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Chapter 14
What's next?
Maria Thomas wird gefesselt
Maria Thomas hatte keine Chance, den Folterern zu entkommen. Vier von ihnen packten sie an Armen und Beinen, trugen sie dem Holzkreuz, das wie ein riesiges, aufrechtes X auf einer Seite des Kellers stand und drückten ihre Hand- und Fußgelenke in metallene Schließen, die mit hörbarem Klick einrasteten. So sehr sie auch daran rüttelte, sie konnte ihre Glieder nicht befreien und war hilflos allem ausgeliefert, was die Kerle mit ihr vorhatten.
Der Anführer – vermeintlich, denn da sie alle die gleiche Kluft trugen, konnte sie nicht hundertprozentig sicher sein – trat vor sie und musterte sie von Kopf bis Fuß. Da gab es einiges zu sehen. Ihre Kleidung hatte sie aus unerfindlichem Grund verloren, als sie in der Folterkammer aufgetaucht war. Und so wie ihre Arme und Beine lang ausgestreckt waren, war es ihr unmöglich, irgendein Detail ihres Körpers zu verbergen.
Sie wusste, dass sie nichts dafürkonnte, in diese Situation geraten zu sein, und dass sie sich deswegen auch nichts vorwerfen musste. Und dennoch begann sie, sich dafür zu schämen, sich den Männern – sie wollte nicht annehmen, dass sich auch Frauen unter den Kapuzen verbergen würden – komplett unbekleidet zeigen zu müssen. Aber zumindest, und das war ihr alleiniger Trost, waren sie in einem verschlossenen Raum. Die bösen Folterknechte waren die einzigen Menschen, die sie in diesem Zustand zu Gesicht bekamen.
Sie schöpfte Mut aus der Tatsache, dass die Schergen der Inquisition sich selbst vermummten und ihre Identität hinter Masken verbargen. Zeigte dies doch, dass sie selbst scheu und verunsichert waren? Sonst hätten sie es nicht nötig, sich zu verstecken, nicht wahr?
In aller Öffentlichkeit nackt zu sein, das wäre etwas ganz anderes. Ja, von unzähligen Menschen angeschaut zu werden, die mitten im Leben standen, die ihrem Alltag nachgingen und wussten, was Anstand und Sitte bedeuteten, dies wäre in höchstem Maße peinlich. Und falls sich in der Menge dann auch noch Personen befanden, die sie kannten, die wussten, dass sie eine Nonne aus dem Konvent der Schwestern vom Orden der großherzigen Maria war, für die es sich in keinster Weise ziemte, sich nackt zu zeigen, schon gar nicht vor Publikum, und die sie später wieder treffen würde, die dann wüssten, was geschehen war und sich an ihre Nacktheit erinnern konnten und anderen hinter vorgehaltener Hand davon erzählen würden – das, von allen denkbaren peinlichen Begebenheit, die sich Maria Thomas vorstellen konnte, das wäre die Allerpeinlichste.
Der Betrachter unter der Kapuze schnalzte missbilligend mit der Zunge. Wäre sein Gesicht zu erkennen gewesen, hätte man höchstwahrscheinlich gesehen, wie er abschätzig die Lippen verzog. Lange ruhten seine Augen auf ihren großen, vollen Brüsten, die obwohl von keinen stützenden Kleidungsstück mehr gehalten, sich stolz und rund präsentierten. Als er sich satt gesehen hatte, wanderte sein Blick tiefer über ihren flachen Bauch zu den breiten Hüften, in deren Mitte das dichte, dunkle Dreieck alles Weitere verbarg.
„Ts, ts, ts. Du solltest mehr auf dein Äußeres achten, Zauberin. Deine langen, schwarzen Haare umrahmen ein recht hübsches Gesichtchen, warum frisierst du sie nicht besser? Ein paar Locken hier und da würden dir sicher gut stehen. Viel zu viele Locken hast du hingegen da, wo es eher hinderlich ist, wenn wir ergründen sollen, ob du eine Hexe bist. Denn das Hexenmal versteckt sich meist dort, wo man es nicht gleich finden kann. Und wo wäre das Mal denn verlässlicher verborgen als an dieser sündigen Stelle, mit deren Hilfe du tugendhafte Männer verführst und deinen üblen Machenschaften opferst.“
Die Gefesselte schnaubte amüsiert. Die Ansprache war derart lächerlich, dass sie den Popanz nicht mehr ernst nehmen konnte. Und die geschwollene Sprache, die er verwendete, ließ ihn nicht im Geringsten glaubwürdiger oder ernst zu nehmender erscheinen.
Doch ihr verging das Lachen und die gute Laune, als er mit einer Hand in Richtung ihrer Schamgegend wedelte und seinen Spießgesellen befahl: „Rasiert sie da unten. Ich will kein einziges Härchen mehr sehen. Und wenn ihr schon dabei seid, entfernt auch die Haare in ihren Achseln.“
Nein, das durften die nicht tun! Das ging eindeutig zu weit.
What's next?
Das Nackte kommt auf leisen Sohlen
ENF-Unfug auf einem bösen Rummelplatz
Eine Fortsetzung der fantastischen Geschichte von dr_wankenstein
Updated on Mar 28, 2024
Created on Mar 1, 2024
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