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Chapter 38
by
kleinehexe
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Pünktlich kurz vor 8
Angespannt lehnte sie sich in ihren Bürostuhl zurück und blickte auf die kleine Uhr auf ihrem Bildschirm. Noch 15 Minuten waren es bis acht Uhr und ihrem Termin beim Chef. Obwohl sie sich vorgenommen hatte, es nicht mehr zu tun, kaute sie nervös auf ihrem Bleistift und starrte auf die heruntergelassenen Jalousien seines Büros. An sich selbst zweifelnd, fragte sie sich, ob er überhaupt schon da war. Immerhin hatte sie alles gegeben, heute unbedingt pünktlich im Büro zu erscheinen, so wie er es geschrieben hatte. Nein, eigentlich hatte er es ja schon regelrecht gefordert. Sie herbestellt. Noch einmal, als wollte sie sich rückversichern, öffnete sie seine Nachricht.
„Frei geht in Ordnung. Aber ich erwarte Sie morgen Punkt 8 im Büro!“
Genauso hatte er es geschrieben. Wieder suchte sie nach versteckten Informationen zwischen den Zeilen, ohne jedoch fündig zu werden. Wie würde der Termin wohl laufen? Hatte er ihr Kapitel, welches sie ihm bereits gesendet hatte, schon gelesen? Oder lag etwa Ärger in der Luft wegen ihres kleinen Ausflugs ins Nachtleben?
7:51 Uhr, sagte die Uhr. Für eine Zigarette noch davor würde die Zeit nicht reichen. Schon den ganzen Morgen hatte sie sich einen Kampf mit der Uhr geliefert. Normalerweise war sie um diese Zeit immer schon längst im Büro. Da ihr Auto aber immer noch störrisch auf dem Straßenstrich stand und seinen Dienst verweigerte, war sie heute seit langem wieder auf den Bus angewiesen. Vollgestopft bis in die letzte Ecke, hatte sie das Gedränge des Berufsverkehrs mit einer Mischung aus Gleichgültigkeit und latenter Genervtheit ertragen. An der Haltestange festgekrallt, den Arm weit über den Kopf gestreckt, versuchte sie, den Halt nicht zu verlieren. Um sie herum drückten sich fremde Körper an sie, mal beiläufig, mal unverschämt direkt, als gäbe es keine Berührungsgrenze mehr, die für irgendwen zählte.
Auch wenn sie nur 5 Haltestellen gebraucht hatte, war sie froh, endlich aussteigen zu können. Der Ausblick, dies jetzt täglich erleben zu dürfen, war der blanke Horror. Andererseits fragte sie sich, wie sie das Problem mit ihrem fahrbaren Untersatz lösen konnte. Nochmals Geld wollte sie in die alte Karre eh nicht mehr hineinstecken und wenn doch, würde sie der Werkstatt eine Adresse geben müssen.
Klar doch. „Ach, holen Sie ihn doch bitte von dem kleinen Parkplatz beim Straßenstrich ab.“ Megaidee!
7:55 Uhr, es war Zeit. In Gedanken hatte sie sich die Fakten, welche sie auf seine Fragen liefern würde, schon zurechtgelegt. Die festgestellten Kassendifferenzen wollte sie vorerst für sich behalten und nur als Joker ausspielen, wenn sich der Termin unerfreulich entwickeln würde. Immerhin war die Kolumne ihre Chance, es hier allen mal zu zeigen, was wirklich in ihr steckte.
Bewaffnet mit ihrem Notizblock und einem Stift erhob sie sich entschlossen von ihrem Stuhl. Sie war bereit. Bereit für ihren Termin.
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Created on Aug 3, 2023
by kleinehexe
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