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Chapter 91 by Bitbuster Bitbuster

Konfiguration

Vieles kann, nichts muss

In seinem Quartier bestellte er sich als erstes eine Cola und ließ sich dann in einen der Sessel fallen.
Während er noch überlegte, wo er sich unauffällig über diese Bots informieren könnte, meldete sich der Türsummer.

Thea betrat sein Quartier und schaute sich um. „Wo ist ‚es‘?“
„Habe ich in den Schrank gestellt“ antwortete er knapp, worauf Thea anfing zu lachen.
„Was ist daran so komisch?“
„Schon gut. Einfach wie ein Paar Schuhe in den Schrank gestellt. Aber ist vielleicht besser, so sieht es niemand.“
„Ist die Frage, was ich mit der jetzt anstelle“ sagte er und zuckte mit den Schultern.
„Also ich wüsste schon, was ich damit anstellen würde.“
„Was denn zum Beispiel?“
„Mich erst einmal lecken lassen.“
„Das kannst du doch von jeder anderen Frau hier an Bord auch haben.“
„Naja, nicht von jeder, aber von vielen.“ grinste Thea „So ein Bot kann viel mehr, als ein einzelnes Lebewesen könnte.“
„Will man das wirklich?“ hakte er nach.
„Auf langen einsamen Flügen schon und ja, ich weiß, wir sind hier nicht einsam. Willst du es nicht mal starten und auf deine Wünsche konditionieren?“
„Dazu sollte ich erst einmal wissen, was alles meine Wünsche sind.“
„Ist nicht notwendig. Einfach mit etwas anfangen und dann immer weiter hinzufügen. Ist doch lernfähig.“

Er öffnete die Schranktür und schaute zu Thea. „Und nun?“
„Wie heißt es aktuell? Vicky?“

Er nickte.

„Vicky, aus dem Schrank zum Bett gehen“ sagte Thea laut.

Vicky öffnete die Augen, was dazu diente, zu signalisieren, dass sie das Kommando verstanden hatte. Sie konnte sich problemlos in absoluter Dunkelheit bewegen, dafür gab es spezielle Sensoren unter der Schicht, welche die Haut darstellte. Thea umrundete Vicky, wie man eine Statue in einem Museum betrachten würde.

„Ja, ganz nett. Hat das Nanobots drin?“ fragte sie ihn, ohne ihren Blick von Vicky abzuwenden.
„Ja, hatte Claire gesagt.“
„Dann ist es ein echt wertvolles Stück Technologie. S-Bot mit Nanos und unregistriert. Dafür bekommst du auf dem Schwarzmarkt bestimmt 12.000 Einheiten.“
„Was auch immer eine Einheit ist“ antwortete er.
„Mit 12.000 Einheiten kannst du ein Jahr leben, also eine kleine Unterkunft bezahlen und hast auch noch genug für normale Nahrung, Kleidung, Freizeitaktivitäten und so. Gefallen dir die Titten?“
„Ähm, ja, wieso?“
„Du kannst sonst ein Bild als Vorlage nehmen und es anweisen, genau solche Titten nachzubilden.“
„Warum sagst du immer ‚es“?“
„Gewohnheit. Die A-Bots sind ein Neutrum. Ein S-Bot sieht man nicht so oft. Also, willst du 'sie' so lassen?“
„Erst einmal ja. Ändern kann ich doch später immer noch?“
„Klar. Denk‘ nur daran, jede Änderung dauert etwas.“
„Ich weiß. Und jetzt?“
„Wie konfiguriert man es – sie?“
„Man sagt: Vergangenheit, Schiff, Zukunft und dann Konfiguration.“
„Hm, gute Kombi“ meinte Thea und versetzte Vicky in den Konfigurationsmodus.
„Wie soll sie denn nun heißen?“
„Hm, vielleicht Robota?“
„Laaaangweilig“ erklärte Thea.
„Na gut, dann lassen wir es bei Vicky.“
„Schön, wie sieht es mit den Weisungsbefugnissen aus? Also du und ich?“
„Weisungsbefugnisse?“
„Wer sie herumkommandieren darf. Ist eine zusätzliche Sicherheit, damit nicht jeder auf sie Zugriff hat.“
„Achso. Naja, vielleicht Sophia noch, für den Notfall?“
„Wem willst Du denn alles von ihr erzählen? Es sollten nicht so viele wissen.“
„Wenn Sophia hier ist, dann wird sie es früher oder später herausfinden, oder entdecken.“
„Stimmt. Zumal wenn der S-Bot dein Quartier sauber machen sollte oder sowas.“
„Was soll das denn heißen? Ist es dir hier zu schmutzig?“
„Nein, aber wenn ich sehe, ob Du oder Sophia das Bett gemacht hat, dann wird auch sie sehen, ob du es warst oder jemand oder eben etwas anderes die Bettdecke zusammengelegt hat.“
„Hm, dann müssten wir Svea sicherheitshalber auch informieren.“

Thea überlegte. „Hm, ungern, aber ja, du hast Recht. Das wird nicht so einfach.“
„Wieso?“
„Weil sie es nicht befürworten kann, wenn Flotteneigentum missbraucht wird.“
„Oh, daran hatte ich nicht gedacht.“
„Also gut, wir beide, Sophia und Svea. Das sollten aber dann auch alle sein.“

Er nickte und Thea programmierte die Namen.

