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Chapter 21
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Mike und Juliett im Hotel
Der Wohnungsbesitzer war von Heikes Eindringen noch immer völlig überrumpelt. Wie auf Autopilot ging er zum Kühlschrank, nahm eine Flasche heraus und trug sie mit zwei Gläsern zum Tisch. Er setzte sich der Besucherin gegenüber, nachdem er die Klamotten, die auf dem Stuhl gelegen hatten, aufs Sofa geworfen hatte. Derweil hatte Heike schon eingeschenkt, nippte an ihrem Glas und sah ihn auffordernd an.
Er machte den Mund auf, vermutlich um etwas zu sagen, klappte ihn aber unverrichteter Dinge wieder zu. Also ergriff Heike erneut die Initiative.
„Du bist Robert Smith, genannt Bob, richtig?“
„Ja, stimmt“, er nickte. Es war die erste aktive Kommunikation, die sie aus ihm herauskitzelte.
„Ich heiße wie gesagt Heike. Klaus ist mein Mann. Kennst du ihn vielleicht?“
Verständnis blitzte in seinen Augen auf. Er brummte zustimmend.
„Ja, der Deutsche. Stimmt, ich erinnere mich. Ihr wohnt in Mike.“
„Mike?“, hakte Heike interessiert nach, „haben die Häuser Vornamen?“
Bob lachte laut auf, als er verstand, was sie zu der Vermutung brachte.
„Könnte man tatsächlich meinen, wenn man dann noch weiß, dass ich hier in Juliett wohne. Aber sie haben eigentlich weder Namen noch Nummern. Allerdings muss ich sie für meinen Aufgabenbereich eindeutig bezeichnen, damit es nicht zu Verwechslungen kommt. Weil es genau sechsundzwanzig sind, habe ich sie im Uhrzeigersinn vom Tor aus dem Alphabet nach benannt. Das erste ist A wie Alpha, dann B wie Bravo und so weiter. Nato-Alphabet. Ich habe früher für die Navy gearbeitet“, erklärte er.
Heike zählte an den Fingern ab. „Das heißt, wenn Klaus und ich in M wie Mike wohnen, ist es das dreizehnte Haus.“
„Richtig.“
Sie dachte kurz nach und deutete mit einem Finger in eine imaginäre Richtung.
„Dann wohnt Till in – H wie Hotel?“
„Genau. Klingt spaßig, nicht wahr? Er wohnt sozusagen im Hotel.“
Sie lachte mit ihm. Er taute zunehmend auf, als er über seine Arbeit erzählen konnte.
„Weißt du von allen Häusern, wer darin wohnt?“
„Ja, klar, gehört zu meinem Job. Ich muss die Zutrittsberechtigungen verwalten. Im Moment sind achtzehn Apartments belegt. Alles ausländische Experten, vornehmlich aus Europa. Aber auch Nordamerika und Ostasien.“
„Sind noch andere Frauen hier, außer mir?“
Er verneinte. „Alles Männer. Klaus ist der Einzige, der seine Partnerin mitbrachte. Sorgte bei den anderen Jungs für ziemliches Kopfschütteln, kann ich dir sagen. Wir verstanden alle nicht, wie er seiner Frau das antun konnte.“
Sie fühlte sich zunehmend irritiert davon, dass er von ihr in der dritten Person sprach, obwohl sie ihm direkt gegenübersaß. Außerdem meinte sie, ihren Ehemann verteidigen zu müssen. Einigermaßen gereizt klärte sie: „Klaus hat nichts damit zu tun. Es war ganz und gar mein Entschluss, hierher mitzukommen. Ich bin sehr wohl in der Lage, für mich selbst zu sprechen und zu entscheiden, und nicht das Anhängsel meines Mannes.“
Er hob beschwichtigend die Hände.
„Sollte keine Beleidigung sein. Es war eben nur ungewöhnlich, dass ich zwei Token für den Zutritt freischalten musste. Und jetzt sogar noch einen dritten, für …“, er kippte den Stuhl nach hinten, lehnte sich zur Küchentheke und angelte ein Tablet heran, auf dem er herumtippte, bis er die gesuchte Information fand, „… Bennu?“
Bob zog fragend eine Augenbraue hoch.
„Ja, Bennu“, bestätigte sie, „er ist so nett, auf unserer Terrasse ein Sonnensegel zu montieren.“
Bob sah nachdenklich durch die großen Fenster auf den grell erleuchteten Innenhof.
„Gar keine dumme Idee“, sinnierte er, „hätte man eigentlich von Anfang an planen können.“
Dann wandte er sich wieder an seine Besucherin.
„Ich nehme an, ich soll seine Zugangsberechtigung dann wieder löschen, wenn die Montage fertig ist?“
Heike wusste nicht genau, weshalb sie zögerte, diese Selbstverständlichkeit sofort zu bestätigen. Stattdessen lenkte sie das Gespräch in eine andere Richtung.
„Verstehe ich richtig, dass du jedem Zutritt erteilen und auch wieder wegnehmen kannst?“
„Ja, vorausgesetzt natürlich, die jeweilige Person hat einen von uns registrierten Token. Die zentrale Administration ist eine Standardfunktion des Sicherheitssystems, das meine Firma geliefert hat. Hier bei uns in der Ausländersiedlung läuft quasi der Prototyp, der dann in der ganzen Stadt, die gebaut wird, ausgerollt wird. Das Komplettsystem wird nach Fertigstellung an die Behörden übergeben. Im Moment manage ich es für die paar Häuser aber noch allein.“
„Du könntest auch jemandem vom Lieferservice den Zugang verweigern?“, versicherte sie sich.
„Logisch. Mache ich aber natürlich nicht.“
Heike zog einen Mundwinkel hoch. Mal schauen, ob Bob das für sie ausnahmsweise nicht doch machen würde.
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Heike in al-Baha
Sie begleitet ihren Mann ins Ausland.
Heike ist alleine in dem Luxusbungalow, während ihr Mann arbeitet.
Updated on Jun 11, 2025
by Daemony
Created on Sep 3, 2023
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