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Chapter 81 by Geilspecht99 Geilspecht99

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Mirandas Vorgeschichte

Miranda war eine der eigeborenen Hexen, von denen höchstens eine im Jahrzehnt geboren wird. Ihnen wurde nachgesagt, sie würden ihre Schönheit über Jahrzehnte beibehalten und über besondere magische Kräfte verfügen. Wie viel davon der Wahrheit entsprach, wollte Miranda nicht einmal James beantworten, nachdem er ihr einen künstlichen, aber täuschend echten Bauchnabel verpasste.

Schon als Kind war das Schicksal hart zu ihr, sie musste mit ansehen, wie ihre Mutter und Großmutter gemeinsam auf dem Scheiterhaufen landeten. Sie selbst konnte nur mit Hilfe einer Wesenheit entkommen, dessen Natur sich erst viel später entpuppte.

Glücklicherweise konnte Miranda bei ihrer Tante unterkommen. Ihre Tante hatte sie natürlich den Glauben an Satuaria gelehrt und sie im Umgang mit ihrer arkanen Macht unterwiesen.

Miranda wurde auch in den Zirkel ihrer Tante aufgenommen, aber auch dieser Hexenzirkel wurde vor 15 Jahren ausgelöscht. Miranda entkam den Häschern nur, da sie sich einer Laune folgend, an diesem Tag für einen anderen Weg zu ihrem geheimen Versammlungsplatz der Hexennacht entschlossen hatte und deshalb als letzte ankam. Ihr blieb gerade noch genug Zeit, um ihre wenigen Habseligkeiten zu holen, bevor sie nach Süden flüchtete.

Ihre Tante hat ihr gezeigt, wie sie ihre Schönheit so richtig in Szene setzen konnte, aber auch genauso wichtig war es für sie, sich unauffällig verbergen zu können. Sie färbte sich ihr auffälliges blondes Haar schwarz und flüchtete ins Kaiserreich, um den Inquisitoren zu entkommen. Aber Miranda war nicht nur wunderschön, sondern zumindest ebenso gerissen und schlau. Sie hatte zwar ihre Ausbildung noch nicht gänzlich abgeschlossen, dennoch halfen ihr ihre Zauberkünste, um unbehelligt bis nach Belhanka zu kommen.

Hexen verfügen auch über die Gabe, andere Hexen zu erkennen, weshalb sie nicht in irgendeinem zweitklassigen Bordell landete, sondern von Madame Uriella entdeckt und unter ihre Fittiche genommen wurde. Madame Uriella war nicht nur die angesehene Frau eines Händlers, dessen finanzielle Möglichkeiten so manches Herzogtum übertrafen, sondern auch die Führerin des Hexen Zirkels der Stadthexen von Belhanka. Passend zu ihrer Wirkungsstätte in Rahjas heiliger Stadt, war Uriellas Glauben an Satuaria stark von Rahja geprägt. Miranda erhielt eine fundierte Allgemeinbildung, sie lernte die Etikette und diente offiziell als Leibdienerin der Madame. Hinter den Kulissen wurde Mirandas nicht nur die Hexenkunst gelehrt, auch die Fähigkeit Männer dazu zu bringen, nach ihrer Pfeife zu tanzen, erschien Uriella besonders wichtig. Die Jahre in Belhanka waren eine glückliche Zeit, die dann mit der Ermordung von Madame Uriella je endete.

Satuaria war einst die mächtige Göttin der Hexen, deren Pirmärlithurgie im Laufe der jahrhundertelangen Verfolgung durch andere Kulte verloren ging. Dadurch war es ihr nicht mehr möglich, karmale Energie an ihre Gläubigen zu verteilen, was ihre Religion noch weiter schwächte.

Hexen betrachten die eigeborene Satuaria nicht nur als die letzte Tochter der toten Sumu, sondern auch als göttliche Hexe und Verkörperung der Weiblichkeit mit all ihren Aspekten. Sie verehren Satuaria als ihre Mutter und Lehrerin, vor allem aber als Göttin der wilden und dunklen Leidenschaft. Die Hexen sehen keinen Unterschied zwischen Satuarias karmaler Energie und der Zauberkraft, die sie den Hexen spendete. Da Satuaria nach dem Tod ihrer Mutter alle Lebewesen erst hasste und sie dann lieben lernte, gilt es bei den Hexen als Ehrung der Göttin, den Gefühlen freien Lauf zu lassen, weswegen Gefühle wie Hass, Wut, Leidenschaft und Liebe, fast ungezügelt ausgelebt werden. Göttinnen wie Tsa, Travia, Peraine und vor allem Rahja werden als Teilaspekte oder Abstrahierungen Satuarias verstanden, aber die meisten Hexen haben sich, von ihrem Erzfeind Praios einmal abgesehen, mit den Zwölfgöttern arrangiert.

Die Zeichen verdichteten sich, dass die Neuvergabe der zwölf Plätze in Alveran [ dem Sitz der Götter] anstand, weshalb sich alle Götter und Wesenheiten, die zu Göttern aufsteigen wollten, in Position brachten, um einen der begehrten Plätze zu ergattern.

Miranda wurde immer mehr bewusst, dass sie selbst eine der wenigen Spielfiguren war, die Satuaria die Möglichkeit eröffnete, aus diesem Kampf erfolgreich hervorzugehen. Aber sie war sich nicht sicher, ob sie dieser Aufgabe gewachsen war.

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