Aber hoffentlich auch eine interessante?
Sarah erzählt
"Ihr müsst wissen", begann Sarah, "dass wir zu Beginn echt glücklich waren, Ashley, Jakob und ich. Wir waren zusammengekommen, weil wir mit Jakob so unglaublich guten Sex haben konnten, und das war genug. Wir hatten uns gut miteinander arrangiert. Ich hatte dich und Jochen" - sie nickte mir zu - "und Ashley hatte Andy und Jenny, und für ein paar Jahre gab es absolut nichts, was nicht perfekt gewesen wäre. Wobei..." Sie sah kurz zu Boden. "Jakob hatte Ashley deutlich lieber als mich, und er hat nie einen Hehl daraus gemacht. Aber er hat mir alles gegeben, was ich brauchte.
"Ich glaube, ein bisschen bin aber ich schuld daran, dass es dann zwischen uns auseinander gegangen ist. Ihr wart etwa vier Jahre alt, da hab ich Lust bekommen, noch ein paar Kinder mehr um mich zu haben. Ashley kann allerdings keine Kinder mehr kriegen, und was mich angeht..." Sie sah mich schuldbewusst an. "Ich hatte mit Jochen und dir eine ziemlich harte Geburt durchgemacht, und ich wollte nicht noch eine erleben. Aber ich kannte jemanden, der ganz viele Kinder wollte, und das war eine von Ashleys besten Freundinnen: Mai."
Mai nickte. "Ganz genau", sagte sie. "Ich wusste schon, dass Ashley damals in einer ziemlich wilden Beziehung lebte, und ich war nach allem, was sie erzählt hatte, sehr neugierig, wie das bei ihnen so war. Vor allen Dingen, nach dem, was sie mir über Jakobs Schwanz erzählt hatte."
Sarah nahm wieder den Faden auf. "Ich hielt es für eine gute Idee, und als ich sie Ashley erzählte, schien die im ersten Moment auch sehr angetan. Allerdings machte mir dann am gleichen Tag noch Jakob eine riesige Szene: er wäre mit unseren Dreiern sehr zufrieden, und es würde ihm überhaupt nicht passen, noch eine vierte Person mit hineinzunehmen. Zumindest hat er das damals gesagt - ich glaube aber, Ashley hat ihn damals dazu überredet, sich querzustellen. Es passt nämlich überhaupt nicht zu ihm - Jakob hatte schon immer davon geträumt, eines Tages mal einen Harem zu haben, und dass er jetzt dagegen war, klang überhaupt nicht nach ihm.
"Als ich aber Ashley damit konfrontierte, dass sie dahintersteckte, wurde sie richtig hinterfotzig und sagte, sie würde mit ihren Kindern ausziehen, damit ich Jakob alleine für mich haben konnte. Jakob war das jetzt wieder gar nicht recht, und er sagte, er wollte, das ich ausziehe. Aber ich hatte keine Lust, aus dem Haus auszuziehen, das zur Hälfte mir gehörte, und als Jakob mir mit einem Anwalt kommen wollte, erinnerte ich ihn daran, dass er gemeinsame Kinder mit mir hatte und die schlecht aus dem Haus werfen konnte. Klar, bei einem Vaterschaftstest wäre herausgekommen, dass Tina und Jochen Inzestkinder waren, und das hätte alles noch verkompliziert, aber ich schwor hoch und heilig, wenn Jakob irgendwas probierte, würde ich es darauf ankommen lassen.
"Letzten Endes gingen dann Jakob und Ashley weg und zogen in eine kleine Wohnung, die Ashley geerbt hatte. Und als wollten sie mich noch nachträglich auslachen, boten sie Mai ein Jahr später an, doch auch dort einzuziehen."
Mai kicherte. "Und natürlich nahm ich das auch an", sagte sie. "Es war aber auch ein viel zu gutes Angebot. Ich wollte sowieso nach Berlin ziehen, um dort einen neuen Studiengang zu belegen und brauchte eine Wohnung, und auf Jakobs Schwanz war ich immer noch neugierig. Und was soll ich euch sagen: plötzlich war es für die beiden gar kein Problem mehr, mich mit ihre Beziehung mit reinzunehmen."
Andy brummte beiläufig. "Vielleicht steht Jakob ja wirklich nur auf Dreier und kann sich keine Vierer vorstellen?"
"Ich glaube immer noch, dass das nur eine Ausrede war", fuhr Sarah fort. "Mai war jedenfalls keine drei Monate, nachdem sie bei den beiden eingezogen war, auch schon schwanger, und-" Sie sah zur Asiatin herüber. "Wie viele Kinder hast du inzwischen von Jakob?"
"Fünf", strahlte Mai. "Alles Mädchen. Jakob hat meinen Bauch immer gut mit Sperma gefüllt gehalten."
An dieser Stelle wurde es Moritz zu viel. "Moment mal", warf er ein. "Du hast fünf Kinder, Mai? Alle in den letzten zwölf Jahren geboren?"
Mai nickte. "Absolut richtig."
"Dann kann dein jüngstes Kind allerhöchstens sieben Jahre alt sein", folgerte Moritz, "selbst wenn du ständig dauerschwanger warst."
"Linh ist sogar erst vier", sagte Mai. "Warum fragst du?"
Moritz schüttelte fassungslos den Kopf. "Du hast fünf Kinder, von denen mindestens eins noch nicht mal in die Schule geht, und du kannst so einfach mit Sarah am anderen Ende von Deutschland herumrennen und ihr dabei helfen, irgendwelche von Ashleys Machenschaften zu vereiteln, und das, nachdem du jahrelang mit ihr und Jakob in einer Art offenen Ehe gelebt hast?!"
Sarah musste lachen. "Ich hab doch gesagt, es ist eine ziemlich wilde Geschichte, oder? Aber vertrau mir, es wird alles Sinn machen, wenn ich fertig bin. Ich hab euch nämlich noch nicht erzählt, was vor fast drei Jahren passiert ist."
"Vor fast drei Jahren?"
"Damals ist Mama plötzlich verschwunden", klärte ich Moritz auf. "Und Andy hat mir erzählt, dass zur selben Zeit auch Ashley und Jakob plötzlich weg waren. Wie vom Erdboden verschluckt."
Sarah nickte. "Und das hier ist die Stelle, an der sich die Panacea-Gruppe in unser Leben eingemischt hat."
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