und der lag gerade auf seinem Bett, hatte sein Handy in der Hand und tippte darauf herum, ohne aufzuschauen.

Seine schönen, langen, roten Haare hingen ihm ins Gesicht. Er trug ein schwarzes T-Shirt, graue Shorts und weiße Socken. Nichts Berauschendes. Trotzdem wurde ich bei dem Anblick nervös.

"Was gibt's?", fragte er und sah mich immer noch nicht an.

"Hallo, Simon. I... ich ... wir müssen reden."

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