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Chapter 14 by Reyhani Reyhani

Was wird jetzt aus der Party?

Elternbesuch

Während er die Treppe herunterhastete schrieb Meller rasch eine Nachricht an Mama da Cunha: Er sei jetzt im Haus und werde vor der Tür auf sie warten. Sein Weg nach unten hätte fast ein schlechtes Ende genommen, als er auf einen Slip aus schwarzer Spitze trat, der auf der Treppe lag, und für einen Moment ins Rutschen kam. Wer ließ denn so was liegen? Fluchend kickte er ihm zur Seite und eilte weiter. Unten vor der Tür war niemand zu sehen also beschloss er, in seinem Büro zu warten. Als er wieder im Treppenhaus stand, hörte er Stimmen, eine davon schon etwas älter – war der Drachen etwa schon im Haus?

Schnell machte er sich wieder auf den Weg nach oben. Zwischen erstem und zweitem Stock holte er die beiden ein. Der eine steckte in einem dunkelblauen Kostümrock, der andere brachte eine abgewetzte, schwarze Jeans fast zum Platzen. So fette Ärsche sah man hier selten die Treppe hinaufwackeln. Meller fühlte sich unwohl, so als hätte er zu viel gegessen.

"Ah, Meller, da sind Sie ja", rief Luisas Mutter, die sich umdrehte, als sie ihn hinter sich wahrnahm. "Ich habe die junge Frau vor der Tür getroffen. Sie hat mich reingelassen und mir erzählt, dass heute die Einzugsparty für Luisa ist. Da komme ich ja genau richtig. Wir haben nur noch schnell was aus ihrer Wohnung geholt und sind jetzt auf dem Weg nach oben."

Damit war Mellers Plan schon zerronnen: Er wollte behaupten, dass Luisa gar nicht da sei. Jetzt musste er mitspielen und aufpassen, dass Cristina nicht zu viel von seinem Arrangement mit ihrer Tochter mitbekam. Sonst würde er das Opfer der strafenden Nemesis, bevor er seine eigenen Rachepläne in **** nehmen konnte. Mit diesem Drachenweib war bestimmt nicht zu spaßen, wenn es seine Brut bedroht sah.

"Herzlich willkommen, Frau da Cunha! Ich habe es auch eben erst erfahren, das mit der Party. Ich begleite sie nach oben und zeige Ihnen alles. Sie werden feststellen, dass sich alles zu Luisas vollster Zufriedenheit gefügt hat. Und wer sind Sie?", wandte sich Meller zum Schluss an Mama da Cunhas Begleiterin.

Die junge Frau war ein ähnliches Kaliber, vielleicht ein wenig größer und dadurch nicht ganz so pummelig wie Luisas Mutter. Ein breites Gesicht, das ihm vage bekannt vorkam, mit einem hübschen, kleinen Mund. Ansonsten war sie provokant nachlässig gekleidet: eine wilde, dunkle Mähne mit pinken Strähnchen, ein altes, verwaschenes Hard-Rock-Café-Shirt, das über ihren Hängetitten spannte und das so eingelaufen war, dass ihr weißer Bauch unten ein Stück herausguckte.

"Freut mich, Herr Meller, ich bin Daniela, bin gestern eingezogen, in die WG im Ersten zu Maren und Birgit. Das war mit Frank so abgesprochen. Der sagt, den Mietvertrag bekomme ich von Ihnen? Vielleicht können wir das nachher noch erledigen, falls wir dann noch stehen können. Ich dachte mir, wenn schon mal alle beisammen sind, schmeiße ich auch gleich 'ne Runde. Hab extra eingekauft, um was gegen die Sekt-Fraktion in Anschlag bringen zu können."

