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Chapter 9
by
kokosmilch
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Gefesselt
Sofort warf sich der Schwarze auf sie, kniete auf ihrem Rücken. Die Polizistin wehrte sich wie eine Furie, konnte gegen seine überlegene Kraft und sein Gewicht, das sie zu Boden drückte, aber nichts ausrichten.
Der Komplize eilte heran und Augenblicke später waren ihre Hände mit ihren eigenen metallenen Handfesseln auf den Rücken gebunden. Pistole und alle andere Ausrüstung wurden ihr weggenommen. Vor Wut und Ohnmacht knirschte sie mit den Zähnen.
Ihrem Kollegen erging es kurz darauf nicht besser. Er stöhnte benommen, während der Schwarze ihn aus dem Flur wie einen Sack in ein Zimmer schleifte.
"Wenigstens lebt er noch", dachte Simoni erleichtert. "Denk nach, Rena. Du musst ihn und ich selbst aus dieser Scheiße rausholen. Ruhig, konzentriert. Erinnere dich an deine Ausbildung."
Sie drehte sich auf den Rücken, um den Angreifer ansehen zu können. Fünfmal atmete sie ruhig und tief ein. Fünfmal aus. Als der Glatzkopf sich ihr zuwandte, sprach sie ihn an.
"Das bringt doch nichts, was Sie hier machen. Sie laden sich gerade eine Menge Straftaten auf. Körperverletzung, Freiheitsberaubung. Ich vermute mal, Einbruch kommt auch auf die Liste. Da kommen einige Jährchen zusammen, wenn man Sie schnappt. Und geschnappt werden Sie. Unsere Kollegen sind im Kürze hier. Und die lassen nicht locker, bis sie Euch haben, da kannst du Gift drauf nehmen. Für Typen, die Polizisten angreifen, gibt's kein Pardon."
"Ach, ja? Und was sollte ich deswegen deiner Meinung nach tun?"
"Ich habe nur einen, dafür aber sehr klugen Rat für Sie. Nehmen Sie mir die Fesseln ab und ergeben Sie sich. Dann kommt wenigstens nicht noch Widerstand auf Ihr Konto, wenn hier gleich das SEK reinstürmt. Und weil Sie jetzt eine Waffe haben, kann's sogar noch viel schlimmer ausgehen."
Je länger sie sprach, desto breiter wurde sein widerwärtiges Grinsen.
"Das klingt ja alles ganz nett, Kleine. Wenn's nicht so ein gewaltiger Haufen Bockmist wäre. Kein Mensch wird hier auftauchen, weil eure Einsatzpläne das so nicht vorsehen. Ich weiß, wie ihr Polypen tickt. Zu so einer Sache wie hier wird nur eine Streife geschickt, zum Nachsehen. Und wenn ihr nichts anderes meldet, hat's sich damit."
Die Polizistin fiel ihm ins Wort. Mumm hat sie ja, musste Yurii zugeben.
"Trotzdem wäre es schlauer, wenn Sie aufgeben. Ich verspreche, ich werde ein gutes Wort für Sie einlegen. Das spart ihnen einige Jahre an der Freiheitsstrafe, die Sie so oder so erwartet."
"Du bist süß. George und ich haben zusammen bestimmt schon mehr Jahre abgesessen, als du alt bist. Da kommt's auf ein paar mehr oder weniger nicht an."
"Ihr Freund heißt also George? Ich heiße übrigens Rena. Und Sie?" Der Psychologe an der Polizeischule hatte gelehrt, dass es vorteilhaft in einer Verhandlungssituation war, wenn man sein Gegenüber auf einer persönlichen Ebene ansprechen konnte.
"Yurii." Er ließ das R so übertrieben rollen, dass man seine russische Herkunft erkennen musste. "Und jetzt, wo wir uns einander vorgestellt haben, können wir ja ein wenig Spaß miteinander haben."
Er machte einen Schritt auf sie zu und streckte die Hand aus.
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Die Müllers
Das Schicksal einer aus der Oberschicht
Diese Geschichte behandelt die "Abenteuer" der Müller
Updated on Jun 9, 2026
by kokosmilch
Created on Oct 27, 2018
by fichtenholz
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