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Chapter 5 by kokosmilch kokosmilch

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Stiller Alarm

Polizeimeisterin Simoni nahm das Funkgerät.

"Zentrale, wir sind jetzt am Objekt, wo der stille Alarm ausgelöst wurde. Zweigeschossige Villa. Im Obergeschoss brennt hinter zwei Fenstern Licht. Ansonsten ist alles dunkel und ruhig."

Die Antwort war vom typischen atmosphärischen Rauschen begleitet. "Verstanden. Der Alarm wurde automatisch ausgelöst, als der Panikraum im Haus verriegelt wurde. Um ihn zu öffnen, ist ein Notfallcode hinterlegt. Sechs Ziffern. Notieren Sie ..."

"Bestimmt wieder blinder Alarm", brummte Polizeioberkommissar Brehme auf dem Beifahrersitz.

Simoni zischte ihm zu, dass er still sein solle. Dem ranghöheren und viel erfahreneren Streifenkollegen offen zu widersprechen, wagte sie nicht. Nur noch ein paar Monate, dann ginge er in Pension, so lange würde sie seine mehr als unterdurchschnittliche Dienstauffassung noch aushalten, hatte sie beschlossen. Wenn man Kollegen anschwärzte, wurde man im Revier schnell als Nestbeschmutzerin angesehen, und so einen Ruf wollte man nicht haben.

"Also, gehen wir rein."

Sie ließ es wie einen Vorschlag klingen, aber auch ihm musste klar sein, dass es die einzig richtige Vorgehensweise war. Auch wenn er vermutlich lieber im Auto sitzen geblieben wäre und sie alles allein erledigen ließe. Etwas Unverständliches grummelnd schob sich der übergewichtige Polizist aus dem Wagen und folgte seiner jungen Kollegin, die schon einige Schritte Vorsprung hatte. An der Haustür blieb sie stehen und versuchte, nicht allzu genervt zu wirken.

Brehme streckte die Hand aus, um zu klingeln.

"Moment." Sie hielt seinen Unterarm fest, zog ihre Hand aber rasch zurück, als sie seinem wütenden Blick begegnete. "Sollten wir nicht einmal um das Objekt herumgehen, um zu sehen, ob es irgendwelche Einbruchsspuren gibt?"

"Was soll der Scheiß, Rena?" Er benutzte immer wieder ihren Vornamen, obwohl sie nicht per Du waren und er umgekehrt darauf bestand, dass sie ihn mit "Herr Brehme" ansprach. Sie würde für ihn immer die unerfahrene Anfängerin bleiben, die vom Alter her locker seine Tochter, mit etwas Pech sogar seine Enkelin sein könnte. "Das ist ein Fehlalarm. Da machen wir kein großes Gewese drum. Wir klingeln, lassen uns das bestätigen, und fertig."

Er drückte auf den Knopf und im Haus ertönte ein lautes Schellen.

Rena schluckte die Bemerkung, die ihr auf der Zunge lag, herunter.

Hinter dem Wellenglas, das in die Tür eingesetzt war, ging das Licht an.

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