Den großen Karton, den sie in den Armen trug, reichte sie an Frau da Cuhna weiter, wobei ein paar Flaschen klirrend gegeneinander stießen. Dann streckte sie Meller ihre Hand mit den schwarz lackierten Nägeln entgegen. Er nahm sie verdutzt und murmelte etwas Belangloses. Die Frage nach dem Mietvertrag ignorierte er, denn er hatte nicht die Absicht, mehr von Daniela zu berühren, als ihre kleine, feiste Hand. Er würde ihr demnächst mal den Vordruck unter der Tür durchschieben. Den Rest sollte Scheibner erledigen.

Er hatte die Begrüßung kaum abgeschlossen, da drückte ihm Luisas Mutter auch schon den Karton mit den Flaschen in den Arm und sie setzten sich wieder in Bewegung. Eigentlich wollte Meller die Zeit, die sie für den Weg hoch in den Vierten brauchten, nutzen, um sich einen Plan zurechtzulegen, doch er war im höchsten Maße abgelenkt. Immer wieder schweiften seine Gedanken ab z.B. zu seinem letzten Besuch im Zoo, zum Statikgutachten für die alte Holztreppe, das er schon längst in Auftrag geben wollte, oder zu dem Gespräch mit der Werkstatt, die irgendetwas an seinen Airbags erneuern wollte.

Und zwischen diesen zufälligen Gedanken blieb ihm nichts übrig als auf die vier gigantischen Hinterbacken zu starren, die vor ihm die Treppe hinaufschaukelten. Bei seiner Auswahl für das Haus hatte er bisher immer auf klein und knackig geachtet. Na gut, Birgit war eine Ausnahme aber ihr Arsch wurde durch die enormen Titten von Maren ausbalanciert, mit denen zusammen er sie damals rekrutiert hatte. Und da war diese Neue, Brigittte, aber ihr Hintern war nicht nur groß sondern auch fest und passte zu ihren Titten. Und außerdem waren das Peanuts im Vergleich zu Danis fetten Oberschenkeln, der breiten Kiste und den Reiterhosen. Meller war schon wieder ganz flau im Magen, er brauchte dringend einen ****.

Oben auf dem Treppenabsatz drängte sich Meller an den beiden Frauen vorbei, um ihnen die Tür zu Luisas Apartment aufzuhalten. Sie hätten den Weg wahrscheinlich auch von allein gefunden, denn hinter der Tür waren Musik, Lachen und Gesprächsfetzen zu hören. Er bahnte ihnen eine Weg durch die Schar der Gäste und war froh, als er endlich den schweren Karton mit einem Scheppern auf den Küchentresen stellen konnte. Meller bot an, Luisa zu suchen, während die beiden Frauen begannen, die Flaschen auszupacken.

Er fand sie in die Tür zum Schlafzimmer gelehnt, wo sie sich mit Silvia unterhielt. Immerhin hatte sie sich etwas angezogen: das weiße Baumwollkleid, das durchblicken ließ, dass sie nichts darunter trug. Meller schluckte einen Kommentar über ordentliche Kleidung hinunter. Auch wenn er nervös war, musste er ja nicht gleich die Rolle ihrer Mutter übernehmen.

"Luisa, deine Mutter ist eingetroffen. Sie wartet in der Küche. Ich glaube sie ist ganz gut drauf. Magst du ihr versichern, wie gut es dir hier geht. Dann bemühe ich mich, sie so schnell wie möglich wieder fortzuschaffen. Ich glaube das ist in unser beider Interesse."

"Ja, ja, ich komme schon. Wie kommt die überhaupt dazu, meine Party zu crashen. Aber egal, wenn sie sich überzeugt hat, dass ich gut untergebracht bin, wird sie ja wohl wieder abziehen. Und dann können wir weiterreden. Das war echt interessant, was du mir da eben erzählt hast, Silvia. Das bestätigt nur meine Theorie, dass wir alle hier ... ach egal, erst mal Cristina."

