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Chapter 31 by Daemony Daemony

What's next?

Jasmin flieht

Ohne zu kontrollieren, wer draußen stand, öffnete Jasmin die Haustür. Erstaunt schaute sie den schlaksigen, jungen Mann an, der vor ihr stand. Seine strähnigen Haare klebten ihm an der Stirn, die zerkratzte Lederjacke und die ausgebeulte Jeans sahen aus, als habe er darin geschlafen.

"Markus?"

Sie hatte nicht damit gerechnet, den Cousin der Prostituierten noch einmal wiederzusehen.

"Was ist los? Woher weißt du überhaupt, wo ich wohne?"

"Keine Zeit", presste er hastig hervor, "die Bullen sind auf dem Weg hierher und wollen dich mitnehmen. Komm! Ich bringe dich in Sicherheit."

Jasmin verstand nicht, was er damit meinte. Was sollte die Polizei von ihr wollen? Sie hatte noch nie Probleme mit der Polizei gehabt. Und auch jetzt gab es nichts, weswegen sie ein schlechtes Gewissen haben musste. Warum sollte sie abhauen?

"Wieso?"

Aber Markus lieferte ihr keine Erklärung und gab ihr auch keine Zeit zum Nachdenken. Seine Hand schoss nach vorne, packte ihr Handgelenk und zerrte sie unnachgiebig zu sich. Jasmin schrie auf, als sie sich schmerzhaft die Zehen an der Türschwelle stieß. Sie stolperte vorwärts und fiel dem Burschen beinahe in die Arme. Nur sein fester Griff bewahrte sie davor, auf den kiesigen Pfad zu stürzen. Ohne weitere Worte zerrte er sie mit sich. Die spitzen Steinchen bissen in ihre nackten Fußsohlen.

"Warte!"

Unter Aufbietung aller Kräfte riss sie sich los. Drehte sich um. Und sah bestürzt, wie die Haustür zu und ins Schloss fiel.

Na, prima. Sie hatte weder Schlüssel, noch Geldbeutel oder Handy bei sich. Wie sollte sie wieder in ihre Wohnung kommen?

Sie hatte keine Gelegenheit, darüber nachzudenken, denn ein naheliegenderes Problem überfiel sie in Gestalt des hochgewachsenen jungen Mannes, der sie von hinten packte, hochhob und unfeierlich über den Kiesweg trug.

Jasmin schrie ihn an, schlug mit den Fäusten auf ihn ein. Alles, was sie damit erreichte, war, dass sie die Aufmerksamkeit der Nachbarschaft auf sich zog. Sie konnte sich lebhaft vorstellen, wie die neugierige Alte von Gegenüber hinter ihren Gardinen stand und großen Augen die Szene verfolgte, die sie hier geboten bekam. Mit etwas Glück würde sie zum Telefon greifen und die Polizei rufen. Wahrscheinlicher war jedoch, dass sie nur hinter vorgehaltener Hand in der Nachbarschaft und ihren Bekannten weitererzählen würde, was sie gesehen hatte. Das Gerücht würde sich ausbreiten und mit jedem Weitererzählen ausgeschmückt und dramatischer werden.

Wenn allerdings stimmte, was Markus behauptete, könnte sich die Gafferin auch sparen, den Notruf zu wählen, denn dann wäre die Polizei ohnehin gleich da. Dann könnte sie sich denen als Augenzeugin andienen, was ihr sicherlich ebenso viel Genuss und Selbstwertgefühl einbrachte.

Inzwischen hatten sie ein Motorrad erreicht, das am Bordstein wartete. Ohne weiteres Getue stellte Markus sie wieder auf die Füße, schnappte sich einen Motorradhelm und stülpte ihn Jasmin über den Kopf. Eine Geruchswolke aus Gummi und Schweiß umhüllte sie. Er stieg auf und startete die Maschine.

"Sitz hinter mich und halt dich fest. Letzte Chance!"

Jasmin wusste nicht, warum sie es tat. Wie von selbst schwang ihr Bein über den Sattel. Kaum hatte sie sich nach vorne gelehnt und mit den Armen die Körpermitte des Fahrers umfasst, brauste er auch schon los.

Wohin bringt er sie?

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