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Chapter 30
by
Daemony
Gibt es weitere Anzeichen dafür, was geschehen ist?
Jasmin versucht zu verstehen, was los ist
Jasmin atmete tief und ruhig ein und aus, um die aufkommende Panik niederzuringen. Normalerweise würde sie aufstehen und ins Bad gehen, um herauszubekommen, was die Nässe bedeutete, die sich an ihrem Unterleib ausbreitete. Aber sie wagte nicht, sich zu rühren. Ja, noch nicht einmal, ein lautes Geräusch von sich zu geben, um Robert nicht zu wecken. Was immer die Ursache war, für das, was sie fühlte, sie hätte hier und jetzt weder Lust, noch Nerven, die Fragen zu beantworten, die ihr Mann unweigerlich stellen würde.
Die einfachste Erklärung wäre natürlich, dass sie ihre Tage hatte. Doch sie kannte ihren Zyklus und es war nicht an der Zeit. Es konnte diverse Gründe geben, weshalb die Regelblutung trotzdem einsetzte, was allerdings wieder neue Fragen aufwerfen würde. Und dennoch wäre ihr dies die liebste Lösung. Würde es doch bedeuten, dass sie bei all dem, was sie an diesem Tag durchgemacht hatte, nicht auch noch geschwängert worden war.
Vorsichtig schob sie eine Hand zwischen ihre Beine, um zu ertasten, was da los war. Hngn! Sie biss sich auf die Unterlippe, um das Stöhnen zu unterdrücken, das ungewollt in ihrer Kehle aufstieg. Sie war da unten so empfindlich! Möglicherweise eine Nachwirkung des lebhaften Traums, der ihr noch immer so real vorkam.
Aufmerksam rieb sie die Flüssigkeit zwischen zwei Fingern hin und her. Sie fühlte sich schmierig und ein wenig klebrig an, was eher gegen Blut sprach. Um mehr zu erfahren, hob sie die Finger zögerlich an ihre Nase. Zu ihrer Enttäuschung roch sie nicht den erhofften metallischen Eisengeruch, sondern ein moschusartiger, leicht scharfer Duft breitete sich aus. Er war nicht unangenehm und gleichwohl lief ihr ein Schauer über den Rücken. Alles deutete darauf hin, dass es sich um Sperma handelte. Nur, von wem und wann?
Es war völlig unvorstellbar, dass sie sie tatsächlich mit einem überirdischen Wesen kopuliert hatte. Und selbst wenn, wie sollte sie danach in ihr Haus und in ihr Bett gekommen sein, ohne die geringste Erinnerung daran zu haben? Es musste ein Traum gewesen sein. Es musste!
Ihr Herz schlug bis zum Hals und ihre Gedanken kreisten stürmisch um die Frage, was mit ihr geschehen war. Sie versuchte jeden Erklärungsansatz, der ihr in den Sinn kam, und verwarf ihn wieder. Am liebsten wäre sie aufgestanden und rastlos durchs Zimmer gelaufen. Aber noch immer scheute sie sich, Robert zu stören, weil sie nicht wusste, was sie ihm sagen sollte.
Irgendwann - sie wusste nicht wann und wie - musste sie dann doch eingeschlafen sein. Zumindest fiel bereits helles Tageslicht durch die Ritzen der Rollläden, als sie die Augen aufschlug. Ein Blick zur Seite zeigte ihr, dass die andere Betthälfte leer war. Offenbar war Robert schon aufgestanden. Sie lauschte angestrengt, hörte aber nicht das kleinste Geräusch im Haus. Vermutlich war er zur Arbeit gefahren und hatte sie schlafen lassen. Jasmin konnte sich nicht entscheiden, ob sie ihn für seine Rücksicht lieben oder dafür hassen sollte, dass er sie einfach allein gelassen hatte. Gerade heute hätte sie seine Anwesenheit gebraucht, die Ruhe, die er ausstrahlen konnte, die Stärke, die er ihr lieh. Auch, wenn sie ihm nicht erzählen könnte, was sie erlebt hatte - noch nicht.
Sie schlug die Decke zurück, um aufzustehen. Sie war völlig nackt, trug weder Nachthemd, noch Pyjama oder sonst etwas. Die Feuchtigkeit, die sie in der Nacht gespürt hatte, war eingetrocknet und klebte an ihren Schenkeln. Unwillkürlich schaute sie nach unten. Und hielt vor Schreck die Luft an.
Den Anblick von Sperma hätte sie erwartet und sich eigentlich schon damit abgefunden, obwohl sie weiterhin keine Idee hatte, mit wem sie Sex gehabt haben sollte. Aber was sie nun entdeckte, war glitzernd und silbern, wie Mondlicht. Es schimmerte wie die Gestalt aus ihrem Traum. Was war das?
Jasmins pragmatische Seite übernahm die Kontrolle. Was immer da aus ihr heraussickerte, das Beste war, es abzuwaschen. Sie stand entschlossen auf und ging in Richtung Bad.
Riiiiing! Und noch einmal länger und drängender: Rrrriiiiiiiiiiinnnnnnngggg! Die Türklingel, gefolgt von ungeduldigem, lauten Klopfen. Jasmin war versucht, es zu ignorieren, und einfach unter die Dusche zu gehen. Aber vielleicht war es ein Notfall in ihrer Gemeinde. Sie konnte die ihr anvertrauten Menschen nicht im Stich lassen. Seufzend drehte sie um, schlüpfte in eine Jogginghose und ein loses Sweatshirt, und stieg die Treppe hinab zur Haustür, an der inzwischen Sturm geläutet wurde.
"Moment! Ich komme!", rief sie unterwegs. Und leise bei sich dachte sie: "Wehe, wenn es nicht dringend ist."
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Die junge Pastorin
Sie gibt alles für ihre Gemeinde
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