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Chapter 10 by Ozwalt Ozwalt

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Auf dem Friedhof

"Kendra fragte uns, ob wir es wagen würden, einen Dämonen zu beschwören. Um es gruseliger zu machen, wollten wir auf den Friedhof gehen."

"Keine von uns wollte sich eine Blöße geben, also waren wir kurz danach auf dem Weg. Natürlich haben wir vorher noch ein paar Kurze getrunken, um uns Mut zu machen."

"Wir sind in die Totenhalle gegangen, damit uns nicht zufällig jemand sieht. Die Tür ist ja nur zugezogen, aber der Schnapper von außen sichtbar. Man kann ihn mit einem Messer so weit zurück schieben, dass die Tür sich öffnen lässt."

"Innen haben wir uns im dunklen schon ganz schön gegruselt, dann hatten wir noch Kerzen dabei und in deren Licht war es noch schlimmer."

"Wir wollten aber nicht nur einfach den Text lesen sondern irgendwie eine Zeremonie daraus machen, Kendra hatte dann die Idee mit dem Blut."

"Wir drei sind so gut wie immer synchron, was unsere Periode angeht. Die war schon abgeklungen, aber wir könnten mit unseren Fingern..."

Ich unterbrach Kendra. Die Vorstellung, dass die Mädchen mit ihren Fingern in ihrem Geschlecht herumspielten, brachte mich über Gebühr in Wallung. Meine Pyjamahose würde nichts verbergen, ich war bereits auf Halbmast. Jede Anstrenung, mich zu beherrschen führte nur ins Gegenteil.

"Könnte ich wohl die Decke dort haben? Mich fröstelt ein wenig." Mathilde griff sich die Decke und hielt sie mir hin, machte aber keine Anstalten, aufzustehen. Unbeholfen erhob ich mich vorsichtig, um die Decke in empfang zu nehmen. Ich war mir sicher, dass Lucy meine Verlegenheit erkannte und die Bewegung in meiner Hose. Sie sagte aber nichts. Ich presste mir die Decke in den Schoß und erschauerte, als ich mich wieder hinsetzte.

Nach kurzem Durchatmen sah ich, dass die Mädchen mich allesamt anschauten. Lucys Mundwinkel umspielte ein spöttisches Lächeln und fiel mir auch noch auf, dass sie zwei Knöpfe ihres Kleidchens geöffnet hatte, ihr Brustansatz war deutlich zu sehen.

"Um uns besser berühren zu können zogen wir uns aus. Nackt."

"Splitter-" "Faser-" "Nackt!"

Es klang fast lasziv. Sie spielten mit mir.

"Ja, ", krächzte ich heiser und versuchte, mich zu räuspern, "wie ging es weiter?". Ich musste professionell wirken.

"Wir setzten uns auf den Boden. So dass unsere Füße sich berühren. Unsere Beine bildeten ein Dreieck."

"Im Training machen wir in dieser Formation manchmal Dehnungsübungen. -Dann führten wir jede einen Finger in uns ein."

"Langsam, aber ganz tief. Und wir benetzten unsere Finger. Mit unserem Blut."

"Dann beugten wir uns nach vorne und drückten die Finger zusammen, vermischten das Blut und markierten einen Punkt auf dem Boden genau in der Mitte zwischen uns."

"Kendra nahm das Buch und schlug eine vorbereitete Seite auf. Der Spruch schien uns geeignet, weil er nicht so kompliziert aussah."

"Kendra ist nämlich Legasthenikerin und wir wollten kein Risiko eingehen."

"Ich verwechsle manchmal Silben beim Vorlesen oder ganze Wörter. Aber diesen Spruch habe ich vorher oft geübt."

"Was auch immer sie gelesen hat klang sehr seltsam, aber sie konnte es flüssig aufsagen."

"Nachdem sie geendet hatte, legten wir uns nach hinten auf den Boden, streckten die Arme über unsere Köpfe und wiederholten das letzte Wort noch ein paar Mal."

"Und dann geschah es." Alle drei wie aus einem Munde.

"Was? Was geschah dann?" Ich wollte es jetzt ganz genau wissen. Sollte es möglich sein, dass eine Legasthenikerin den Text so verkorkst, dass der Spruch tatsächlich funktioniert? Etwas, was die Kirche in all den Jahren nicht hinbekommen hat? Hat es vielleicht mit dem Setup zu tun? Drei Mädchen, die ihr 'verdorbenes' Blut vermischen, im Dreieck angeordnet? Wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass sie alle Details genau so hinbekommen hatten, dass es am Ende funktioniert?

"Sagt. Was ist geschehen?"

Sie sprachen wieder alle gleichzeitig in grausam verzerrten Stimmen. Mich gruselte dabei.

"Der Blutfleck schien zu brodeln. Ein Licht strahlte zur Decke und mit einem Knall entstand eine Säule aus schwarzem Rauch im Dreieck zwischen unseren Beinen. Wir schrien vor Angst, wollten wegrennen, aber wir konnten uns nicht rühren. Eine Gestalt materialisierte sich im Rauch, der sich langsam verzog."

"Und dann? Was geschah dann?"

"Ab da hat jede von uns eine andere Erinnerung." "Wir glauben, dass jede von uns das gesehen hat," "was sie sich am meisten wünschte und begehrte."

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