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Chapter 14 by Geilspecht99 Geilspecht99

Es folgt die

Hinrichtung

Der Praiot verlas die Namen der Verurteilten, ohne deren Titel zu nennen, worauf diese einzeln von Wächtern zu den Galgen geführt wurden und die Schaulustigen applaudierten. Beim zweiten Namen spürte Thea wie James kurz zuckte, was sich einige Male wiederholte und auch die sie streichelnde Vicky reagierte auf einige der Namen der Verurteilten, während Thea ruhig blieb, bis schließlich der folgende Name aufgerufen wurde:

„Aurora Bonifazia el Drako, geborene Blautann!“ DIE GRÄFIN!

James und Vicky pressten sich stärker aneinander, Thea ließ beide los und drehte sich zum Fenster, um das Schauspiel beobachten zu können. Die weiteren Namen nahm sie gar nicht mehr wahr.

Die Gräfin wurde zu einem Galgen geführt, der direkt vor dem Turmfenster stand. Sie sah um zwanzig Jahre älter aus, von der **** gezeichnet.

„Sie sieht nicht mehr wie die strenge Dame aus“, artikulierte James das Offensichtliche.
„Die meisten Mädchen hat sie schlimmer zugerichtet“, erwiderte Thea und ignorierte dabei, dass sie selbst derzeit wohl nur ein unwesentlich besseres Bild abgab als die Gräfin.

Ein Arm von links legte sich um Theas Hüfte, ein anderer von der rechten Seite legte sich auf ihre Schulter und die Hände fanden einander.

„Die hätte ich auch gern gefoltert“, sagte Vicky. Derartige Aussagen hatte sie schon öfters getätigt, aber bisher nahm die Lust in ihren Augen dem Ganzen immer die Schärfe, aber nicht dieses Mal.
„Wieso haben die Götter all dies nur zugelassen?“, stellte James die blasphemische Frage, die einen Bauern unter Umständen den Kopf kosten würde.
Die beiden Frauen stimmten ihm insgeheim zu, sie hatten die Rechnung aber ohne den weisen Orgiastis gemacht:

„So wie ich das sehe, hättet ihr euch ohne all diesen Abschaum“, dabei deutete er auf die Verurteilten unter ihnen, „nie kennen gelernt und ich würde mir in Belhanka meinen Wein verdienen, indem ich nicht öffentlich onaniere!“

Thea stimmte in Orgiastis Lachen ein, hinter ihr blieb es still, denn das Pärchen war in einem innigen Kuss versunken.

Der ehemaligen Gräfin wurde ihr Galgenstrick umgelegt. Die Henker traten nochmals zurück, um dem Publikum die Chance zu geben, den Verurteilten ihre Verachtung zu zeigen, indem sie sie mit faulem Obst und derartigem bewarfen. Das Publikum machte eifrig Gebrauch von dieser einmaligen Möglichkeit, die Hierarchie auf den Kopf zu stellen und Adelige wie Vogelfreie zu behandeln.

Einem Geistesblitz folgend löste sich Thea von dem Pärchen und verschwand kurz im Raum, um Sekunden später mit einem forschen „macht Platz“ ans Fenster zu stürmen.
„Rahja mit mir“, rief sie und warf den Nachttopf, den sie im Laufe des Tages doch gut gefüllt hatte, aus dem Fenster.
Und Rahja war mit ihr, denn der Inhalt des Topfes landete fast vollständig am Kopf der ‘Gräfin‘! Der Topf selbst traf sie an der Schulter und bis auf die Verurteilte waren alle von der Aktion begeistert, wobei diesmal auch die Ehrenloge im Firuns-Turm eifrigen Applaus spendete.

Schließlich taten die Henker ihr Handwerk und der traurige Tanz der Verurteilten begann.

Jeder der Vier hätte einiges darum gegeben, das Gesicht der Gräfin nach Theas Meisterwurf sehen zu können, doch mittlerweile wurde ihnen bewusst, wieso dies die besten Plätze waren. Ihnen blieben die Grimassen der Sterbenden erspart, worüber sie sehr froh waren, denn jeder von ihnen hatte schon zu viele Menschen sterben sehen.

Als schließlich auch die Gräfin ihr Leben aushauchte, fiel etwas von Thea ab und der die Szene ausführlich beobachtende Orgiastis sagte: „Du bist jetzt frei mein Kind. Die Gräfin ist tot und der Fluch damit aufgelöst!“

Dies hatte eine weitere Reihe an Umarmungen zur Folge, bei der nun auch Orgiastis nicht zu kurz kam.
Es wurde erst, als Vicky nach dem Fluch fragte. Auch James wollte Details, schlug aber vor, zuerst zu essen und alle stimmten zu.

Nachdem der erste Hunger gestillt war, begann Thea zum vom Fluch der Gräfin zu erzählen. Vicky nahm sie dabei in den Arm und Thea merkte, welche Last von ihr abgefallen war, obwohl ihr Prozess noch anstand. Thea genoss Vickys Berührungen und erstmals konnte sie wieder die erotischen Erinnerungen aufkommen lassen, die sie mit Vicky teilte.

Gemeinsam wurde über den Fluch und die Vorgänge bei der Gräfin diskutiert und die Zeit verstrich wie im Flug.

Thea bekam auch eine Ahnung, wie sehr Vicky gereift war, seit sie nicht mehr unter der Fuchtel der Gräfin stand. Aus der feschen, schüchternen Magd war eine wunderschöne und selbstbewusste Dame geworden.

Ihre Unterhaltung wurde vom Wächter unterbrochen. Er brachte Wasser und stellte mit den Worten: „Mit lieben Grüßen von der Inquisition“, einen frischen Nachttopf an den vorgesehenen Platz. Die zwei Herren verabschiedeten sich, wobei das Prozedere bei Vicky und James etwas dauerte und Orgiastis die Zeit nutzte, sich auf seine Art an Thea zu reiben, was diese mit einem Schmunzeln über sich ergehen ließ.

Schließlich waren Vicky und Thea erstmals nach Jahren wieder unter sich.

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