Als Luisa und Meller in die Wohnküche zurückkamen, schallte ihnen schon das dreckige Lachen von Mama da Cunha und Dani entgegen. Cristina kam sofort hinter dem mit einer ansehnliche Batterie von Flaschen und Gläsern bestückten Tresen hervor und umarmte ihre Tochter. Dabei hätte sie fast ihr schweres Cocktailglas über sie ausgegossen.

"Da bist du ja, meu bebê, schön hast du's hier und so nette Leute. Wollte mal sehen, wie du dich eingelebt hast. Hoffentlich erfüllt dir Meller jeden Wunsch, sonst kann er was erleben. Ich hoffe, normalerweise ist es etwas ruhiger, damit du ordentlich studieren kannst. Aber ein bisschen Party muss ja auch mal sein, immerhin keine Jungs ..."

"Freut mich, dass es dir gefällt, mãezinha. Danke noch mal für die Vermittlung, obwohl das nicht nötig gewesen wäre", erwiderte Luisa leicht säuerlich. "Hubert ist mir sehr behilflich bei ... allem. Und die anderen Mieterinnen sind auch sehr nett, alles Studentinnen."

"Darauf **** wir", verkündete Luisas Mutter und zog ihre Tochter und Meller zum Tresen. "Dani macht eine ausgezeichnete Caipirinha und zwar mit echter Cachaça, nicht so einen Dreck, wie man ihn sonst immer bekommt."

Das konnte Meller trotz seiner Skepsis gegenüber Mixgetränken bestätigen, nachdem er erst einmal seinen Magen mit drei Tequila beruhigt hatte. Dani stellte sich als eine sehr kompetent Barfrau heraus, die nicht nur alle stetig mit Drinks versorgte, wobei sie sich auch selbst ordentlich bediente. Sie hielt auch das Gespräch am Laufen und Meller musste sich ständig zur Ordnung rufen, den Hausklatsch auf eine möglichst unverfängliche Art zu präsentieren, dass Luisa und Mama da Cunha nichts über ihren jeweiligen Wissensstand herausfanden. Doch die Gefahr war gering, da Luisa einsilbig blieb und immer unruhiger wurde. Ihre Mutter klebte derweil an ihrer neuen Freundin Dani, mit der sie immer neue Drinks ausprobierte.

Luisa drängte es zurück zu ihren anderen Gästen, sodass Meller Mama da Cunha vorschlug die jungen Leute in Ruhe zu lassen. Er würde ihr noch den Rest des Hauses zeigen und ihr dann ein Taxi rufen. Mit einem tiefen Seufzer willigte sie ein und umarmte Luisa noch einmal fest.

"Meller, mir kommt da grade einen Idee", sagte sie schon auf dem Weg zur Tür. "Wir haben eine junge Azubine, Claudia, die sucht auch etwas Passendes zum Wohnen. Wäre hier im Haus vielleicht noch ein Zimmer frei?"

Luisa, die schon sichtlich erleichtert auf eine andere Gruppe zugesteuert war, drehte sich noch einmal genervt um: "Mama, das kann doch nicht dein Erst sein. Willst du mich hier auch noch überwachen lassen? Außerdem solltest du Claudia nicht auch noch unterstützen, wo sie so offensichtlich mit Papa fickt."

"Ach, meu bebê, natürlich tut sie das. Das gehört ja schließlich zu ihrer Jobbeschreibung. Herr Meller kann dir sicher erklären, wie das so läuft in der echten Welt. Du lehnst es ja immer ab, dir von mir was sagen zu lassen, was nicht in deine Theorien passt. Aber das ist nun mal der Job von Sekretärinnen. Deshalb will ich ja, dass du was Vernünftiges studieren, damit du dir aussuchen kannst, mit wem zu schläfst."

Damit hakte sie sich triumphierend bei Meller unter und zusammen wankten sie weiter Richtung Tür. Meller war nur leicht irritiert von der körperlichen Zudringlichkeit, vor allem war er erleichtert, dass er Mutter und Tochter fürs Erste getrennt hatte.

Wie wird Meller Mama da Cunha los?

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