„So, was soll sie denn alles können?“ fragte Thea.
„Gute Frage, was kann sie denn alles schon?“

Thea seufzte. „Das bringt so nichts. Ich informiere Sophia und Svea und du beschäftigst dich erst einmal mit ihr und dann sehen wir weiter.“

Während er Vicky wieder im Schrank verstaute und sich eine Bedienungsanleitung für Arbeitsroboter am Computer aufrief, informierte Thea die beiden anderen, dass sie in Patricks Quartier war und sie auch hinzu kommen sollten.

Thea schlenderte zum Replikator und bestellte sich einen Saft, er war weiterhin mit der Bedienungsanleitung beschäftigt.

Kurze Zeit später stand dann Sophia vor der Tür und auch Svea folgte keine Minute danach.

„So,… warum ihr hier seid…“ begann Thea ihre Einleitung „es gab da ein kleines medizinisches Problem, was aber schon komplett beseitigt ist und aus dieser Sicht auch zukünftig nicht wieder auftreten wird.“

Sophia schaute zu Patrick und fragte besorgt: „Ist alles in Ordnung?“. Auch Svea schaute zu ihm.

„Wie Thea gerade sagte, es ist soweit alles gut.“
„Soweit?“ hakte Sophia nach.
„Ja, aus medizinischer Sicht“ erklärte Thea und ging zum Schrank.

Dann öffnete sie die Tür und ließ Vicki heraustreten.

„Ernsthaft?“ fragte Sophia und schaute in die Runde.

Svea hatte bisher geschwiegen und fragte nun: „Wo kommt die her?“

Thea erklärte die Situation und nach langem hin und her konnte man Svea davon überzeugen, dass der S-Bot bei Patrick bleiben durfte. Fast wie ein rettender Gongschlag wurde Svea zur Brücke gerufen und so standen nur noch Thea und Sophia neben ihm in seinem Quartier.

„Wir wollten uns gerade die Programmierung ansehen“ sagte Thea und holte aus einer der Schreibtischschubladen zwei PADDs hervor und reichte eines davon an Sophia weiter. „Was uns dann wieder zur Frage bringt, was sie alles können soll“ dabei schaute sie Patrick an.

„Naja, also wenn sie hier aufräumen würde und saubermachen...“
„Soso, nacktputzen, kleines Ferkel“ meinte Sophia und grinste breit.
„Von nackt habe ich nicht gesprochen“ antwortete er und grinste nun seinerseits Sophia an.
„Gut, gut“ warf sich nun Thea wieder dazwischen. „Klär' Du mit Sophia den Haushaltskram, ich kümmere mich um den Rest.“

Nach etwa einer Stunde waren sie mit der Programmierung soweit fertig und auch Thea verließ sein Quartier.

„Ich empfehle dir aber, den Bot als S-Bot nicht so oft zu verwenden“ riet ihm Sophia.
„Ok, und warum?“
„Nun, kein Lebewesen kann das alles, was der Bot kann und wenn man seine Ansprüche zu hoch schraubt, dann kann eben niemand lebendiges mehr die Vorstellungen erfüllen.“
„Ich glaube, dass Thea die auch nur wegen ihrer Spielchen haben möchte und sie daher so darauf bedacht war, dass ich den Bot behalten darf.“
„Kann gut sein“ stimmte Sophia zu und ließ Vicky in dem Schrank verschwinden.

„Was machen wir denn noch heute Abend?“ fragte ihn Sophia.
„Öhm, ich hatte nichts mehr vor“ sagte er und sah, wie sie sich langsam auszog.
„Nein, heute noch nicht“ erklärte sie und fast hätte man meinen können, sie habe seine Gedanken gelesen. „Nur etwas kuscheln, morgen, spätestens übermorgen Abend bist du fällig“.

Sie lächelte wieder und drückte ihn an sich.

Kurz darauf war auch er ausgezogen und sie lagen dicht aneinandergeschmiegt in seinem Bett.
„Patrick?“ fragte sie ihn.
„Was denn?“
„Führst du so etwas wie einen Kalender, wann du mit wem im Bett bist?“
„Nö, warum?“
„Solltest du, damit niemand vernachlässigt oder vergessen wird.“
„Hmmm“ brummelte er.
„Ich programmiere dir da was.“
„Ja, ist gut, schlaf jetzt“ meinte er und sie legte ihren Arm um ihn und zog ihn sanft zu sich heran.

Das Licht war gefühlt keine fünf Minuten deaktiviert, als er sie leise schnarchen hörte.

Weckdienst

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